GC09: Scribblenauts
Bei Publisher Warner Bros. Interactive blieben wir auf der gamescom natürlich auch hängen: Neben kleinen, aber feinen Appetitstillern und leckeren Getränken durften wir uns hier auch mit Impressionen zu Lego Rock Band (Eindrücke kommen sehr bald) und dem innovativen Denkspiel Scribblenauts für den Nintendo DS eindecken. Und das Wörtchen "innovativ" darf hier ausnahmsweise mal auch berechtigt verwendet werden.
Kurzgefasst: Born to type
Stellt Euch vor, Ihr tippt mit dem Stylus über ein virtuelles Buchstabenbrett irgendwelche Objektnamen ein, drückt den Pen auf "Fertig" und eben genau dieser Gegenstand bzw. dieses Lebewesen erscheint dann auch wirklich im Spiel. Mit Scribblenauts sind der Kreativität und dem Erreichen der zum Fortfahren essentiell wichtigen Sterne nahezu keine Grenzen gesetzt. Ihr wünscht Euch ein Einrad anbei? Kein Problem! Wie sieht es mit einer Kerze aus? Siehe da, da brennt sie. Drachen? Football? Fingerhut? Leiter? Bulldogge? Alles kein Problem.
Um beispielsweise einen Stern von einem Baum zu holen, könnt Ihr Euch eine Leiter herbeiwünschen - oder eine Axt, um selbigen zu fällen und den Stern einzusammeln. Es liegt ganz an Euch. Aber auch Scribblenauts kennt seine Grenzen und die Jungs von 5TH Cell nahmen es zwar mit einem leichten Grinsen zu Notiz, aber bekannte, Copyright-geschützte Personen oder Gegenstände werdet Ihr im Titel leider nicht finden. Manchmal erscheint für zwei marginal unterschiedliche Begriffe auch ein- und dasselbe: Ein "Arzt" sieht genauso aus wie ein "Proktologe", ein "Gamer" gleicht derweil einem "Geek" bis aufs Haar. Dennoch: Der Experimentierlaune tut das überhaupt keinen Abbruch.
Die Möglichkeiten zur Bewältigung eines Rätsels, einer Hürde oder eines Gegners sind mehr als nur reich an Variationen. Bretter können als Rampen, Brücken etc. herbeigetippt werden, mit Items wie Helmen oder Schwertern schmücken wir unseren kindlichen Charakter und können uns für den Kampf rüsten, wenn wír es denn beispielsweise mit einem haushohen Drachen oder einer Hydra aufnehmen wollen bzw. müssen. Wer nicht sein eigenes (virtuelles) Leben aufs Spiel setzen will, kann im speziellen Fall beispielsweise einen Drachentöter eintippen, oder wahlweise einen ebenso riesigen Drachen. Oder einen Flammenwerfer. Oder eine Pistole. Oder...
Ihr seht schon - wir könnten noch stundenlang unsere Eindrücke ausweiten, denn trotz der recht kurzen Präsentation haben wir Dutzende Objekte ins Geschehen "gezaubert".
Auch wenn nicht alle immer einen Sinn hatten und manche (wie die Atombombe) das komplette Level mitsamt unseres Alter Ego ins virtuelle Nirvana geblasen haben, aber Fakt war: Sie waren da und das ist unglaublich motivierend. 220 mehr oder minder schwierige Szenarien sollen laut der Entwickler in der fertigen Version vorhanden sein, Nachschub kann sich die Community mithilfe eines eigenen Editors basteln und online zumindest unter Freunden tauschen. Der Baukasten funktioniert dabei genau wie das Spiel: Ihr tippt Objekte ein und platziert sie an der gewünschten Stelle. Auch die Position des Sternes will dabei festgelegt werden.
Ersteindruck
Alles in allem machte Scribblenauts einen vorzüglichen Eindruck, nur eine Frage schwirrte mir nahezu die ganze Zeit im Kopf herum: Bietet der Titel mehr als nur einen Experimentierbaukasten oder ist es das tatsächlich gewesen? Diese Frage konnte die mit dem Spiel verbrachte Zeit leider nicht klären. Aber was solls: Die bisherigen, äußerst charmanten Impressionen zeigten uns jedenfalls, dass der Nintendo DS nicht nur mit Stangenware oder schamlos-kindgerechten Titeln, sondern auch mit (schon jetzt) spaßigen Innovationsbrocken wie eben Scribblenauts aufwarten kann.


