King Kong The official Game of the Movie
Während King Kong The Official Game of the Movie erst am 14. Dezember die Leinwand der deutschen Kinos stürmt, tobt der wütende Riesenaffe schon auf dem heimischen Bildschirm. Auch die portablen Systeme gehen nicht leer aus, und somit gilt es auch auf dem GBA, Skull Island zu erkunden.
Der Filmemacher Carl Denham plant einen neuen Film, den er auf einer mysteriösen Insel namens Skull Island drehen möchte. Er stellt sich eine Crew zusammen, darunter der Drehbuchautor Jack Driscoll und engagiert die verarmte Schauspielerin Ann Darrow für die Hauptrolle in seinem Filmprojekt. Kurz nachdem die Crew die Insel erreicht, treffen sie auf Eingeborene, die ihre Anwesenheit auf der Insel nicht dulden. In der Nacht entführen die Eingeborenen Ann, um sie dem gigantischen Gorilla Kong zu opfern. Dieses Ritual vollziehen sie, um von Kongs Zorn verschont zu bleiben. Carl und Jack wollen Ann befreien und so folgen sie dem Affen in den dichten Dschungel von Skull Island.
Der Affe ist los!
Im Verlauf des Spiels übernimmt der Spieler wechselnd die Kontrolle über Kong und das Team, bestehend aus Carl, Jack und später Ann. Dabei sind die Passagen in denen man mit Kong den Dschungel unsicher macht nur eine kurze Auflockerung des Spielgeschehens. Der Gorilla muss sich im Stil eines Sidescroll-Beat'em-Up gegen diverse Dinosaurier behaupten und innerhalb eines Zeitlimits ein Ziel erreichen. Die Steuerung ist, wie auch das Kloppen selbst, denkbar einfach. Per Druck auf den A-knopf schlägt Kong zu, wiederholtes Drücken führt zu einer Kombo. Der B-Knopf löst einen Bodenschlag aus, der allen Kreaturen in der Umgebung Schaden zufügt. Während sich der Affe per Steuerkreuz durch den Dschungel navigieren lässt, nimmt er bei gedrückter rechter Schultertaste eine Schutzposition ein. Steckt er zu viel Schaden ein, ist das Spiel vorbei. Erledigt Kong hingegen genug Dinosaurier, tritt der Wutmodus ein. In diesem Kampfrausch teilt er noch schneller und stärker aus. Diese Passagen sind eher Lückenfüller, die schnell ihren Reiz verlieren. Der pelzige Riese gewinnt die meisten Kämpfe durch stupides, wiederholtes Drücken des A-Knopfes.
Überleben leicht gemacht...
Es ist offensichtlich, dass die Entwickler ihr Hauptaugenmerk auf das Abenteuer des Trios gelegt haben. Aus der Vogelperspektive verfolgt der Spieler die drei Gruppenmitglieder, von denen jeder drei spezielle Fähigkeiten besitzt. Jack ist der Kämpfer und verdrischt Gegner mit der Machete, bewirft sie mit Speeren oder schießt mit dem Maschinengewehr auf sie. Sein Speer ist aber nicht nur für kriegerische Zwecke gut, mit ihm lassen sich auch weit entfernte Schalter umgelegen. Carl kann seine Granaten zur Selbstverteidigung einsetzen oder versperrte Passagen freisprengen. Außerdem ist er der einzige, der stark genug ist, um Steinblöcke zu verschieben. Diese Fähigkeit kommt bei vielen der kleinen Rätsel im Spiel zum Einsatz. Des Weiteren werden für einige Rätsel Fackeln benötigt, auch diese trägt Carl bei sich. Ann hingegen ist in der Lage, das ganze Team mit Heilpflanzen zu heilen. Außerdem kann sie Enterhaken werfen und somit neue Areale erreichbar machen und einen lauten Schrei ausstoßen. Sie betäubt so kurzzeitig Gegner oder lockt an bestimmten Stellen Kong an, damit er für sie den Weg freiräumt. Die eben genannten Rätsel beschränken sich größtenteils auf einfache Schieberätsel, die die grauen Zellen leider kaum beanspruchen. Immerhin kommt ein wenig Abwechslung ins Spiel, wenn das Team aufgeteilt werden muss, um die Knobelei zu lösen. Die Steuerung des Teams ist leicht zu erlernen. Der A- und der B-Knopf sind den Aktionen vorbehalten, während man über die Schultertasten die Charaktere, beziehungsweise die Fähigkeiten dieser durchschalten kann. Mit dem Select-Knopf lässt sich die Gruppe aufteilen, das ist vor allem angesichts verschiedener Fallen von nutzen. Zum Beispiel fallen Fallgruben nur zusammen, wenn mehrere Personen gleichzeitig die Falle überqueren.
Ähnlich wie in den Spielen der Legend of Zelda-Reihe, finden sich bei King Kong zerhackbare Büsche. Diese Büsche hinterlassen die unterschiedlichsten Gegenstände. Das reicht vom einfach Stock bis zum Dinohorn. Diese Gegenstände lassen sich im Menü kombinieren. Somit besteht die Möglichkeit, seinen Vorrat an Speeren, Fackeln und so weiter wieder aufzustocken. Ein Skarabäus-Panzer kombiniert mit einem Schwefelbrocken ergibt beispielsweise eine improvisierte Granate. Die Büsche sind aber nicht die einzige Parallelität zu den Zelda-Spielen. Auch hier führen versteckte Gegenstände zu einer Erhöhung der maximalen Lebensenergie. Immer wieder scheint es so, als hätten sich die Entwickler von King Kong einige Ideen abgeschaut. Ein weiterer Kritikpunkt ist die geringe Anzahl an Gegnertypen. Abgesehen von den Fallen steht der Spieler nur fünf Typen gegenüber, die alle nicht sonderlich fordernd sind. Schon nach einigen Stunden werden die Gegner schlichtweg nervig. Auch ist die Insel sehr unübersichtlich und die Übersichtskarte, die im Optionsmenü zur Verfügung steht, sehr grob gehalten. Um dieses Manko auszugleichen, befindet sich in der Packung eine kleine Karte der Insel, die die verschiedenen Pfade deutlich macht. Da stellt sich die Frage, warum Ubisoft diese Karte nicht direkt ins Spiel eingebunden hat.
Die Grafik ist für GBA-Verhältnisse nett anzusehen, reißt aber keine Bäume aus. Die Animationen sind in Ordnung, hätten aber gerade für Kong ein wenig schicker ausfallen können. Die Musik untermalt die Atmosphäre angemessen und unaufdringlich. Die meisten Sounds fügen sich gut in das Geschehen ein, sind jedoch wenig abwechslungsreich. Die Präsentation von King Kong ist alles in allem im guten Mittelmaß einzuordnen.
Fazit
Ein Blockbuster ist King Kong The Official Game of the Movie mit Sicherheit nicht. Ubisoft hat zwar keine großen Fehler gemacht, aber auch nichts Neues erfunden. Das Spielprinzip macht anfangs noch Spaß, doch mit steigender Spielzeit nimmt der Spielspaß immer weiter ab. King Kong bietet einfach zu wenig Abwechslung, um auf lange Sicht zu motivieren. Wer einen netten Lückenfüller sucht, wird sich mit King Kong sicher zufrieden geben. Dass das Spiel jedoch einen Kaufpreis von 40 wert ist, bleibt zu bezweifeln.
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