Gesamtwertung71%/10 |
GrafikBefriedigend SoundAusreichend |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Immer mehr Sammelkartenspiele zu diversen Animeserien überfluten den Markt. Die Palette reicht von One Piece über Yu-Gi-Oh bis hin zu Duel Masters. Letzteres stammt aus der Spieleschmiede Wizards of the Coast, die auch für den renommierten Urvater der Sammelkartenspiele Magic verantwortlich ist. Damit aber nicht genug, denn auch der Videospielmarkt bleibt nicht verschont. So erscheint jetzt mit Duel Masters: Shadow of the Code bereits die dritte Umsetzung des beliebten Kartenspiels für den Gameboy Advance.
Der Hauptcharakter ist ein aufstrebender Stern am Duellanten-Himmel, darum ist es auch nicht verwunderlich, dass er soeben ein großes, lokales Turnier gewonnen hat. Zur Belohnung erhält er neben Ruhm, etwas Geld und einigen Karten auch einen so genannten Gizmo. Der Gizmo ist ein tragbares Gerät, dass im eigentlichen Spiel als Optionsmenü fungiert. Doch schon bald nach dem Turnier verschwindet sein Freund Shobu auf mysteriöse Art und Weise. Nur einige fragmenthafte Emails geben Hinweise zu Shobus Verbleib.
Nachdem der Hauptcharakter benannt und ein Schwierigkeitsgrad gewählt wurde, ist es an der Zeit, sich seinem Deck zu widmen. Mit einem gewissen Startkapital kann man sich nun sein Deck selbst zusammenstellen. Wer darauf keine Lust hat oder neu in der Welt von Duel Masters ist, hat stattdessen die Möglichkeit, sich für eines von fünf vorgefertigten Decks zu entscheiden. Ist das geschehen, geht es auch schon los. Abgesehen von den Kämpfen wird das gesamte Geschehen aus der Vogelperspektive dargestellt. Über den Startknopf wird der Gizmo, das Optionsmenü, aufgerufen. Hier bieten sich dem Spieler eine Vielzahl an Möglichkeiten. Neben den obligatorischen Spieleinstellungen, der Möglichkeit zum Speichern und der Deckverwaltung kann man hier auch kleine Minispiele spielen oder sich detailliertere Ausführungen zu den Regeln durchlesen. Eines der Minispiele ist schon von Anfang an eingespeichert, die anderen vier müssen erst erspielt werden. Die Deckverwaltung ist sehr komfortabel. Die Karten lassen sich nach fast allen Kriterien sortieren, sodass man immer den Überblick über seine Sammlung behält. Außerdem bietet sich die Möglichkeit, ein Zweitdeck zu konzipieren und zu speichern. Bewegt wird der Charakter über das Steuerkreuz, wobei er bei gedrücktem B-Knopf rennt. Das kürzt die ohnehin schon kurzen Wegstrecken weiter ab. Alle Personen auf die man im Spielverlauf trifft kann man per Druck auf den A-Knopf ansprechen, zu einem Duell herausfordern oder mit ihnen um Karten spielen. Das Spiel um Karten ist jedoch immer an gewisse Bedingungen geknüpft. So bekommt man zum Beispiel ein Deck des Gegners zugeteilt oder muss sich ein Deck zusammenstellen, in dem gewisse Kartentypen nicht enthalten sein dürfen. Die meisten Personen im Spiel spielen unter diesen Bedingungen bereitwillig um ihre Karten. Damit man da nicht die Übersicht verliert, protokolliert ein weiterer Charakter, wo er welche Karten bekommen hat. Falls man eine gewisse Karte sucht, kann man sich einfach an ihn wenden. Das macht das gezielte Kartensammeln erheblich einfacher. Über die Stadt sind auch diverse Kartenläden verteilt. Dort besteht nicht nur die Möglichkeit, sich Karten zu kaufen sondern auch an kleineren Turnieren teilzunehmen. Bei diesen Tunieren gibt es so genannte Hausregeln, die gewisse Vorgaben bezüglich der Decks der Teilnehmer machen. Diese Hausregeln müssen nicht zwingend erfüllt werden, aber wer diese Regeln einhält, bekommt als Sieger des Turniers auch einen größeren Gewinn.
Um im Spiel voranschreiten zu können, müssen diese Tuniere dennoch früher oder später mit mindestens einer Hausregel gewonnen werden. Das klingt zunächst hemmend, ist aber durchaus sinnvoll. So wird vermieden, dass das Spiel mit einem einzigen, gut funktionierenden Deck bewältigt werden kann. So gut das Prinzip des Sammelkartenspiels auch umgesetzt ist, die Story ist etwas mager. So kämpft man sich stundenlang durch diverse Tuniere und lernt den geheimnisvollen Kaijudo-Code durch ein paar Gespräche oder Duelle. Gerade wenn man das Gefühl hat, dass etwas Abwechslung ins Spiel kommt, überstürzen sich die Ereignisse und das Spiel endet plötzlich. Wäre der Storymodus nicht so einseitig auf die Duelle ausgelegt, wäre die schwache Story sicher zuverkraften gewesen. Dafür lässt sich am gigantischen Kartenumfang nicht rütteln. Alle 600 Karten der ersten acht Editionen des Kartenspiels sind enthalten, darunter auch die superseltenen Karten. Da bleibt kein Auge trocken. Zumal man selbst nach Abschluss der Story weiter Karten sammeln kann.
Die Steuerung geht nach kurzer Zeit locker von der Hand. Im Notfall helfen Hinweise auf dem Spielbildschirm bei der richtigen Wahl der Knöpfe. Die Grafik ist eher mittelmäßig. Die Umgebungen und Charaktere sind zwar nett gestaltet, doch der Kampfbildschirm ist arg trist. Das macht sich besonders stark bemerkbar, da man einen Großteil der Spielzeit eben auf diesem Bildschirm verbringt. Auch die Kampfanimationen lassen zu wünschen übrig. Titel wie Golden Sun oder Pokémon zeigen wie es besser geht. Trotzdem bleibt das Spiel stimmungsvoll. Die musikalische Untermalung ist zwar angemessen, bietet jedoch kaum Abwechslung. Nach einigen Stunden kennt man die Musik und diverse Sounds auswendig. Das kratzt schon etwas an der Motivation.
Mach Dir einen Namen im Dark Orbit. Allein oder mit Verbündeten wagst Du Dich in weit entfernte Sternen- systeme vor und kämpfst um 10.000 € zum Spiel...
Duel Masters: Shadow of the Code im Test.
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