Gesamtwertung64%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungGut |
Zwar ist der Hype um die Taschenmonster schon längst abgeklungen, dennoch tummeln sich die Pokémon immer noch recht erfolgreich auf Nintendos Spielekonsolen. Disney versucht nun auf den anscheinend schon abgefahrenen Zug aufzuspringen und schickt die so genannten Spectrobes ins Rennen. Die Ähnlichkeiten sind offensichtlich. Auch die Spectrobes können sich weiterentwickeln, sind in der Regel hübsch in einem Gadget verstaut, unterstützen den Charakter im Kampf und können aufgrund ihrer Vielfalt gut gesammelt werden. Doch in gewisser Hinsicht unterscheiden sie sich auch von ihren Vorbildern, schließlich galten sie in ihrer Welt schon längst als ausgestorben.
Als eine große Katastrophe bevor stand, haben sich die Spectrobes in schützende Panzer aus Gestein zurückgezogen und so im Erdreich überdauert. Die Menschen, die inzwischen auf dem Planeten leben, hielten die gefundenen Spectrobes für simple Fossilien und so glauben sie noch heute, dass diese ausgestorben seien. Eines Tages birgt jedoch ein junger Mann namens Rallen eine Rettungskapsel und kommt dabei mit lebendigen Spectrobes in Kontakt. In der Kapsel selbst befindet sich ein Mann von einem fremden Planeten. Es stellt sich heraus, dass seine Welt von Wesen namens Krawl verschlungen wurde und dass diese nun auch dieses Sonnensystem heimsuchen werden.
Da die Spectrobes die einzigen Wesen sind, die gegen die Krawl bestehen können, wird Rallen von dem Unbekannten darin unterwiesen die Spectrobes zu wecken, zu trainieren und mit ihnen zusammen zu kämpfen. Nachdem diese Geschichte in den ersten Spielminuten erzählt wird, ist klar, dass das Schicksal des Sonnensystems, wenn nicht sogar der gesamten Galaxis, in den Händen des Protagonisten liegt. Erhofft man sich, dass die Geschichte im Spielverlauf noch wesentlich tiefer greift, wird man jedoch nach einigen Stunden Spielzeit enttäuscht.
Ausgestorben sind sie noch lange, lange nicht
Das Spielprinzip stützt sich im Grunde auf drei Aspekte. Diese sind das Ausgraben von Spectrobes und Mineralien, das Trainieren der mysteriösen Wesen und das Kämpfen gegen die Krawl. Anfangs stehen Rallen nur wenige Kreaturen zur Seite, doch schnell erweitert sich seine Sammlung. So hat er stets einen kleinen Spectrobe an seiner Seite, der auf Wunsch in der Umgebung nach Fossilien oder Mineralien sucht. Diese gilt es dann mit verschiedenen Hilfsmitteln möglichst schonend auszugraben. Dazu wird der Touchpen kurzerhand zum Werkzeug umfunktioniert. Mit Bohrern unterschiedlicher Größe wird dann das virtuelle Erdreich auf dem Touchscreen abgetragen. Ist man dabei zu unvorsichtig, kann das Fossil Schaden nehmen und der darin befindliche Spectrobe an Stärke verlieren. Darum ist es sinnvoll erst grob vorzugehen und das Fossil anschließend mit schonenden Werkzeugen freizulegen. Für die Ausgrabungen erhält Rallen spezielle Punkte. Je höher seine Erfahrungsstufe in Bezug auf das Graben ist, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er beim Bohren Schaden anrichtet. Außerdem können im Spielverlauf neue Werkzeuge erstanden werden, die den gesamten Vorgang erheblich erleichtern.
Richtig Bohren will gelernt sein
Immer wieder sollte man mit den gefundenen Gütern zum Raumschiff, welches als Operationsbasis fungiert, zurückkehren. Hier lassen sich die fossilen Spectrobes aufwecken und die gesammelten Mineralien an den Nachwuchs verfüttern. Die Mineralien steigern nämlich die Attribute der Wesen und Stärken diese somit. Die Fütterung findet in den vier Inkubatoren statt, in denen jeweils zwei von den Zöglingen untergebracht werden können. In diesen Inkubatoren entwickeln sich die Spectrobes bei ausreichender Ernährung zudem weiter, denn die Kreaturen existieren, wie auch die Pokémon, in drei Entwicklungsstufen. Währen die Spectrobes in der ersten Stufe nur für die Suche nach Gegenständen gebraucht werden, sind die in der zweiten oder dritten Stufe schlagkräftige Mitstreiter. Zwei von ihnen sind in Kämpfen an der Seite des Hauptcharakters. Dieser hält sich nämlich nicht aus den Gefechten raus und kämpft tapfer mit einem Blaster, Handschuh oder Schwert. Tatsächlich wird in den Kämpfen auch nur Rallen direkt gesteuert. Die Spectrobes an seiner Seite lassen über einfache Kommandos kontrollieren. Je stärker eine der Kreaturen ist, desto größer ist auch die Auswahl an verfügbaren Kommandos.
Noch mehr Features?
Überall lauern bei Spectrobes weitere Features. So verbessern mitgeführte Spectrobes beispielsweise die Kraft ihrer kämpfenden Kameraden, manche Kreaturen verlieben sich und profitieren von Boni, wenn sie mit ihrem Partner zusammen sind und durch spezielle Sammelkarten lassen sich Extras freischalten. Einige der Karten liegen dem Spiel bei. Sie haben sieben Löcher, durch die man in einem gesonderten Menü mit dem Stylus auf den Touchscreen tippt, um sie einzulösen. Einige der Features werden erst im Laufe des Spiels verfügbar.
Meist lassen sie sich durch Kuben aktivieren, die sich, wie die Fossilien, im Erdreich befinden. Natürlich bietet Spectrobes auch einen Mehrspielermodus, in dem man fleißig Gegenstände und Kreaturen tauschen, sich duellieren und sogar ein Turnier mit bis zu 16 Spielern austragen kann. Als würde das nicht reichen, unterstützt das Spiel Nintendos Onlinedienst. Dieser bietet die Möglichkeit zahlreiche Gegenstände, zusätzliche Spectrobes und exklusive Videos herunterzuladen.