Gesamtwertung90%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Nicht, dass PAL-Spieler mit Strategie-Titeln zuhauf versorgt würden eine Interessenverschiebung der Spiele-Produzenten und -Konsumenten ist dennoch deutlich geworden, das Genre ist gerade auf Handhelds populärer denn je.
So ließen sich die Entwickler bei Intelligent Systems denn auch nicht lange bitten und machten sich mit Elan an den Nachfolger zum von Kritikern und Spielern gleichermaßen geliebten Advance Wars.
Der seit WarCraft poulären Echtzeit-Strategie setzt Advance Wars 2: Black Hole Rising wie schon sein Vorgänger rundenbasierte Kämpfe entgegen und punktet dadurch an Übersicht und Spielbarkeit auf dem GameBoy Advance. Hektisches Gewusel und Steuerungsprobleme wurden vermieden.
Das Spielprinzip ist simpel, die taktischen Möglichkeiten aber komplex:Zwei oder mehr Parteien tragen Gefechte auf Geländekarten aus und bedienen sich dabei verschiedenster Einheiten und Gebäude-Typen. Die Kampfeinheiten unterscheiden sich neben ihrer Feuerkraft auch in Funktion, Reichweite, Geländetauglichkeit und sogar dem Spritverbrauch.
Es gibt Fernwaffen, die auf kurze Distanz nicht einzusetzen sind, Bomber, die nur Bodeneinheiten schaden oder Jäger, die nur Flugeinheiten angreifen können.Truppentransporter wiederum können Infanterie oder Mechs transportieren und Panzer mit Rationen versorgen, während der Kreuzer bis zu zwei Hubschrauber aufnehmen kann. Der Bau von Einheiten kann in Fabrikgebäuden, Flughäfen und Häfen gegen Geld in Auftrag gegeben werden, welches der Spieler täglich von seinen eingenommenen Städten erhält.
Neben diesen konventionellen Handlungsmöglichkeiten bietet Advance Wars 2 jedoch einige Besonderheiten, die den Strategenalltag auffrischen. Die Kampfkraft von Einheiten ist zum Beispiel direkt abhängig von ihrer Lebensenergie, weshalb angeschlagene Truppen auch bei Initiative dem Erstschlag bei einem Gefecht, der stärkere Schäden verursacht als die folgende Verteidigung des Gegners - nichts gegen frisch gestärkte Gegner ausrichten können. Sind zwei Einheiten des gleichen Typs stark angeschlagen, können diese fusionieren und eine neue Einheit mit addierten Lebenspunkten bilden.
Im Gegensatz zum Vorgänger, haben die kommandierenden Offiziere, kurz: KO, in deren Rolle der Spieler schlüpft, nun jeweils über zwei Gaben verfügen. Ist die Stern-Leiste am oberen Rand des Bildschirms voll, diese füllt sich mit der Zeit von selbst, kann man eine Gabe einsetzen und profitiert somit je nach KO von Stärkung der Einheiten, Geldsegen oder Ähnlichem.Die verschiedenen Missionen der Kampagne sind nicht alle nach ein und dem selben Schema gestrickt, sondern bieten spaßige und abwechslungsreiche Gefechte. Mal muss ein Labor eingenommen werden, um geheime Pläne des Gegners zu stehlen, mal eine neue stationäre Geheimwaffe zerstört oder ein Hinterhalt umgangen werden.
Der Abwechslung kommen besonders die verschiedenen Terrains zugute. Im Wald versteckte Einheiten sieht der Gegner zum Beispiel erst bei direktem Kontakt, während die Sichtweite der Bodentruppen auf bergigem Gelände größer ist als in der Ebene. Der Nebel des Krieges, und die daraus resultierende eingeschränkte Sichtweite in unbekanntem Gebiet, kann vom Spieler effektiv als strategisches Mittel genutzt werden.
Die Story hinter der verharmlosten Kriegsthematik gibt sich wenig komplex. Die böse Black Hole Army versucht aus purer, gerne unter dem Deckmantel der Machtgier versteckter, Irrationalität die vier anderen kunterbunten Kontinente Orange Star, Blue Moon, Yellow Comet und Green Earth zu okkupieren. Zuerst schlüpft der geneigte Hobby-Stratege dabei in die Haut der KOs der Orange Star Army und versucht im Kampagnen Modus die verschiedenen Regionen seiner Heimat und später der anderen Kontinente von gegnerischen KOs zu befreien. Letztere hören in der deutschen Version auf so plakative, boshaftig und barbarisch wirkende Namen wie Helmut oder Kat.
Von dunkleren Haaren und Kleidung abgesehen unterscheiden sich die meisten dieser aber nicht großartig von ihren guten Ebenbildern und wirken mindestens ebenso knuddelig. Dem Genre neue Spieler werden im Kampagnen-Modus hervorragend in das Spielsystem und die wichtigsten strategischen Grundsätze der KO-Daseins eingeführt, wobei zu Anfang mit jeder neuen Mission auch neue Einheiten oder Gebäudetypen vorgestellt werden.
Neben der umfangreichen Kampagne, die bereits Dutzende und Aberdutzende von Stunden verschlingt, spendierte Nintendo dem Zocker eine ganze Reihe weiterer Spielmodi und Features. Im Kriegsgebiet zum Beispiel kann man Szenarien gegen den Computer spielen und die Highscores speichern, im Geländepläne-Shop neue Maps kaufen oder unter Arrangement eine eigene Karte erstellen. Einmal gespeichert, nutzt man diese im Kampf-Modus, welcher auch alle anderen Karten und Mehrspieler-Duelle bietet.
Der Mehrspieler-Modus bildet neben der Kampagne das zweite Kernstück des Titels. Ob zwei, drei oder vier Spieler, ob ein Modul, mehrere oder gar nur ein GameBoy Advance dank rundenbasierter Kämpfe kann man den GBA einfach nach dem Zug zum nächsten Spieler weiterreichen. Bündnisse mit Computer-Gegnern oder Mitspielern sind auf einem GBA ebenso möglich wie auf vier Geräten samt Modulen. Dank dieses Features und der optimalen Spielbarkeit ist Advance Wars 2: Black Hole Rising eine der absoluten Mehrspieler-Granaten auf Nintendos Handheld.
Grafisch gibt sich Advance Wars 2: Black Hole Rising ähnlich wie sein Vorgänger. Zweckmäßig, aber durchaus hübsch anzusehen, kommandiert und erstellt man Einheiten auf dem Geländeschirm, während Kämpfe in einem separaten Kampfschirm ausgetragen werden. Die verschiedenen Einheiten der verschiedenen Kontinente sind allesamt gut designt und die Charaktere recht schön gezeichnet. Einen besonders guten Eindruck macht die stilsichere Präsentation. Sei es das sehr ansprechende Intro, die Textboxen oder die Auswertung der Gefechte. Alles wirkt wie aus einem Guss, was sich auch auf den Sound bezieht.
Einfache Melodien mit netten Gitarrenriffs wechseln sich mit Märschen ab und gemütliche, einprägsame Hintergrundmusik lässt den Spieler nie vergessen, dass der Krieg doch nur im heimischen Wohnzimmer stattfindet. Die Musik vermittelt, so ordentlich sie auch sein mag, nicht den Flair Flair eines erbitterten Krieges, sondern wirkt harmlos und gemütlich. Gleiches gilt für die übrige Präsentation, die kindgerecht daherkommt.
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