Baphomets Fluch - The Directors Cut

Review
Plattform
Vertrieb
Ubisoft
Entwickler
Revolution Software
Erscheinungsdatum
-
Genre
Abenteuer
USK
12
Baphomets Fluch - The Directors Cut

Gesamtwertung

85 %/10

Grafik

8

Sound

7

Lanzeitspaß

9

Spieleinstieg

9

Bedienung

9

Baphomets Fluch - The Directors Cut

Ganz im Zeichen der 90er Jahre

Die Gefahr bei einer Neuauflage eines sehr erfolgreichen Retroklassikers liegt insbesondere darin, dass die Grafik einem in der Erinnerung oft nicht unwesentlich hübscher vorkommt. Bei Baphomets Fluch - The Directors Cut ist das aber nicht so. Die damals schon sehr schöne und detailverliebte Comic-Grafik bietet auch heute noch etwas für das Auge und wirkt nur manchmal leider nicht ganz homogen. Da die Originalversion erweitert wurde und einige Szenen von neuen Zeichnern stammen passt das Artdesign nicht richtig zueinander. Man merkt also immer sehr schnell welche Kapitel neu sind und welche aus dem Original von 1996 stammen.

Auf dem DS leider stumm

Nicht nur früher war für den Kauf eines Point & Click-Adventures häufig die Sprachausgabe ausschlaggebend, welche Version des Spiels man sich zulegen will. Wer wollte schon Bildschirmtexte und Midi-Sounds hören, wenn er das Spiel auf einem PC mit CD-Sound und Synchronisation zocken konnte? Leider hat man sich aufgrund des geringen Speicherplatzes auf den DS-Modulen entschieden, die Sprachausgabe komplett wegzulassen, was eine wirklich enttäuschende Tatsache für alte Fans ist, da die Stimmenwahl der Charaktere damals wie heute in den (teils neuen) Sequenzen gepasst hat. Wenigstens ist die Soundqualität der wenigen Musikstücke gelungen. Der Soundtrack dudelt meistens etwas uninspiriert vor sich hin, ändert aber je weiter man des Rätsels Lösung kommt das Tempo. So baut sich eine dichte Atmosphäre zu der spannenden Handlung auf.

Dem Original treu geblieben

Wer schon einmal ein Adventure à la Monkey Island oder das originale Baphomets Fluch gespielt hat, dem wird auch im Directors Cut nichts spanisch vorkommen. Ihr bewegt einen Mauszeiger mit dem Stylus über das Szenario und benutzt die Begriffe "Untersuchen", "interagieren" oder "sprechen" daran. Das Menü und das Tagebuch öffnet mittels kleiner Symbole auf dem Bildschirm, wo Ihr dann Gegenstände kombinieren dürft oder die vorherigen Ereignisse nachlest. Die Steuerung funktioniert auf dem Nintendo DS genauso gut wie seinerzeit auf dem PC mit einer Maus und stellt Euch vor keinerlei Herausforderungen.

Morde in der Stadt der Liebe

Wer schon einmal Bekanntschaft mit Baphomets Fluch gemacht hat, dem wird beim Director's Cut bereits die erste Szene unbekannt sein. Ursprünglich beginnt das Abenteuer mit dem Amerikaner George Stobbart, der sich gerade der französischen Lebensweise hingibt, als das Café in dem er sich befindet, einem Bombenanschlag zum Opfer fällt. Es handelt sich ganz offensichtlich um den Mord an einer bestimmten Person, ausgeführt von einem Serienkiller, der sich hinter grellen Kostümen versteckt. All dies passiert in Baphomets Fluch - The Director's Cut aber erst nach etwa einer Stunde Spielzeit, denn zuerst führt ein Prolog Euch in das Point 'n' Click-Adventure ein. Hier kommt Nico Collart, die spätere Partnerin von George, zum Zug, die ebenso einen Mord an einem Interview-Partner durch den maskierten Täter miterlebt. Ihre Neugierde und George Stobbarts Tatendrang treffen auf einander um das alte Mysterium zu ergründen. Im Spiel selbst sucht Ihr also die Szenarien nach Hinweisen ab und findet so nach und nach immer mehr Gegenstände, die zur Lösung knackiger Rätsel nötig sind.

Wo so manches Adventure aber durch absolute Kuriositäten den Vogel in Sachen "Realismus" abschießt, bleibt Baphomets Fluch - The Director's Cut bodenständig und versorgt Euch im Falle eines Blackouts mit nützlichen Tipps. Eine gute Kombinationsgabe ist für dieses Adventure trotzdem wichtig, weil des Rätsels Lösung häufig so auf der Hand liegt, dass man sich selbst durch die teils sehr eindeutigen Tipps die Atmosphäre zerstört. Und diese ist wirklich außergewöhnlich gelungen, denn man kniet sich bei der Untersuchung der Szenen und Gegenstände so sehr in das Geschehen hinein, dass die Zeit wie im Fluge vergeht. Da es zu keiner Zeit zu einem Game Over kommt, macht Ihr auch ständig weitere Fortschritte in der Geschichte. Glücklicherweise ist Baphomets Fluch - The Director's Cut mit etwa 12 Stunden Spielzeit ein längerer Vertreter des Genres, obwohl die Motivation den Titel direkt danach noch einmal zu spielen gediegen sein dürfte, da die Rätsel anschließend alle bekannt sind.

Hier bekommt niemand kalte Füße

Wie auch schon vor über zehn Jahren, bekommt man es mit Baphomets Fluch - The Director's Cut mit einem Point 'n' Click-Adventure zu tun, dass nicht auf großartige Innovationen setzt. Kenner des Genres klicken sich also bereits zur ersten Szene im Halbschlaf durch die Menüs und Dialoge. Alle anderen bekommen nur eine kurze Einleitung, aber danach laufen die Handgriffe im Spiel wie automatisch ab. Wer in dem Abenteuer mal total auf dem Schlauch steht, kann sich auch bis zu drei Tipps abholen. Ein Counter zählt mit, wie häufig Ihr einen Tipp gebraucht habt. Richtig ehrgeizige Naturen können also am Ende auf eine Statistik hoffen, die Ihnen deutlich macht wie selten sie Hilfe in Anspruch genommen haben.

Fazit

Baphomets Fluch - The Director's Cut macht damals wie heute großen Spaß und ist eine richtige Adventure-Perle. Glücklicherweise ist die Umsetzung auf den Nintendo DS mit kleineren Abstrichen perfekt gelungen. Zu diesen Abstrichen gehört leider auch die äußerst gelungene Synchronisation, die einfach komplett fehlt. Darüber hinaus bietet Baphomets Fluch aber noch genau so eine spannende Story, sympathische Charaktere und clevere Rätsel wie vor 13 Jahren. Dank der neuen Szenen gibt es sogar für Leute, die das Original in- und auswendig kennen einen Anreiz das Spiel noch einmal für den Nintendo DS zu kaufen.

Baphomets Fluch - The Directors Cut

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