Gesamtwertung64%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Sie ist die bekannteste Videospielheldin aller Zeiten, sie ist Archäologin und hat einen Hang zu besonders brenzligen Situationen. Mit Tomb Raider: Legend erscheint nun das erste Lara Croft-Spiel für Nintendos erfolgreichen Handheld. Im neuen Abenteuer ist Laras Auftrag nicht mehr und nicht weniger, als das Geheimnis um die mächtigste Waffe der Welt zu lüften. Macht die hübsche Abenteurerin auch auf einer portablen Konsole eine gute Figur? Wie effektiv werden die Features des Nintendo DS genutzt?
Mit Croft-Tours um die Welt
Ihr Abenteuer führt Lady Croft in die entlegensten Orte dieser Welt. Von Bolivien über Kasachstan bis Nepal lässt die Dame kaum einen Winkel der Erde aus. Ziel ihrer Suche sind die Splitter eines mysteriösen Schwertes. Das Abenteuer erlebt man in einer Mischung aus einer zwei- und einer dreidimensionalen Spielwelt. Zwar sind die Umgebungen stets dreidimensionale Level, doch ist der Bewegungsbereich der Heldin stark begrenzt. Größtenteils bewegt sie sich folglich als befände sie sich auf Schienen.
Serientypisch dürfen auch zahlreiche Hüpf- und Schießeinlagen in der DS-Umsetzung nicht fehlen. Letztere weichen in ihrer Steuerung jedoch von den bekannten Schießereien ab. Sobald ein Gegner per Knopfdruck unter Beschuss gerät, wird dieser auf dem Touchscreen in einer 2D-Ansicht dargestellt.
Je weiter er noch entfernt ist, desto größer wird der Bösewicht abgebildet. Nun ist es möglich die Schüsse per Druck auf den Bildschirm abzugeben, wodurch das Zielen äußerst leicht fällt. Einzig bei Kämpfen gegen Raubkatzen oder ähnliches muss man sich wohl oder übel auf sein Glück verlassen. Hier wird die neue Art zu zielen nicht angeboten. Die Passagen, in denen Geschick gefragt ist, haben ein unangenehmes Manko. Da Lara nur zweidimensional dargestellt wird, sind zielgenaue Sprünge stellenweise unnötig schwer.
Ein etwas anderer Schusswechsel
Während des Spielverlaufs findet Lara vereinzelt bronzene, silberne und goldene Artefakte. Diese können unter dem Menüpunkt Extras gegen Minispiele, Cheats, Videossequenzen und Grafiken getauscht werden. Bei dem Fund der Artefakte kommt gelegentlich das Mikrofon zum Einsatz. So gilt es, die Fundstücke durch Pusten vom lästigen Sand zu befreien. Außerdem ist Frau Croft in der Lage, Waffen und Erste-Hilfe-Pakete von ihren Gegnern an sich zu nehmen. Viel Abwechslung hinsichtlich der Waffen bietet Tomb Raider: Legend jedoch nicht. Neben den typischen Pistolen stehen nur noch ein Maschinengewehr, eine Schrotflinte und Granaten zur Verfügung. Das Inventar wird dabei auf dem Touchscreen dargestellt, so dass die Waffen direkt darüber zu wechseln sind. Hin und wieder lockern Spritztouren mit dem Motorrad den Ablauf auf.
Diese Abschnitte sind relativ simpel und kurzweilig gehalten. Das Spiel speichert im Übrigen selbstständig an festgelegten Kontrollpunkten. Sollte Lara einmal umkommen, wird sie an den letzten erreichten Punkt zurückgesetzt.
Lara- Kurvenreich und doch flach
Aus optischer Sicht handelt es sich bei diesem Tomb Raider-Spiel um ein zweischneidiges Schwert. Während die Umgebungen meist ansehnlich gestaltet sind, wirken die flachen Charaktere unpassend und hässlich.
Die Bewegungsabläufe der Gegner sind zudem unsauber. Auch wenn Lara mit vergleichsweise geschmeidigen Animationen glänzen kann, fügt sie sich, wie auch die anderen 2D-Objekte, nicht in das Gesamtbild ein. Klangtechnisch steht Tomb Raider: Legend besser da. Die Hintergrundmusik untermalt die Atmosphäre angemessen und orientiert sich thematisch an den unterschiedlichen Levels.
Dabei bleibt der Soundtrack stets unaufdringlich. Die Soundeffekte sind qualitativ gesehen eher mittelprächtig. Sie lassen vor allem ein wenig Abwechslung vermissen. Hervorzuheben sind die Videosequenzen zwischen den Levels. Diese bestechen nicht nur durch eine gute Bildqualität, sondern auch durch eine gelungene Sprachausgabe.