Shining Force: Auferstehung des Schwarzen Drachen

Review
Plattform
Nintendo Game Boy Advance
Vertrieb
THQ
Entwickler
Amusement Vision
Erscheinungsdatum
-
Genre
RPG
USK
0
Shining Force: Auferstehung des Schwarzen Drachen [GBA , Justgamers]

Gesamtwertung

84%/10

Grafik

Befriedigend

Sound

Befriedigend

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Gut

Shining Force: Auferstehung des Schwarzen Drachen

Spätestens seit Golden Sun sind Camelot Software Planning auch PAL-Rollenspielern ein Begriff. Gemeinhin weniger bekannt ist jedoch die Tatsache, dass die Takahashi-Brüder bereits Anfang der Neunziger damals noch unter dem irreführenden Namen Sonic Co. - mit Shining Force einen der wichtigsten Rollenspielklassiker der frühen 16-Bit-Tage schufen. Dank des, für damalige Verhältnisse, recht außergewöhnlichen Kampfsystems, gilt das taktische Rollenspiel als ein Ahne heutiger Strategie-RPGs wie Tactics Ogre und Final Fantasy Tactics. So lässt sich die 'Auferstehung des schwarzen Drachen' auch am Besten als Schnittmenge aus Golden Sun und Tactics Ogre bezeichnen: Klassisches Gameplay und klassische Erzählweise, kombiniert mit taktischen Kämpfen und großen Parties.

I'll be back

Lang ist's her - genaugenommen 1000 Jahre - als im Land Rune die Mächte des Lichts gegen die Mächte des Schattens kämpften. Der schwarze Drache, Anführer der bösen Mächte, ward in eine andere Dimension verbannt, versprach jedoch in zehn Jahrhunderten zurückzukehren und Chaos über die Welt zu bringen. Nun ist die Zeit abgelaufen und bekanntlich neigen Fieslinge dazu, ihre perfiden Versprechen zu halten. Das König- reich Guardiana sieht sich plötzlich von den Rittern der Runefaust überfallen, deren König vom bösen Zauberer Darksol und dessen Absicht, den schwarzen Drachen wiederauferstehen zu lassen, gelenkt wird. Da muss ein strahlender Held her, der weder sein Schicksal erahnt, noch seine Vergangenheit kennt. In die Haut dieses namenlosen Heroen schlüpft natürlich ihr.

Die Story mag nach zwölf Jahren ein wenig altbacken wirken, dank interessanter Wendungen, einer wesentlichen Überarbeitung und komplett neuen Sub-Plots, wirkt sie aber wesentlich frischer als man zunächst annehmen mag.

Zwölf Freunde müsst ihr sein

Der wesentliche Unterschied zu vielen konventionellen Rollenspielen vom Schlage eines Golden Sun oder Final Fantasy, ist das eingangs erwähnte Kampfsystem. Mit einer Party von bis zu zwölf Leuten gleichzeitig auf dem Schlachtfeld, bestreitet der Spieler rundenbasierte Gefechte gegen Horden von Gegnern. Die Möglichkeiten der Charaktere sind dagegen klassisch begrenzt. Bewegung auf den teils sehr großen Kampfarealen, Angriff mit ausgerüsteter Waffe, Abwehr und Zauber sind die standardisierten Fähigkeiten eurer Charaktere.

In seiner leicht zugänglichen Einfachheit unterscheidet sich der Titel daher auch von schwerer Taktik-Kost wie Final Fantasy Tactics. Im direkten Vergleich zum Original wurde der Schwierigkeitsgrad übrigens gesenkt und somit sollte Shining Force auch jüngeren Spielern vor keine größeren Probleme stellen. Zwar kann kein Kampf ohne vernünftige Taktik für sich entschieden werden, selten ist man aber vor wirklich komplexe und knifflige Situationen gestellt.

Kartenspiele

Shining Force lebt von seinen sehr unterschiedlichen Charakteren und dem gesamten Party-System. Die Gefolgsleute werden neuerdings von im Spiel verteilten Sammelkarten repräsentiert. Manche von diesen müssen gefunden werden, andere händigen die Kampfgenossen erst nach guter Behandlung sprich Einsatz in Kämpfen und Ausrüstung mit guten Items aus. Einige der Charaktere haben sehr direkten Storybezug, sinnen etwa auf Rache an einem Zwischengegner und sind erst zufrieden, wenn man sie gegen entsprechende Gegner ins Feld ziehen lässt. Durch derlei Verstrickungen sind gerade Beziehungen und Einsatz der über 30 Mitstreitern wichtig und interessant.

Auch grafisch unterzog man Shining Force einer Generalüberholung. Die neuen Sprites, Avatare und Kampfsequenzen wirken zwar nicht immer ganz wie aus einem Guss, sind aber durchweg hübsch. Lediglich manche Kampfanimation wäre Verbesserungswürdig. Und warum betreibt der Held selbst im Stand noch Laufübungen? Die musikalische Untermalung ist rollenspieltypisch gut, manchmal jedoch repetitiv. Auch die Soundeffekte im Kampfgeschehen sind stimmig, alles in Allem ist die Akustik jedoch nicht besonders herausragend.

Fazit

'Shining Force' bietet, sinnvollen Neuerungen und Überarbeitungen sei dank, auch zwölf Jahre nach Ersterscheinung ein spannendes Rollenspielerlebnis. Party- und Kampfsystem sind gut ausbalanciert und tun dem ansonsten sehr klassischen Rollenspiel sehr gut. Auch Kenner der Originals können angesichts neuer Charaktere, erweiterter Story und der audiovisuellen Generalüberholung zumindest einen Blick wagen. Letztlich nagte der Zahn der Zeit jedoch an Präsentation, Story und Abwechslung - wer mehr Langzeitmotivation sucht, dem sei Genreprimus Golden Sun angeraten.

Shining Force: Auferstehung des Schwarzen Drachen [GBA , Justgamers]

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