Gesamtwertung88%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungSehr gut |
Zwar hat die Erfolgskurve der Star Fox-Serie mehr Höhen und Tiefen, als die von anderen Reihen aus dem Hause Nintendo, dennoch sind das Fliegerass Fox und sein Team nicht aus dem Nintendo-Repertoire wegzudenken. Immerhin war das erste Spiel der Serie, Starwing für den SNES, ein wahrer Pionier der dreidimensionalen Grafik und zeigte, dass Shoot'em ups den Dimensionssprung wahrlich meistern können. Da jedoch gerade die letzten Titel nicht den hohen Erwartungen der Szene gerecht werden konnten, lastet auf dem neuesten Ableger ein großer Druck. Doch hat Star Fox Command für Nintendo DS das Zeug dazu, die Serie aus dem momentanen Tiefpunkt zu befreien? Oder erwartet uns vielleicht sogar ein neuer Hit?
Kommando Ehre retten!
Das Star Fox Team ist in alle Winde verstreut. Slippy widmet sich beispielsweise seiner Gemahlin und Falco versucht auf eigene Faust Abenteuer zu erleben. Eine ideale Ausgangssituation für eine Invasion der gierigen Anglar, die sich prompt an einigen Planeten vergreifen. Nur Fox ist zur Stelle, um ihnen Einhalt zu gebieten. Schnell merkt er jedoch, dass er alleine machtlos ist und versucht das Team wieder zu vereinigen. Bei einem derart schweren Unterfangen kommt das kurze Tutorial am Anfang des Spiels gerade recht. Die Einführung erläutert nicht nur das Spielprinzip, sondern bietet auch die Möglichkeit, die neuartige Steuerung zu üben. Letztere wurde nämlich auf den Touchscreen zugeschnitten und Bedarf neben diesem nur eines einzigen Knopfes. Die Flieger lassen sich ganz einfach durch das Führen des Stylus über den unteren Bildschirm steuern. Das klappt sehr gut und ermöglicht vor allem eine hohe Zielgenauigkeit. Glücklicherweise fordern auch besondere Flugmanöver keine Fingerakrobatik vom Spieler. Statt des Zeichnens von komplizierten Symbolen genügt für eine Kehrtwende oder einen Salto ein einfacher Druck auf die entsprechende Schaltfläche. Ähnlich können auch Bomben abgeworfen werden. Da der Touchscreen eine Übersichtskarte des Kampfgebietes anzeigt, können die Sprengsätze einfach per Drag & Drop an der gewünschten Stelle abgeworfen werden. Nur für die Regelung der Geschwindigkeit und die berühmte Rolle sind bestimmte Eingaben erforderlich.
So sorgt ein doppeltes Tippen in der oberen Hälfte des Touchscreen für einen Geschwindigkeitsschub, in der unteren Hälfte für eine kurzzeitige Bremsung. Zur Durchführung einer Rolle, gilt es lediglich den Touchpen schnell hin und her zu bewegen. Der Spaß am Fliegen stellt sich schnell ein, da die Einarbeitungszeit in das Steuerungskonzept relativ kurz ausfällt. Den effektiven Gebrauch von Salto und Schraube muss man dennoch trainieren.
Hier beweist der Fuchs seine Raffinesse
Beim Spielkonzept hatten die Entwickler von Star Fox Command Mut zum Risiko und brachen mit den traditionellen Levels, wie man sie beispielsweise aus Starwing kennt. Nun spielt sich ein Teil der Missionen auf einer Taktikkarte ab, über die rundenbasiert eine feste Zahl von Zügen ausgeführt wird. Innerhalb dieser Züge gilt es, ein bestimmtes Missionsziel zu erreichen und das eigene Kommandoschiff, die Great Fox, zu beschützen. Meist führt das Zerstören aller gegnerischen Streitkräfte und das Einnehmen aller Basen zum Sieg. Zu diesem Zweck lassen sich die Schiffe des Teams in jedem Spielzug über eine gewisse Distanz bewegen. Star Fox Command kommt jedoch ganz ohne eckige Spielfelder aus, denn die Flugrouten sind komfortabel und frei mit dem Stylus bestimmbar.
Am Ende eines Zuges führen die Piloten ihre Befehle aus. Treffen sie während ihres Fluges auf Gegner, werden die folgenden Gefechte in Star Fox-Manier ausgetragen. Auf einer kleinen Karte voller Gegner ist es dann die Aufgabe des Spielers bestimmte, zuvor angezeigte Feinde zu zerstören. Alle weiteren Ziele sind zwar hinderlich, können aber dennoch von Vorteil sein. So erscheint zum Beispiel nach jedem fünften Abschuss ein Power-Up. Weiterhin bekommt man Zeit gutgeschrieben, wenn man feindlichen Beschuss mit einer Rolle abwehrt. Diese Zeit wird nur für die Kämpfe genutzt und läuft während diesen beständig ab. Tückisch: der Zeitvorrat wird von einem Kampf in den nächsten übernommen. Somit ist es ratsam fleißig die Manöver zu nutzen und weitere Gegner zu bekämpfen, während man auf der Jagd nach den Hauptzielen ist. Die geschilderten Möglichkeiten, Boni und Zeit zu erhalten, sind jedoch nur Beispiele. Im Spiel bieten sich noch einige weitere Wege, solche Extras zu ergattern. Erobert man etwa eine Basis, werden zwei Züge zur Erfüllung des Missionsziels gutgeschrieben. Es sei auch gesagt, dass der taktische Aspekt von Star Fox Command mit weiteren Finessen glänzt. Darunter der berühmte Nebel des Krieges, die Fähigkeit, von dem Kommandoschiff aus Raketen abzufeuern oder Asteroidenfelder, die die geplante Route verzerren. So bleibt auch in späteren Missionen ein gewisser Anspruch vorhanden. Auf eine strategische Tiefe im Stil von Advance Wars oder ähnlichen Titeln wird hier zugunsten einer guten Zugänglichkeit zum Spiel jedoch verzichtet.
Bleibt alles anders
Zwar muss man im Mehrspielermodus ohne den taktischen Teil von Star Fox Command auskommen, dieses Manko macht die Unterstützung der Nintendo Wi-Fi Connection jedoch wieder wett. Über Nintendos Onlinedienst können sich bis zu vier Spieler in einem Luftkampf beharken und somit bestimmen, wer der beste Pilot am Ort ist. Auch hier spielen Power-Ups eine wichtige Rolle, denn im Mehrspielermodus können Bomben, verbesserte Laser und Tarnvorrichtungen ergattert werden. Die Matches lassen sich sowohl gegen zufällige Gegner, als auch gegen Freunde spielen. Doch nur das Spielen gegen Spieler aus aller Welt verhilft zu wahrem Ruhm. Siege und Niederlagen im einem Modus namens Battle Royal werden nämlich festgehalten und sind ausschlaggebend für den Rang eines Spielers. Wer seinen Konkurrenten lieber direkt gegenüber sitzt, hat auch die Möglichkeit, per Download-Spiel und mit nur einer Kopie von Star Fox Command sein Können unter Beweis zu stellen. Dann lassen sich sogar bis zu sechs Spieler in einem Match unterbringen.
Trotz aller Neuerungen ist es hervorragend gelungen, das typische Star Fox-Flair einzufangen. Dafür sorgt neben dem Wiedersehen mit dem gesamten Team natürlich das typische, kantige Grafikdesign. So wirkt die Grafik stellenweise minimalistisch und dennoch ansehnlich. Auch die Stimmen der Charaktere, Sprachausgabe wäre der falsche Begriff, klingen wie eh und je. Kein Wunder, dass sich Kenner unweigerlich an den ersten Teil der Serie erinnern. Die Stimmen können übrigens im Optionsmenü angepasst werden. Auf Wunsch nimmt das Mikrofon für einige Zeit die Stimme des Spielers auf und modelliert anhand der Aufnahmen die Sprache des Teams um.