Gesamtwertung55%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungBefriedigend |
Umsetzungen von Super Nintendo Klassikern auf den Gameboy Advance sind eine willkommene Einnahmequelle der Publisher. Wenn das Spiel dazu noch gelungen ist, profitierten die Spieler, als auch der Hersteller. Earthworm Jim 2 könnte durchaus so ein Spiel sein, denn auf dem Super Nintendo hatte man mit dem Wurm eine Menge Spaß. Ob das Spiel auf dem Gameboy Advance sein Flair behalten hat, könnt Ihr in unserem Test nachlesen.
Von der Theorie in die Praxis
Nachdem der Gameboy Advance nun mittlerweile über ein Jahr auf dem Markt ist, hat er wohl den meisten Leuten, die auf ihm gespielt haben bewiesen, dass er deutlich leistungsfähiger ist, als das Super Nintendo je war. Selbst Spiele der ersten Generation, wie Mario Kart und Castlevania: Circle of the Moon zeigen, dass auf dem Gameboy Advance technisch bessere Spiele möglich sind als noch vor einem Jahrzehnt. Und Nintendos Handheld hat beispielsweise mit Yoshis Island oder Breath of Fire 2 auch bewiesen, dass er das Flair der 16-bit Konsole sehr gut einzufangen vermag.
Für das, vor zehn Jahren erschienene Spiel ging Shiny damals designtechnisch einen gänzlich unkonventionellen Weg. Heraus kam das vielleicht abgedrehteste Spiel, das jemals geschaffen wurde. So steuerte man Jim beispielsweise durch den Planeten aus Fleisch oder nahm an Gameshows teil, die man nur mit falschen Antworten gewinnen konnte. Jede Szene wurde von der Darauffolgenden an Verrücktheit übertroffen. Hinzu kamen vollkommen abgedrehte Gegner, wie fliegende Pinguine oder Ameisen, die Babys umhertrugen.
Jim durchquert diese verrückten Schauplätze, wobei er von Plattform zu Plattform hüpft, Gegner mit seiner Waffe erschießt oder sie mit sich selbst als Peitsche erschlägt. Er kann sich an Abgründen hinaufziehen, sich tarzangleich schwingen oder kann mit dem eingebauten Fallschirm in Sicherheit gleiten.
Die Levels benötigen dabei einiges an Geschick und Überlegung. So muss man beispielsweise eine Kuhherde von der Weide in den Stall tragen und gleichzeitig aufpassen, dass die Kühe nicht von Aliens entführt werden. Earthworm Jim 2 bietet definitiv einige originelle Ideen. Bei einer guten Umsetzung ist Earthworm Jim2 ein gutes Spiel. Es gab gelungene Portierungen für das Megadrive oder den Saturn, die das bewiesen haben. Die Entwickler hatten also einiges an Anschauungsmaterial, um Earthworm Jim 2 würdig zu portieren. Wie gesagt, man hätte, bei einer 1:1 Umsetzung, aus Earthworm Jim 2 bestimmt ein gutes Spiel machen können.
Hat man aber leider nicht! Die Entwickler haben etliche gravierende Fehler in das Spiel eingebaut. Das es kein Batteriespeichersystem gibt, ist bei solch lieblosen Umsetzungen ja bereits Standard, sollte allerdings nicht einfach immer wieder von den Kunden akzeptiert werden.
Sinnvoller wäre es auch gewesen die Passwörter kürzer und aussagekräftiger zu halten, so dass man es sich auch einmal merken könnte und nicht immer notieren muss. Man kann auch davon ausgehen, dass Earthworm Jim 2 keine Qualitätskontrolle durchlaufen hat, denn dann wäre aufgefallen, dass die Steuerung wenig mit dem Original gemein hat.
Die Sprunggeschwindigkeit wurde von den Entwicklern so verändert, dass es Schwierigkeiten bereitet, Jim exakt zu kontrollieren, was dazu führt, dass es kaum möglich ist, den Fallschirm in brenzligen Situationen, gezielt einzusetzen. Extrem schwierig ist es zudem, umherfliegende Gegner anzuvisieren, da diese meist schneller fliegen, als zielen möglich ist. Zu allem Überdruss werden bei der Standardwaffe die abgeschossenen Projektile nicht angezeigt, was zu planlosem Rummgeballere führt.
Das hat nichts mit einem gehobenen Schwierigkeitsgrad zu tun, sondern ist einfach eine unausgegorene Steuerung. Auch die Kollisionsabfrage ist nicht 100%ig geglückt, denn auch wenn man den Gegner garantiert nicht berührt hat oder eindeutig die Klippe erreicht hat, wird dem Spieler Lebensenergie abgezogen oder man stürzt in die Tiefe. Obwohl Earthworm Jim 2 bereits 10 Jahre alt ist, ist die Grafik durchaus annehmbar.
Jim selbst ist recht detailliert dargestellt worden und die Hintergründe sind auch abwechslungsreich. Leider ist aber die Bildschirmanzeige sehr dunkel ausgefallen. Auch wenn ihr im Optionsmenü die Helligkeit anpaßt, was an sich eine löbliche Funktion ist, werdet Ihr immer noch Schwierigkeiten haben, alles deutlich zu erkennen. Hauptmanko daran ist allerdings die Tatsache, dass die Hintergründe mit dem eigentlichen Level verschmelzen. Man verliert in den großen und nicht immer sinnvoll angeordneten Levels schnell die Übersicht.
Beim Sound gibt sich Earthworm Jim 2 zweischneidig. So wurde die, schon damals gute Musik, gelungen vom Original auf den Handheld gerettet, während die restlichen Soundeffekte, gänzlich misslungen sind. Das noch vom Super Nintendo bekannte Groovy ist leider nur mit sehr viel Fantasie zu verstehen und die nervigen Boing-Effekte, wenn Jim irgendwo dagegen springt, sind einfach nur schlecht.
Earthworm Jim 2 im Test.
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