Gesamtwertung88%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Ein neuer Ableger aus der Sega Sonic-Reihe lässt die Herzen der Fans höher schlagen. Mit Sonic Rush hat es der blaue Igel endlich auf den Nintendo DS geschafft und sorgt dort, dank der beiden Bildschirmen, für noch schnelleres Gameplay. Nicht nur Sonic ist der Sprung auf den Handheld gelungen, auch sein Erzfeind Dr. Eggman ist wieder da, um die Welt zu versklaven.
Kaum ist der Nintendo DS eingeschaltet und Sonic Rush gestartet, flitzt Segas Maskottchen auch schon über den Bildschirm und der Spieler wird ohne große Umschweife in die bunte und schnelle Welt von Sonic geworfen. Das Spielprinzip hat sich dabei im Vergleich zu den Vorgängern kaum geändert. Es gilt goldene Ringe einzusammeln, die man verliert, sobald der Gegner Sonic auf dem falschen Fuß erwischt. Wird der blaue Held von einem Gegner getroffen und hat keine Ringe bei sich, verliert er ein Leben. Im Gegenzug erhält man ein zusätzliches Leben für 100 eingesammelten Ringe. Das wäre ein eher gemütliches Unterfangen, würde die Uhr nicht erbarmungslos gegen den Spieler ticken. Also muss Sonic möglichst schnell ans Ziel gesteuert werden. Auf dem Weg dorthin gibt es wieder diverse Power-Ups, die dieses Unterfangen ein wenig erleichtern.
Sieben Stages sind zu bestreiten, bevor es in der F-Stage zum Showdown kommt. Dabei ist jede Stage, mit Ausnahme der F-Stage, in jeweils zwei Acts und einen, teilweise leicht knackigen, Bosskampf unterteilt. Hat man eine Stage komplett abgeschlossen, speichert das Spiel automatisch den Spielstand.
Einige Fans mögen vielleicht ein wenig enttäuscht sein, denn Sonics Freunde nehmen in Sonic Rush eher passive Rollen ein. Der knuffige Fuchs Tails steht Sonic nur als mentale Unterstützung zur Seite und Knuckles hat, wie auch Amy, nur einen kurzen Gastauftritt. Spielbar ist keiner dieser Charaktere. Dafür taucht ein neues Gesicht auf. Blaze the Cat kommt aus einer anderen Welt, sie ist die Hüterin der so genannten Sol Emeralds. Diese Edelsteine scheinen, wie auch die Chaos Emeralds aus Sonics Welt, eine enorme Macht zu haben. Darum ist es nicht verwunderlich, dass sich Dr. Eggman an diesen Artefakten zu schaffen gemacht hat und sie mit in seine Welt nimmt. Dadurch kommt es zu einer Überlagerung der beiden Welten und das Raum-Zeit-Kontinuum droht zu kollabieren. Die feurige Katze Blaze macht sich also daran, die Sol Emeralds zurück zu erlangen, nicht wissend, dass ihr ein Äquivalent zu Dr. Eggman, Eggman Nega, aus ihrer eigenen Welt folgt. Es scheint als hätten die beiden Bösewichte einen gemeinsamen Plan. Bereits nachdem die erste Stage erfolgreich beendet wurde, treffen Blaze und Sonic aufeinander. Von diesem Punkt an kann der Spieler das Spiel sowohl mit Blaze, als auch mit Sonic bestreiten. Dabei erlebt man die Story aus zwei verschiedenen Blickwinkeln, durchläuft aber die selben Stages ohne große Änderungen.
Zwar hat sich das Grundprinzip des Spiels nicht geändert, dennoch wurde eine kleine Änderung eingeführt. Am Rande des Bildschirms befindet sich die Spannungsanzeige. Mit der dort gesammelten Energie können sich die beiden Protagonisten einen zusätzlichen Boost verschaffen. Sie beschleunigen somit extrem schnell und rammen Gegner problemlos aus dem Weg. Um die Leiste wieder aufzuladen, vollführt man nun per Knopfdruck kleinere Stunts in der Luft oder auf den Rails. Keine Angst, dafür müssen keine komplizierten Tastenkombinationen abgehandelt werden, der Spielfluss bleibt also mehr als erhalten.
Sonic Rush ist nicht nur durch die neue Boostfähigkeit so irre schnell, auch die Leveldesigner haben hervorragende Arbeit geleistet.
Die beiden Helden hasten sowohl durch die obligatorischen Loopings, wie auch durch Schrauben und über Sprungschanzen, werden von Sprungfedern katapultiert, rennen gegen Wasserräder an, rutschen über Rails, kugeln sich durch Röhren, werden von Schaukeln transportiert und viele, viele Dinge mehr. Bei Sonic Rush werden beide Bildschirme für das Spielgeschehen genutzt. So kommt es immer wieder vor, dass Sonic von einem Bildschirm in den anderen rennt oder geschleudert wird. Das macht das Spiel noch turbulenter als es Sonic jemals war. Aber auch hier haben sich die Designer für eine der Stages etwas nettes einfallen lassen. In einer der letzten Stages fungiert der Bereich zwischen den Bildschirmen als eine Art Spiegelungsachse. Gerät einer der Helden durch Röhren oder ähnliches vom oberen in den unteren Bildschirm, steht dort alles auf dem Kopf. So kommt es öfters zu leichter Verwirrung.
In jeder Stage ist zudem eine Special Stage zu erreichen. Per Stylus wird Sonic in diesen Bonusleveln durch eine Halfpipe-förmige Strecke gelotst. Auch hier gilt es, möglichst viele Ringe einzusammeln. Wer sich genug Ringe geschnappt hat, erhält man am Ende der Stage einen der sieben Chaos Emeralds. Was anfangs sehr harmlos beginnt, entwickelt sich im Verlauf des Spiels zu einer echten Herausforderung. Man muss Minen ausweichen, Monster zerstören, indem man sie berührt und zwischendurch Zahlenfelder auf dem Bildschrim in der richtigen Reihenfolge antippen. Diese Special Stages lockern das Spielgeschehen gelungen auf.
Sonic Rush ist prinzipiell ein 2D Jump and Run, vereint jedoch die zweidimensionale gekonnt mit der dreidimensionalen Grafik. Während die Umgebungen größtenteils zweidimensional sind, fügen sich die 3D-Protagonisten nahtlos ins Geschehen ein. Diverse Effekte machen Gebrauch von der dritten Dimension und die Bosskämpfe werden sogar fast vollkommen dreidimensional dargestellt. So muss sich Sonic etwa in einer runden Arena gegen einen Endgegner behaupten. Dieser Mix sieht im Spiel sehr schön aus, kommt aber auf vielen Screenshots nicht richtig zur Geltung. Der Soundtrack ist extrem eindirnglich und unterstreicht das Geschehen gut. In jeder Stage erwartet den Spieler eine andere Hintergrundmusik, die ihn wieder aufs Neue zum Rasen anstachelt. Leider wiederholen sich manche Sounds ein wenig zu häufig, was sich angesichts der tollen Musik aber durchaus verkraften lässt.
Im Multiplayermodus können sich zwei Spieler mit nur einer Kopie des Spiels einen Kampf liefern. Hier treten die beiden Charaktere in einem Wettrennen durch diverse Stages an und können sich währenddessen gegnseitig blockieren. Der Spieler, der zuerst das Ziel erreicht, gewinnt die Stage. Der Multiplayermodus ist zwar ein netter Lückenfüller, ist aber mehr oder minder schnell erschöpft.