Splinter Cell: Chaos Theory

Review
Plattform
Nintendo DS
Vertrieb
Ubi Soft
Entwickler
Ubi Soft
Erscheinungsdatum
-
Genre
Shooter
USK
12
Splinter Cell: Chaos Theory [DS , Justgamers]

Gesamtwertung

68%/10

Grafik

Gut

Sound

Befriedigend

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Befriedigend

Splinter Cell: Chaos Theory

Bevor unser Agent in die erste Mission geschickt wird, steht ein Training an. Dies ist auch dringend nötig, ist doch fast jede Taste doppelt und dreifach belegt, so dass es recht schwer ist, zu Beginn den Überblick zu behalten.

Sam Fischer mit Abstrichen in der dritten Dimension

Eine 3D-Engine hat es zwar auf den kleinen Nintendo Handheld geschafft, ein vernünftiges Missionsbriefing mit Sprachausgabe bleibt dann aber leider doch den großen Konsolen vorbehalten. Tatsächlich findet die Kommunikation mit den Organisatoren von “Third Echolon”, der Geheimorganisation für die Sam Fischer tätig ist, nur per dreizeiligem Fließtext statt. Immerhin wird man aber ab und an noch mit einem netten Video in Ingame-Grafik verwöhnt.Aufgelockert werden die insgesamt acht recht abwechslungsreichen Missionen durch Mini-Spiele, die so mini sind, dass selbst die Bezeichnung “Mini-Spiel” eigentlich schon viel zu maxi ist. So darf man zum einen verschlossene Türen mit einem Dietrich öffnen. Hierzu müssen unter Zuhilfenahme des Touchscreens aber lediglich drei Bolzen nach oben geschoben werden. Ist ein Durchgang zum anderen durch ein Zahlenschloss versperrt, darf der vorher hoffentlich einer Wache entlockte Code über den berührungsempfindlichen Bildschirm eingetippt werden. Dies ist nicht einmal so reizvoll wie das Bedienen eines Telefons, sind die vierstelligen Codes doch viel kürzer als das Gros der Telefonnummern.

Eine frei drehbare Kamera mag etwas Schönes sein, doch wenn “frei drehbar” bedeutet, dass sie sich kein Stück automatisch bewegt, sondern die Perspektive stets vom Spieler manuell nachjustiert werden muss, verfliegt die Begeisterung. Da alle anderen Tasten schon belegt sind, kann die Kameraperspektive nur über den Touchscreen verstellt werden. Hat man aber gerade seine Fingerchen auf dem unteren Monitor, können die anderen Buttons und das Steuerkreuz nur schwerlich bedient werden. Folglich ist es praktisch nicht möglich, gleichzeitig Sam Fischer zu bewegen und die Kamera in die gewünschte Richtung zu drehen. Ähnliches gilt für den Zielmodus, in dem der Gegner ebenfalls nur per Touchscreen anvisiert werden kann. Wer die Spielfigur dazu noch bewegen möchte, muss schon sehr, sehr gelenkige Hände haben.

Als Agent auf dem DS schleichend unterwegs

Ob es ein schlechtes Omen ist, wenn schon das Menü eines Spieles ruckelt? Es ist sicher eine nette Idee, wenn die Buttons der nächsten Menüebene seitwärts ins Bild gleiten. Hängt aber schon diese simple Menü-Animation, macht dies keinen sonderlich guten Eindruck.

Splinter Cell: Chaos Theory DS (10 Bilder)

Wie es sich für ein Schleichspiel gehört, sind viele Passagen überaus düster. Mitunter ist der komplette Raum vollkommen abgedunkelt, so dass entweder der schon aus anderen Splinter Cell Titeln bekannte Nachtsicht- oder aber Wärmebildmodus zum Einsatz kommen muss. Leider ruckelt das Spiel mit eingeschaltetem Nachsichtmodus noch stärker als das Menü. Teilweise verzerrt das Bild auch ein wenig oder hängt die Darstellung auf dem oberen Bildschirm komplett. Das ist nicht schön und für ein Konsolenspiel schon fast eine Katastrophe, kann man den schwarzen Peter wohl kaum auf die für jeden Spieler identische Hardware schieben.

Ansonsten ist die grafische Präsentation trotz des monotonen Leveldesigns und der mitunter recht großen Pixel in Ordnung. Da der Nintendo DS noch unter Softwaremangel leidet und vergleichbare Spiele praktisch nicht vorhanden sind, ist es schwer die Leistungsfähigkeit des Geräts richtig einzuschätzen. Da schon die Sprachausgabe fehlt, verwundert es nicht, wenn der Titel auch akustisch etwas mager klingt. Die Sounduntermalung fällt einem nicht auf die Nerven, hätte aber ruhig etwas abwechslungsreicher sein können.

Die Zahl der Mehrspielermodi ist zwar nicht überwältigend, dafür aber wenigstens überhaupt vorhanden. So bietet Splinter Cell: Chaos Theory zum einen die Möglichkeit, in einem Kooperationsmodus mit einem anderen Nintendo DS-Besitzer in einer von fünf speziellen Coop-Missionen zusammen zu arbeiten. Dabei übernimmt jeder der Spieler eine unterschiedliche Rolle. Der “Angreifer” ist hierbei für die Verteidigung des Zweiergespanns zuständig, der “Hacker” kann mit speziellen Granaten zahlreiche elektrische Gerät außer Funktion setzten und Terminals knacken.In einem Versus-Modus dürfen sich sogar gleich bis zu vier Spieler auf insgesamt sechs Karten gleichzeitig austoben. Die Aufteilung erfolgt hierbei in zwei Teams. Die Shadownet-Spione müssen innerhalb einer vorgegebenen Zeit mehrere Computerterminals hacken, das Team der Söldner übernimmt die Aufgabe der KI-Gegner des Singleplayerparts und versucht folglich, die anderen aufzuhalten.

Soll gemeinsam gespielt werden, benötigt jeder Spieler aber ein eigenes Splinter Cell: Chaos Theory-Modul. “Single-Card Download Play” wird also nicht unterstützt.

Fazit

Splinter Cell: Chaos Theory hatte viel Potential, das leider durch die technische maue Umsetzung beträchtlich dezimiert wurde. Die Schleicherei von Mission zu Mission macht fast so viel Spaß wie in den Versionen für PC, PlayStation 2 & Co., wird aber durch die Ruckelei beträchtlich gestört. Die Integration eines Mehrspielermodus tröstet aber über das Gezuckel ein wenig hinweg, verlangt aber auch von jedem Mitspieler, dass er eine eigene Version des Spiels besitzt.

Splinter Cell: Chaos Theory [DS , Justgamers]

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