Madagascar: Operation Pinguin

Review
Plattform
Nintendo Game Boy Advance
Vertrieb
Activision
Entwickler
Vicarious Visions
Erscheinungsdatum
28.10.2005
Genre
Andere
Madagascar: Operation Pinguin [GBA , Mag64]

Gesamtwertung

60%/10

Grafik

64%

Sound

67%

Mehrspieler

-

Bedienung

Gut

Madagascar: Operation Pinguin


Einleitung....

Der Erfolg von "Madagascar" im Kino war bombastisch - so berichtet auf jeden Fall die Presse. Kaum erscheint ein neuer, computeranimierter Film auf der Leinwand, wird von neuen Besucherrekorden berichtet. Logisch, dass Dreamworks bereits einen Nachfolger zum erfolgreichen Animationsfilm der Tiersippe angekündigt hat. Zwar erscheint dieser erst in weit entfernter Zukunft, Film-Freunde werden sich allerdings schon jetzt die Hände reiben. Soweit so gut! Wenn Ihr Euch noch an die vier Pinguine aus "Madagascar" erinnern könnt, solltet Ihr den Titel des vorliegenden Tests bereits durchschaut haben. Die Pinguine rund um Skipper und Private bekommen von "Vicarious Visions" ein eigenes Abenteuer spendiert! Nicht nur das, auch ein eigener Kinofilm ist fest in Planung, der allerdings erst in ein paar Jahren über die Kinoleinwand flimmern wird. Besitzer eines Gamecubes beziehungsweise eines Nintendo DS schauen allerdings in die Röhre, da das Abenteuer lediglich für den Game Boy Advance erscheinen wird. Wie so oft schlagen sich Filmumsetzungen mit - oftmals berechtigter Kritik - seitens der Medien herum. Ob die Pinguine aus der Schusslinie flüchten können, wie sich das Abenteuer im Gegensatz zum Vorgänger schlägt und ob ein Kauf empfohlen werden kann, lest Ihr im folgenden Test.

Menus und die Story....


Nachdem Ihr Euch für eine von zwei Sprachen (Französisch, Deutsch) entschieden habt, gelangt Ihr ins Hauptmenü, in welchem Ihr ein neues "Spiel starten" sowie die Liste der an der Entwicklung beteiligten Programmierer Euch zu Gemüte führen dürft. Insgesamt stehen Euch drei Spielstände zur Verfügung, auf welchen Ihr Euren Fortschritt verewigen könnt.

21 Missionen erwarten den Spieler in Form von Private, der im Auftrag von Skipper bei der Planung der Flucht aus dem Zoo tatkräftig mitwirkt. Wer "Madagascar" gesehen hat, weiß bereits, dass die Pinguin-Bande einen Tunnel graben wollte, um aus der Gefangenschaft im Zoo zu entkommen. Die tierische Software-Umsetzung zeigt im Grunde genommen das Abenteuer der Pinguine, welches auf der Leinwand nicht zu sehen war. Demzufolge schließt sich der Kreis und man erhält einen Gesamtüberblick des Geschehens was in "Madagascar" wirklich geschah.

Technik und Gameplay....


Obwohl die vier Hauptcharaktere aus der ersten Software-Umsetzung nur Nebenrollen im Spiel einnehmen, wird es Euch dennoch möglich sein, den Löwen Alex sowie das Zebra Marty zu steuern. Zwar handelt es sich dabei lediglich um kurze Einlagen, dennoch sorgen diese für Abwechslung, der den Spielspaß positiv beeinflusst. Im Spiel selbst steuert Ihr generell Private und erledigt die von Skipper in Auftrag gegebenen Aufgaben. Anfangs erwartet Euch ein Training, in welchem Ihr Euch die wesentlichen Grundsteuerungstechniken aneignet. Wie im Vorgänger geht die Steuerung schnell ins Blut über, neue Techniken werden eingehend erklärt und stellen selbst für Anfänger der Materie keinerlei Probleme dar.

Konnte man im Vorgänger noch unter einem von vier Charakteren wählen, habt Ihr in "Madagascar - Operation Pinguin" keine Wahl mehr. Private ist und bleibt der zu steuernde Protagonist. Spielstellen, die vormals nur von einem bestimmten animalischen Freund gelöst werden konnten, sind im Nachfolger nicht mehr zu finden. Einzuordnen ist der Titel im Jump 'n Run-Sektor, gelegentliche Rutschpartien in 2D ergänzen das Gameplay angenehm. Bewegt sich Private anfangs noch von Plattform zu Plattform, erlernt er mit der Zeit diverse Spezialfähigkeiten, die sein Bewegungsrepertoire sinnvoll erweitern. Engstellen werden vom Pinguin auf dem Bauch kriechend unterwandert, selbst die im Zoo angeeignete Besucherbegrüßung beherrscht Private vorbildlich. Hin und wieder liegt es an Private, sich vor Menschen in Acht zu nehmen und sie gleichzeitig in Sicherheit zu wiegen, dass es sich nur um einen harmlosen Pinguin-Aufsteller handelt. Solltet Ihr Euch jedoch nicht im richtigen Moment zum Gruß aufstellen, werdet Ihr von den Menschen entdeckt und müsst den Abschnitt auf ein Neues von vorne beginnen.

Im Laufe der Zeit fordert Euch Skipper auf die verschiedensten Charaktere aufzusuchen, um deren Hilfe in Anspruch zu nehmen. Beispielsweise wird Euch Marty, das Zebra, auf seinem Rücken herumtransportieren, Alex verjagt die tierische Feindesschar mit lautstarkem Gebrülle. Als Pinguin ist Private relativ machtlos im Nahkampf "Mann gegen Mann". Daher werden ihm bereits nach kurzer Zeit Schlagheringe vorgesetzt mit denen er angreifende Gegner ausknocken kann. Ebenso dürfen brüchige Felswände mit ein paar Hieben in ihre Einzelteile zerlegt werden. Größere Abgründe bewältigt Private mit einem Fallschirm, wobei es sich hierbei nicht um ein gewöhnliches Fluggerät handelt. Vielmehr ist das Objekt aus zweckdienlichen Mitteln - in diesem Fall Hamburgertüten - kreiert worden. Aufwinde garantieren Euch die notwendige Flughöhe. Neue Gerätschaften stellt Euch Skipper in der spärlich eingerichteten Pinguinbasis vor, die Ihr vor jedem Level automatisch aufsucht. Um mit beiden Beinen nicht nur am Boden der Tatsachen herum zu laufen, erhält Skipper in einem späteren Level Zuckerstangen. Diese dienen zum Hangeln an Deckenrohren, so dass gefährliche Untergründe kein Problem mehr darstellen werden. Auch ein Blasrohr befindet sich im Repertoire unseres Antarktis-Bewohners. "Unsichtbar bleiben!" ist hier das Motto. Die patrouillierenden Wachen müssen mit einem gezielten Schuss einsatzunfähig gemacht werden. Private darf jedoch nicht ins Sichtfeld der Aufseher gelangen, ansonsten ist der Level vorüber. Dem noch nicht genug, integrierten die Entwickler eine Obstschleuder, die versperrte Durchgänge ohne Mühe frei legt. Jedoch muss Private zuerst Gloria darum bitten, ihre Schleuder während seines Abenteuers einsetzen zu dürfen. Hinzu kommt, dass raffgierige Vögel das Obst in alle Himmelsrichtungen verstreut haben und Ihr nun den Auftrag habt 25 von ihnen zu finden, um das wohlschmeckende Gut ihnen abzuluchsen. An bestimmten Stellen im Spiel haben Zoobesucher Limo-Flaschen liegen gelassen, die Private als Raketenrucksack missbraucht. Unerreichbare Stellen werden somit zum "Klacks", in Kombination mit dem Fallschirm könnt Ihr größere Strecken problemlos überwinden.

Selten erwartet Euch eine Bonusmission in Form einer Tanzeinlage. Hier ist dann Knöpfchendrücken zu einem bestimmten Zeitpunkt angesagt, von besonderem Anspruch kann hier keine Rede sein. In jedem Level stoßt Ihr auf eine vorgegebene Anzahl von Medaillen, die es einzusammeln gilt. 100 davon erweitern Eure Energieleiste um einen dauerhaften Fischcontainer. Power-Ups in Form von kleinen Fischchen (ein Energiecontainer) beziehungsweise goldenen Fischen (komplette Energieleiste) erleichtern Euch das Bildschirmleben. Da der Schwierigkeitsgrad von "Madagascar - Operation Pinguin" generell nicht viel höher ist als auf einem Bein zu stehen, werden selbst Handheld-Jungspunde kaum Probleme bei der Bewältigung der Aufgaben haben.

Grafik & Sound....


Wie der Vorgänger ist der Sound auch beim Pinguin-Ableger guter Durchschnitt. Mittelmäßige Melodien ohne besondere Höhepunkte unterstützen das Spielgeschehen, witzige Soundeffekte wie das jämmerliche Aufjaulen eines Pinguins bei Feindberührung sind ein nettes Gimmick.

Aus grafischer Sicht betrachtet hat sich gegenüber dem ersten Teil rein gar nichts getan. "Madagascar - Operation Pinguin" basiert auf dem identischen Gerüst des Vorläufers. Abwechslungsreich gestaltete Levels erfreuen das Auge. Dschungelwelten, die sich in die Höhe erstrecken, ein gemütlicher Spaziergang durch den Park oder vielleicht doch ein Ausflug auf dem Deck eines Containerschiffes? Diese und weitere Möglichkeiten stehen Euch offen. Dennoch schade, dass sich gegenüber dem nur wenige Monate alten Vorgänger sonst kaum etwas getan hat.

Fazit....


Trotz des grundsätzlich soliden Spielprinzips ist es den Entwicklern leider nicht gelungen, die "Madagascar"-Lizenz besser auszureizen. Konnte der Gamecube-Teil noch gut gefallen, wirkt "Madagascar - Operation Pinguin" wie eine schnelle Lizenzaufwärmung. Keinerlei Verbesserungen in Sachen Gameplay und Grafik zeugen von wenig Einfallsreichtum beziehungsweise Zeitdruck, das Spiel noch rechtzeitig zu veröffentlichen, da die Lizenz sonst allmählich in Vergessenheit geraten würde. Wie dem auch sei: Für ein Vollpreisprodukt ist der Umfang einfach zu gering. Ebenfalls hätte man sich über unterschiedliche Schwierigkeitsgrade Gedanken machen sollen - gefordert wird bei diesem Titel nämlich niemand! Obwohl Privates Spezialfähigkeiten durchaus gefallen, reicht das Drumherum einfach nicht für eine bessere Bewertung. Potenzial wäre jedenfalls vorhanden. (mag64.de)

Pro
+ "Madagascar"-Lizenz
+ viele Gerätschaften

Contra
- läppischer Umfang
- zu einfach
- keine (technischen) Verbesserungen

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