Gesamtwertung65%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Erschien Rayman Raving Rabbids noch für PC und für nahezu jede auf dem Markt befindliche Konsole, hat man bei Ubisoft inzwischen verstanden, dass eine furiose Minispielsammlung am besten in Kombination mit einer ungewöhnlichen Steuerung funktioniert. Darum macht sich der Nachfolger nur auf Nintendos aktuellsten Geräten breit, wobei Wiimote und Touchscreen selbstverständlich exzessiv genutzt werden. Eigentlich sind die randalierenden Hasen allerdings vornehmlich auf die Wii abgestimmt und deswegen im Wohnzimmer zu Hause. Es muss sich also zeigen, ob sie auch im tragbaren Format die Lachmuskeln strapazieren und für eine Menge Freude sorgen können.
Hasen in der Hosentasche
Was auf Wii schon kaum vorhanden ist, wurde für die DS-Version nochmal verknappt. Ein Intro sucht man vergebens und von einer Storyline ist keine Spur. Nur eines ist klar: Die Hasen wollen unsere geliebte Erde erobern. Da Rayman mit diesem Plan nicht ganz einverstanden ist, sammelt er Hinweise, mit denen er sich den langohrigen Invasoren stellen kann. Diese Hinweise erhält er für Erfolge bei den zahlreichen Minispielen.
Davon bietet Rayman Raving Rabbids 2 für Nintendo DS rund 36 Stück. Auch hier sind die Spielchen, wie bei dem großen Bruder, der Version für Wii, den Kontinenten der Erde zugeteilt. Die skurrile Weltreise führt Rayman an die unterschiedlichsten Orte. Sonderlich viel Abwechslung bekommt man allerdings nicht geboten. Das ist aber kein Grund für Rayman nicht unseren Planeten zu retten und somit stellt er sich mutig den eigenartigen Aufgaben. So gilt es zum Beispiel in einem Fast-Food-Restaurant die Bestellungen entgegenzunehmen und diese mit der Auswahl des richtigen Symbols auf dem Touchscreen zu servieren. Hierbei ist aber nicht nur Eile geboten, die Hasen drücken sich auch nicht immer ganz verständlich aus.
So wird das gewünschte Fressen nicht einfach als Symbol angezeigt, sondern mal verpixelt oder in schwarz getaucht dargestellt.
Beim Rodeoreiten hingegen muss der Hase auf der mechanischen Kuh richtig durchgeschüttelt werden. Dazu zeigen Pfeile auf dem Touchscreen unterschiedliche Bewegungen, die schnell und oft hintereinander ausgeführt werden sollen. Analog wird dann der Nager im Kreis geschleudert, links und rechts auf den Boden geklatscht oder an die Decke katapultiert.
Streichelzoo ist was anderes
Als Belohnung für besonders gute Leistungen erhält man Kostüme und Gegenstände, mit denen man seinen eigenen Rabbid ausrüsten kann. Dem einen gefällt nunmal ein Kleidchen besser als die Samurairüstung. Was den Hasen gefällt ist dabei egal, Hauptsache es sieht witzig aus. Dann wird dem Kerlchen in Morgenmantel und Football-Helm noch einen Lutscher in die Hand gedrückt und schon hat man was zu lachen. Zudem darf man den Hintergrund, vor dem sich das arme Opfer darstellt nach belieben gestalten. Zu diesem Zweck steht eine kleine Mal-Palette bereit, mit der man nach Herzenslust experimentieren kann. Es gibt sogar vorgefertigte Hintergrundbilder.
Die winken aber, ebenso wie die Kostüme, als Belohnung. Lustig ist das alles schon, nützlich aber in keinster Weise. So hat man auch von dem Anblick des eigenen Häschen nicht viel, ist es doch nur bei wenigen Minispielen zu sehen. Zusätzlich zu dem Abenteuer-Modus, in dem die besagten Hinweise gesammelt werden, gibt es noch den Punkte-Modus. Im Prinzip unterscheiden sich die beiden Spielmodi aber nicht groß voneinander. Hier stehen die gleichen Spiele zur Verfügung, nur gehen im Punkte-Modus die erzielten Ergebnisse in die Highscores ein und es gibt andere Kostüme zu gewinnen. Der Bedarf die Spiele hier aber noch einmal zu wiederholen hält sich in Grenzen, da sich manche Aufgaben ohnehin schon mehrmals oder leicht abgewandelt im Abenteuer wiederholen. So zum Beispiel das Graffitti-Spiel, bei dem unter Zeitdruck vorgegebene Formen schnell, präzise und möglichst vollständig auszumalen sind. Auch die Musikspiele, prinzipiell bekannt aus den anderen Raving Rabbids-Spielen, kehren immer wieder.
Nur wird hier nicht Wiimote mitsamt Nunchuk im Takt geschwungen, sondern der Touchscreen mit dem Stylus bearbeitet.
In herkömmlicher Manier laufen also Symbole über dem Bildschirm, die man taktvoll und zur richtigen Zeit mit dem Touchpen berühren muss. Das Mikrofon wird übrigens nur bei einigen wenigen Spielen genutzt. Das ist vermutlich im Interesse der Spieler, schließlich werden die wenigsten etwa in der Bahn hemmungslos in ihren Handheld brüllen oder pusten wollen.
Hase gegen Hase gegen Hase gegen Hase
Was wäre ein Rayman Raving Rabbids 2 mitsamt Minispielen und einem verrückten, selbsterstellbarem Charakter, wenn man das Spielerlebnis nicht mit ein paar Freunden teilen könnte? Vermutlich ein netter, kleiner Staubfänger.
Zum Glück verfügt der Titel jedoch über einen Multiplayer, damit man mit bis zu vier Freunden ausmachen kann, wer das abgefahrenste Kaninchen in der Stadt ist. Das Spiele-Repertoire wurde leider stark eingegrenzt. Spielt man mit nur einer Version des Spiels, stehen beispielsweise nur drei Spiele zur Auswahl. Doch selbst wenn jeder der Mitspieler über ein eigenes Rayman Raving Rabbids 2 verfügt, lässt die Auswahl zu wünschen übrig. Vier Spieler dürfen sich nur an sechs Spielen ergötzen, drei immerhin schon an neun und zu zweit darf man sich bei elf Minispielen austoben. Warum nicht alle Spiele für den Multiplayer bereitgestellt werden, bleibt ein Rätsel. Ein Online-Modus hätte diese Lücke füllen können. Anscheinend hat man sich bei Ubisoft aber auf den Sparkurs eingeschossen und deswegen auf eine Unterstützung der Wi-Fi Connection verzichtet.