Dynasty Warriors Advance
Bewunderern der asiatischen Kampfkunst ist der Name Dynasty Warriors sicherlich ein Begriff. Auch in Dynasty Warriors Advance treffen Tonfas auf Schwerter, denn im Reich der Mitte herrscht Krieg.
Die Königreiche Shu, Wei und Wu kämpfen um die Vorherrschaft im altertümlichen China. Zu diesem Zweck entsendet jede der drei Fraktionen ihre besten Offiziere. Der Spieler schlüpft in die Rolle einer dieser Offiziere und ist somit ausschlaggebend am Kampfgeschehen beteiligt. Doch zunächst muss Freund von Feind unterschieden werden, denn obwohl die Storyline offensichtlich sehr einfach gestrickt ist, kann es im Detail immer wieder zu Verständnisproblemen kommen. Wer kann schon von sich behaupten, dass er diverse chinesische Namen fehlerfrei unterscheiden kann? Diejenigen, die nun nicht zweifelsfrei 'Ich!' sagen können, müssen jedoch nicht zurückschrecken. Die Hintergrundgeschichte ist in Dynasty Warriors Advance sowieso eher sekundär.
So schnell ist Kampfkunst erlernbar!
Ebenso simpel wie die Story ist auch die Steuerung im Kampf. Der Offizier wird mit dem Steuerkreuz aus der Vogelperspektive über das Schlachtfeld manövriert, während er durch Druck auf den B-Knopf einen Schlag ausführt. Ein wiederholter Druck des Knopfes resultiert in einer Schlagkombo. Über den A-Knopf werden die so genannten Sturmangriffe ausgelöst. Es gibt vier unterschiedliche Sturmangriffe namens 'Überfall', 'Verwirren', 'Fortgesetzte Attacke' und 'Distanz'. Welche der vier Spezialattacken ausgeführt wird, hängt davon ab, wie oft der B-Knopf zuvor gedrückt wurde. Der 'Überfall' ist eine schnelle Attacke, die gut gegen weit entfernte Gegner eingesetzt werden kann. Das 'Verwirren' betäubt die getroffenen Gegner zwischenzeitlich. Die 'Fortgesetzte Attacke' löst eine Vielzahl an Schlägen aus, während der 'Distanz'-Angriff schließlich die nahen Gegner zurückwirft. Durch erfolgreiche Treffer werden zudem zwei Anzeigen am unteren Bildschirmrand gefüllt. Ist die Musou-Anzeige gefüllt, so kann eine weitere Spezialattacke namens 'Musou-Angriff' gestartet werden. Während dieser Attacke kann der Held nicht verwundet werden und teilt mächtig aus. Ist hingegen die Fähigkeitenanzeige komplett aufgeladen, kann über die rechte Schultertaste eine der Fähigkeiten des Spielers gestärkt werden. Das führt zum Beispiel zu stärkeren Sturmangriffen oder einer schnelleren Bewegung. Zu guter Letzt kann sich der Offizier natürlich auch verteidigen. Die entsprechende Stellung nimmt er ein, solange die linke Schultertaste gedrückt ist.
Die Vereinigung des chinesischen Reiches im Zeitraffer!
Dynasty Warriors Advance bietet für jedes der drei Reiche eine eigene Kampagne. Hat man sich für eines dieser Reiche entschieden, stehen drei Offiziere des Königreiches zur Auswahl. Diese unterscheiden sich in diversen Attributen, wie zum Beispiel Bewegungsgeschwindigkeit, Angriffskraft oder Verteidigung. Ist die Wahl auf einen der Kandidaten gefallen, beginnt die Einführung in die erste Mission. Die Story wird vor jeder Mission in reiner Textform erzählt. Schade, dass es weder Zwischensequenzen noch Videos zu bewundern gibt. Nach dem kurzen Abriss der Geschichte erscheint ein Lagebildschirm samt Übersichtskarte. Hier können die Missionziele und Informationen zu den am Kampf beteiligten Einheiten abgerufen werden. Die Missionziele beschränken sich jedoch größtenteils auf das Eliminieren gegnerischer Offiziere. Außerdem lassen sich die Fähigkeiten des Helden einsehen und gegebenenfalls die ausgerüstete Waffe ändern. Sobald der Kampf beginnt, wird eine Schlachtkarte angezeigt. Diese Karte ist in einzelne Felder unterteilt und jede Einheit kann sich in der Regel pro Runde um ein Feld fortbewegen. Treffen zwei Offiziere oder Trupps aufeinander, kommt es zum Kampf und der Kampfbildschirm erscheint. Die Gegner greifen in mehreren Wellen mit jeweils fünf Mann an, bis der gesamte Trupp aufgerieben oder der Held gefallen ist.
Ist ein besonderer Offizier im gegnerischen Trupp enthalten, greift dieser in den meisten Fällen mit der letzten Welle an. Dieses Wellenprinzip ist anfangs recht sinnvoll, da Anfänger somit nicht direkt überfordert werden. Warum kann man es aber im späteren Spielverlauf nicht auch mit mehr als nur fünf Gegnern gleichzeitig aufnehmen? Das würde die Kämpfe abwechslungsreicher und vor allem anspruchsvoller gestalten. Gerade die normalen Soldaten können immer mit der selben Taktik besiegt werden. Immerhin besteht die Möglichkeit, sich durch schnelles kämpfen einen kleinen Vorteil zu verschaffen. Während des Kampfes läuft nämlich ein Timer. Schafft man es, alle Gegner zu vernichten, bevor der Timer das erste Mal abläuft, erhält man einen Extra-Zug auf der Schlachtkarte. Läuft der Timer bereits das zweite Mal, wenn der Trupp eliminiert wird, so endet der Zug normal.
Wenn der Spieler es jedoch nicht schafft, die Gegner vor Ablauf der Zeit zu zerstören, so muss er eine Runde aussetzen. Während des Schlachtverlaufes kommt es immer wieder zu kleineren Wendungen, die von den Charakteren in Textform kommentiert werden. So kommt es dazu, dass Brand gelegt wird, Pässe versperrt werden und Truppen des Öfteren in Hinterhalte geraten. Damit derartige Wendungen nicht dazu führen, dass eine Mission wiederholt werden muss, kann man das Spielgeschehen erfreulicherweise in jedem Zug abspeichern. Dennoch ist eine Kampagne recht schnell beendet und somit im Regelfall ein neuer Offizier freigespielt worden.
Uninteressante Spielereien für Kriegshelden
Neben dem Kampagnenmodus bietet Dynasty Warriors Advance außerdem ein 'Freies Spiel' und den 'Herausforderungsmodus'. Im 'Freien Spiel können lediglich bereits in der Kampagne bestrittene Missionen erneut gespielt werden, während im 'Herausforderungsmodus das reine Kämpfen im Vordergrund steht. Hier hat man die Auswahl zwischen drei verschiedenen Einstellungen. Im Kampfmodus 'Ausdauer' gilt es möglichst viele Gegner zu bezwingen, bevor die Lebensenergie auf Null sinkt. Im 'Zeitspiel' muss man möglichst schnell 100 Gegner besiegen. Beim 'Glücksspiel' schließlich hinterlassen die bezwungenen Gegner Schatztruhen. Nur wenn man die richtige Truhe auswählt, darf man das Spiel fortsetzen. Da die Kämpfe jedoch schnell sehr eintönig werden, dürfte der größte Reiz wohl von den Kampagnen ausgehen.
Dynasty Warrior Advance ist ganz nett anzusehen. Doch obwohl die Animationen recht flüssig sind und das Spiel gut ausschaut, begeistert die Grafik nicht besonders. Gerade bei den Spezialattacken wären richtige Spezialeffekte wünschenswert gewesen. Außerdem ist fraglich, ob der leicht niedliche Grafikstil zu den knallharten Kämpfern passt. Der Soundtrack ist zwar ordentlich, doch passt er mit seinen rockigen Klägen nicht wirklich zur Atmosphäre des Spiels. Die Soundeffekte an sich sind nett, jedoch sehr eintönig. Leider fügen sich die Teilaspekte zu keinem wirklich stimmigen Ganzen zusammen.
Fazit
Wer auf der Suche nach kurzweiligen und sehr einfachen Kampforgien ist, wird mit Dynasty Warriors Advance sicherlich bedient. Alle die, die sich ein komplexes Kampfsystem, tolle Spezialeffekte und abwechslungsreiche Kämpfe versprechen, dürften mehr als enttäuscht sein. Damit ist nicht gesagt, dass Dynasty Warriors Advance schlecht sei, es wird nur nicht den Erwartungen gerecht, die man womöglich mit dem Seriennamen verbindet. Für den kurzen Zeitvertreib ist dieses Spiel jedenfalls keine schlechte Wahl.
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