DRIV3R

Review
Plattform
Nintendo Game Boy Advance
Vertrieb
Atari
Entwickler
Reflections Interactive
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
12
DRIV3R [GBA , looki.de]

Gesamtwertung

47%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Mangelhaft

DRIV3R

Ich bin cool. Nicht, dass das etwas Neues währe, erwähnt haben möchte ich es aber dennoch. Ich bin Undercover-Cop Tanner und soll mich in die Unterwelt von Miami einschleusen, um am Ende erschossen zu werden. Das erfahre ich zum Glück bereits im Intro der Gameboy Advance-Umsetzung des Konsolen-„Hits“ Driv3r, was die Motivation natürlich sofort ins Unermessliche hebt.

Das Spiel erzählt die Handlung in Form von bildbasierten Cutscenes mit Textüberlagerungen die, sicher der schlechten Optik wegen, einfach nur Screencaps aus den FMV-Sequenzen der Xbox/PS2-Fassung sind. Ingame wird die Handlung durch Dialoge mit Auftraggebern und Informanten weitergebracht. Als GTA-Klon lässt es sich Driv3r nicht nehmen, auch die eine oder andere Schießerei zu inszenieren. Aber Moment – warum muss ich eigentlich ständig durch die Straßen rennen, warum ist der Name nicht Programm, und warum ist die Grafikengine so voller Fehler, dass sich Hauswände zu einem interplanetarischen Nexus verziehen, wenn ich nahe daran vorbei laufe oder fahre?

Gut, man wollte sicher innovativ sein und hat sich deshalb auch etwas ganz besonderes für die Kollisionsabfrage im Spiel einfallen lassen und somit auch nahezu ein neues Genre geschaffen: die Autorenn-Action-Flipper-Simulation

Nehmen wir an ich entkomme dem Häuserwandnexus und verfolge mit meinem Sportwagen jemanden und will einen Busch überfahren. Der Flüchtling legt ein Affentempo vor, brettert durch die Vorgärten der US-Metropole. Ich hinterher… und pralle wie eine Pinballkugel vom Busch ab und werde meterweit nach hinten geschleudert.

Gut, kann vorkommen, wenn Mann sein Grünzeug mit Beton gießt. Ich hole wieder langsam auf und fahre elegant im Windschatten, als dieser volles Rohr durch zwei Kleinlaster fährt. „Durch…?“ frage ich mich, als ich mit einem lauten *boiiing* meterweit nach hinten gegen eine Straßenlaterne geschleudert werde, von dieser elegant auf einen Sportwagen pralle, welcher mich, immer noch rückwärts fahrend, gegen einen Baum befördert. Die vier Fußgänger überrolle ich ohne Gegenwehr.

Solche Situationen passieren permanent, was die Motivation natürlich nicht besonders steigert. Nach minutenlanger Verfolgungsjagd, die durch die grandiose Sichtweite von zehn Metern ohnehin schon schwer genug ist, prallt man im letzten Moment gegen irgendein Objekt und hat verloren. Gut, mit einer derartigen Kollisionsabfrage könnte man sich abfinden. Nicht jedoch mit den Programmierfehlern. Nichts ist ärgerlicher, als an einem Zaun hängen zu bleiben, dessen Ränder von der Grafikengine nicht richtig gezeichnet wurden, und damit das komplette Level wiederholen zu müssen.

Zumindest etwas Abwechslung kann das Spiel bieten: Neben den klassischen Verfolgungsjagden gibt es kurzweilige Minispiele wie Slalom, Checkpoint, Trailblazer und Destruction zu absolvieren. Auch das Missionsdesign und die Levelgestaltung sind nicht unbedingt misslungen. Schade nur, dass alle guten Ansätze durch das frustrierende Gameplay zunichte gemacht werden.

Soundtechnisch bietet Driv3r solide Hausmannskost die sich allerdings schnell wiederholt. Die Bemühungen der Entwickler, jedem Auto einen eignen Sound zu verleihen, lässt zwar manch ein Vehikel wie einen Mulinex Küchenmixer klingen, vermittelt jedoch ein angenehmes Gefühl der Abwechslung.

Fazit

Die hohen Erwartungen, die der Name des Titels mit sich bringt, kann Publisher Atari leider nicht erfüllen. Nervige zu-Fuß-Missionen, die spektakuläre Kollisionsabfrage sowie zahlreiche Grafikbugs hätten einen Namen wie „Luck0r“, nicht Driv3r vermuten lassen. Denn wie sagt schon der Text auf der Packung: „das Spiel heißt 'Driv3r' und der Name verpflichtet.“

DRIV3R [GBA , looki.de]

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