Gesamtwertung85%/10 |
GrafikSehr gut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegGut |
BedienungSehr gut |
Wer hat so einen guten PS1-Emulator programmiert?So oder ähnlich mag man sich fragen wenn man Top Gear Rally das erste Mal in Bewegung sieht. Reichhaltige 3-D Automodelle, große Sichtweite und spürbare Physik lassen ganz andere Hardware vermuten als den guten 16 Megahertz ARM Prozessor. Ähnlich gut sahen Rallyspiele zwar schon früher aus, aber dann hießen sie V-Rally und das Jahr war 1997. Top Gear Rally läuft auf der wunderbaren CRIS-Engine des australischen Entwicklers Tantalus und soll laut deren Aussagen sowohl 30 frames pro Sekunde liefern als auch 200 Polygone pro Auto haben.
Beide Angaben scheinen nur leicht übertrieben zu sein: Zwar können immer nur vier Autos gleichzeitig dargestellt werden, aber Ruckeln gibt es zu keinem Zeitpunkt. Auch die Sichtweite ist für 3-D auf dem GBA erstaunlich hoch, Pop-Ups sind zwar auffallend, aber meistens weit in der Ferne.
Top Gear Rally hat den Schieberegler zwischen Arcade und Simulation weit in Richtung Arcade bewegt. Ihr seid nur im Zeitfahrmodus alleine auf der Strecke, sowohl bei der Meisterschaft als auch bei den Quick Races startet ihr immer zusammen mit der Konkurrenz. Richtige Rallys lassen euch nur allein auf die Strecke, da sowieso zuwenig Platz ist für mehr als einen.
Dies dürfte euch auch auffallen, wenn ihr im Meisterschaftsmodus immer als achter und letzter startet und des Öfteren in Dreier-Pulks hängen bleibt und dann sowohl euren Konkurrenten als auch dem Wegesrand mitsamt Hindernissen ausweichen müsst. Neben Schildern, Steinen und Bäume findet ihr auch Straßenlaternen und Müllcontainer in zehn verschiedenen Szenarios: Hügellandschaften, Wüste, Wald, Gebirge, Seen, Städte, Seen und einige Zwischenformen erfreuen euer Auge. Dazu passend gibt es insgesamt sechs verschiedene Untergründe wie Sand, Schlamm, Kies oder Strasse. Sowohl die Hintergründe als auch das Streckendesign wissen mit ihrer Detailgenauigkeit zu überzeugen. Pro Landschaftstyp beziehungsweise Strecke müsst ihr drei Abschnitte im Meisterschaftsmodus absolvieren, die alle um die zwei Minuten dauern. Dabei startet ihr im Amateurcup und müsst eine bestimmte Anzahl Punkte auf den drei Abschnitten sammeln, um weiter zu kommen. So arbeitet man sich durch die verschiedenen Strecken und bekommt für gutes Abschneiden neue Autos freigeschaltet oder auch Farben für diese. Nach dem Amateurcup warten noch die Professionelle und die Top-Gear Meisterschaft auf euch, mit denselben Strecken aber verschiedenen Hindernissen.
Insgesamt elf Autos gibt es bei Top Gear Rally, eines ist dabei spezifisch für die Region(USA, Japan oder eben Europa bei uns). Stark an real existierende Rallyautos angelehnt findet ihr eine breite Auswahl aus drei Jahrzehnten Rallysport. Anfänglich natürlich nur untermotorisierte Vehikel, die nach den drei Kategorien Geschwindigkeit, Beschleunigung und Aufhängung beurteilt werden. Vor jeder Strecke könnt ihr im Setup passende Reifen auswählen, Bremsen einstellen, die Getriebeübersetzung verändern oder auch einen anderen Auspuff (montieren). Allerdings wirken sich diese Einstellungen nicht signifikant auf die Fahrphysik aus. Merkliche Unterschiede zwischen einzelnen Autos lassen sich zwar festmachen, aber ob die lange Getriebeübersetzung drin ist oder die kurze, ob es Schlammreifen sind statt solche für Kies, kann man nicht merklich nachvollziehen auf der Strecke. Deutlich wahrzunehmen ist dafür euer Beifahrer, der in guter Sprachausgabe Kurven ansagt, euch anfeuert oder zur Vorsicht mahnt. Die restlichen Sounds reichen qualitativ lange nicht an die Grafik heran, obwohl die verschiedenen Auspuffe unterschiedlich klingen, machen die Motorensounds eher den alten Küchenmixereindruck. Musik gibt es nur in den Menüs. Hier könnt ihr neben dem Meisterschaftsmodus auch noch die Quick Races auswählen, bei denen ihr mit Zeitbeschränkung Checkpoints abfahren müsst. Irreführend ist hier der Name, die schnellen Rennen sind ungefähr doppelt so lang wie ein Meisterschaftsabschnitt. Neben der Uhr tretet ihr gegen drei Konkurrenten an. Wollt ihr euch erst mit der Steuerung vertraut machen, gibt es einen Übungskurs, auf dem Hütchen oder Schilder euere ersten Slideversuche geduldig ertragen. Das gesamte Handling ist dabei recht gut gelungen, die Karosserie schwankt spürbar unter den auf sie einwirkenden Kräften und gibt gute Rückmeldungen über die Stabilität eurer Kiste. Slides sind einfach mit A und B zu bewerkstelligen, zuviel des Guten und ihr dreht euch oder landet auf dem Dach. Auch zu zweit könnt ihr euch vergnügen, zwei Module und ein Linkkabel sind allerdings vonnöten. Sollte gerade niemand zu Hand sein, könnt ihr eure hart erkämpften Zeitfahrrekorde mittels eines speziell generierten Passworts auf eine globale Rangliste eintragen.
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