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Alle Jahre wieder wird für Nachschub an der Game Boy-Front gesorgt. Nach dem Game Boy Advance und dem Nintendo DS erschien vor wenigen Wochen der Game Boy Micro, bei dem der Name sogar Programm ist.
Wer den GBA bereits für eine zu große Handheld-Konsole hält aber dennoch seiner Game Boy-Leidenschaft Befriedigung verschaffen will, für den hat Nintendo mit seinem neuesten Handheld-Ableger etwas passendes parat.
Denn der Game Boy Micro wirkt mit seinen 10cm breiten, 5cm hohen und 1,8cm tiefen Abmessungen im Vergleich zu anderen Handheld-Konsolen tatsächlich micro-klein und ist damit auch gerade mal so groß wie ein handelsübliches Handy. Nicht nur mit seinen Abmessungen erinnert der Game Boy Micro an einen iPod Nano, auch das auf Hochglanz getrimmte Äussere mag an Apples stylische Musikschleuder erinnern.
Das durchweg metallene Gehäuse ist erstaunlich kratzfest und die dem Spieler zugewandte Seite ähnlich wie bei der PSP mit einem Glanzlack überzogen, sodass diese mit einem Tuch einfach zu reinigen ist. Zum Trageschutz wurde eine Stofftasche dem Lieferumfang beigelegt. Für Individualisten erfreulich: Die Oberschale des Game Boy Micro lässt sich austauschen. Ein weiteres Gimmick sind die blau beleuchteten Start- und Select-Knöpfe. Nähert sich die bis zu zwölf Stunden währende Akkuleistung ihrem Ende, leuchten sie in einem kraftvollen Rot, sodass ein überraschendes Spielende verhindert wird.
Hält man als Erwachsener den Game Boy Micro das allererste Mal in der Hand, fragt man sich ernsthaft, ob man auf dem kleinen Ding überhaupt spielen kann. Das kleine 2-Zoll-Display wirkt winzig, geradezu verschwindend klein. Handy-Display-kompatibel eben. Nichtsdestotrotz ist der kleine Monitor hintergrundbeleuchtet und in der Helligkeit stufenverstellbar. Dank der Größe des Bildschirms wirken die Spiele auch gleich einen Schwung kontrastreicher und schärfer. Selbst Texte sind gut zu lesen, sofern es sich nicht um schnelle Fließtexte handelt, denn dann wirds fürs Auge schnell unscharf und damit unleserlich.
Die Steuerung des Game Boy Micro unterscheidet sich von der des Game Boy Advanced kaum. Die A- und B-Tasten sowie die beiden Schulter-Tasten sind selbst für erwachsene Hände gut zu erreichen, auch wenn man sich besonders bei den Schultertasten einen besseren Druckpunkt wünscht, da er nicht zentral sondern zur Mitte des Gerätes hin platziert wurde. Besitzer langer Finger werden sich daran höchstens ein wenig stören, ein Hindernis zum Spielen ist es jedoch nicht.
In Sachen Kompatibilität liefert der Game Boy Micro leider einen gehörigen Negativ-Punkt. So können auf dem Handheld nur Game Boy Advance-Titel gespielt werden, Klassiker aus den Ur-Game Boy und den Game Boy Color-Zeiten verweigern ihre Dienste. Ähnlich sieht es mit Zusatz-Hardware aus. So müssen sich Multiplayer-Interessierte eigens für den Game Boy Micro einen speziellen Wireless-Lan-Adapter oder aber ein Link-Kabel kaufen. Wer sich mit Game Boy Advance-Besitzern eine schnelle Partie liefern will, braucht darüberhinaus einen besonderen Adapter.
Auch in Sachen Sound kann der Game Boy Micro nur bedingt punkten. Ohne Kopfhörer wirkt der Sound blechern und kraftlos. Wer einen Kopfhörer nutzt, darf sich jedoch über einen für Game Boy-Verhältnise sehr guten und kräftigen Stereo-Sound freuen.
by Ulli Kunz
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Game Boy Micro im Test.
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