Gesamtwertung88%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Der japanische Spieledesigner Miyamoto begeistert schon seit zwei Jahrzehnten mit den Hüpfabenteuern des Klempners Super Mario, kaum eine andere Figur ist bei jüngeren und älteren Zockern gleichermaßen so beliebt. Mittlerweile ist es fast undenkbar, dass Nintendo eine neue Hardware wie den DS auf den Markt bringt, ohne zugleich ein Jump´n´Run mit dem Italiener im blauen Overall am Start zu haben. Doch die Erwartungen an das Maskottchen von Nintendo sind hoch, zumal es in letzter Zeit leider zur Gewohnheit geworden ist, alte Klassiker lediglich geringfügig aufpoliert für den Gameboy Advance neu herauszubringen. Ist also auch Super Mario 64 DS nur ein Remake eines angegrauten N64-Vorgängers, wie der Name andeutet, oder kann die Umsetzung für den DS mit neuen spielerischen Inhalten glänzen?
Rollentausch
Schon gleich zu Beginn von Super Mario 64 DS erwartet Kenner der neun Jahre alten Vorlage eine Überraschung: Ihr hüpft nämlich nicht sofort mit Mario durch die dreidimensionalen Levels, sondern steuert den grünen Knuddeldino Yoshi. Grund dafür ist natürlich einmal mehr Bowser, der diesmal nicht nur Prinzessin Peach, sondern obendrein noch Mario, Luigi und Wario entführt hat. Für euch bedeutet dies, dass ihr mit insgesamt vier verschiedenen Charakteren auf Sternenjagd gehen könnt, sobald ihr sie befreit habt. In manchen Levels habt ihr allerdings keine Wahl, welchen der vier Helden ihr steuert.
Dabei unterscheiden sie sich nicht nur im Aussehen, sondern auch in den bekannten Eigenschaften: Während Mario als Allrounder auftritt und wie gewohnt einfach auf seine Gegner hüpft, um diese auszuschalten, nutzt Yoshi seine lange Zunge, um unliebsame Zeitgenossen wie Goombas und Koopas zu verschlingen.
Nach kurzer Verdauung können die Bösewichte dann als Ei verschossen werden. Wario dagegen geht sehr direkt und effektiv gegen seine Kontrahenten vor - er prügelt einfach alles in Grund und Boden. Luigi schließlich ist ein Meister im Hochsprung.
Eine weitere Neuerung ist, dass die Charaktere durch das Einsammeln bestimmter Blumen außerdem individuelle Fertigkeiten erhalten, die ihr euch bei der Jagd auf die insgesamt 150 Sterne zu Nutze machen müsst. So kann der wie ein Ballon aufgeblasene Mario schwerelos durch die Lüfte segeln, während sein kurzzeitig unsichtbarer Bruder Luigi durch löchrige Wände gehen kann. Ob ihr ein Level mit Yoshi oder Mario bestreiten wollt, legt ihr zu Beginn fest, innerhalb eines Abschnitts kann die Figur jedoch auch durch das Aufsammeln der ensprechenden Mütze gewechselt werden. Um die verstreuten Kopfbedeckungen zu finden, könnt ihr einfach einen Blick auf die Karte werfen, die auf dem Touch-Screen eingeblendet wird.
Ihr habt euch eben übrigens nicht verlesen: In Super Mario 64 DS warten diesmal insgesamt 150 Sterne auf euch, also 30 mehr als im Vorgänger. Diese neuen Sterne sind auf die 15 bekannten Welten verteilt und müssen dort mit Hilfe der oben genannten Fertigkeiten gefunden werden.
Wer Abwechslung von der Suche nach den Sternen braucht, wird im Rec-Room fündig, in dem ihr euch mit zunächst acht Minispielen die Zeit vertreiben könnt. Mit dem Einfangen von Hasen im Hauptmodus lassen diese sich auf an die 30 Games aufstocken. Ob Memory in Luigis Casino, Puzzlespiele mit Yoshi oder auch Bob-Ombs-Schießen mit Wario: Alle Minispiele unterscheiden sich stark von einander, unterstützen den Touchscreen vorbildlich und sind unglaublich fesselnd.
Obwohl dabei leider auf eine Unterstützung des Mikrofons wie in Wario Ware Touched! verzichtet wurde, kann man aufgrund der Masse und des Abwechslungsreichtums schon mehr von einem Spiel im Spiel sprechen als von einem bloßen Goodie. Dank der eingebauten WLAN-Funktion des DS ist es außerdem möglich, mit bis zu vier Spielern gleichzeitig Sterne zu sammeln, auch wenn nur ein Modul zur Verfügung steht. Hierfür müssen eure Kumpels sich die Arenen lediglich via Bluetooth von euch downloaden und die hitzige Sternenjagd kann beginnen.
Keine hässlichen Kanten mehr
Super Mario 64 war grafisch sicherlich nicht unbedingt ein Highlight, weshalb ich zu Beginn zugegebenermaßen ein wenig skeptisch war, ob das Spiel optisch mit heutigen Standards mithalten kann. Doch nicht nur in spielerischer Hinsicht hat Nintendo den Klassiker aufgewertet, auch die Grafik wurde glücklicherweise einer Schönheitsoperation unterzogen und stark überarbeitet.
Störende Kanten wurden geglättet, die Texturen sind abwechslungsreicher und der berüchtigte Nebel des Vorgängers ist weiter in die Ferne gerückt, so dass man eine bessere Weitsicht hat als zuvor. Das Bild auf dem kleinen Display ist angenehm scharf und flüssig. Auch in puncto Sound ist alles im grünen Bereich, die für Super Mario typischen Melodien tönen zum ersten Mal in Stereo aus einem Handheld.
Die Steuerung von Mario und seinen Freunden via Steuerkreuz ist eher schwierig und wenig komfortabel, so dass man am besten gleich den Touch-Screen des DS dafür benutzt. Sucht euch im Menü einfach eine der drei Steuerungsvarianten aus, sogar an Linkshänder wurde dabei gedacht. Diese können Mario und Konsorten bequem mit dem Thumb-Pad die Laufrichtung angeben, während das Steuerkreuz die Funktionen der normalen Actionbuttons übernimmt. Natürlich dauert es eine gewisse Zeit, bis man seine Helden so präzise im Griff hat wie seinerzeit auf dem N64 per Analogstick, aber mit ein wenig Übung gewöhnt man sich schließlich doch an den Touch-Screen, an dessen Rand ihr bis dahin jedoch unter Umständen einige Male stoßen werdet.
Super Mario 64 DS im Test.
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