Gesamtwertung87 %/10 |
Grafik8 Sound10 |
Lanzeitspaß9 Spieleinstieg9 |
Bedienung8 |
Habt Ihr schon Castlevania: Dawn of Sorrow auf dem DS gespielt, wisst Ihr in etwa was Euch erwartet. Die Belmonts sind vom Erdboden verschwunden, aber Graf Dracula wartet nicht auf die Adelsfamilie. Um den Fürsten der Dunkelheit aufzuhalten, formieren sich andere Gruppierungen von Menschen in Orden. Die junge Frau Shanoa ist Teil des Ordens von Ecclesia und besitzt die einzigartige Gabe Glyphen in ihrem Körper aufzunehmen und sich so deren Fähigkeiten einzuverleiben. Für den Kampf gegen allerlei Schergen und Ungeziefer ist das natürlich äußerst praktisch. In den großen Dungeons hinterlassen die getöteten Gegner gerne Waffen und Fähigkeiten in Glyphen und können von Shanoa anschließend absorbiert und ausgerüstet werden. Diese Fähigkeiten werden auf drei Tasten des Nintendo DS abgelegt. Spezielle Fähigkeiten, wie zum Beispiel "Magnes" werden mit der rechten Schultertaste aktiviert und befähigen die Heldin zu einem Magnet zu werden und sich quer durch die gut gestalteten Levels zu werfen. "Vol Confodere" ist eine Rapier-Glyphe, die, sobald deren Funktion auf X oder Y liegt, als Waffe eingesetzt wird. Komboattacken sind ebenso möglich, wenn der Einsatz der verschiedenen Waffen klug kombiniert wird. Es können auch Spezialattacken im Glyphenverbund genutzt werden, die allerdings auf Kosten der Herzen gehen. Sie sind aber auch die mit Abstand stärkste Waffe gegen große Gegner. In Castlevania: Order of Ecclesia hat sich Konami wieder sehr viel Mühe mit den Monstern gegeben. Einige sind schon aus älteren Teilen bekannt, aber vor allem die Endgegner überzeugen durch Einfallsreichtum. Einen schnellen Sieg ohne Taktik könnt Ihr dort nicht erwarten. Da Ihr alle Ausrüstungsgegenstände und Fähigkeiten erst nach und nach erhaltet, sind in vielen Dungeons beim ersten Durchgang gar nicht alle versteckten Räume zu erreichen. Viele Gegenden werden erst mit dem Doppelsprung ersichtlich. Ihr könnt aber jederzeit zwischen den Dungeons reisen. Äußerst praktisch, wenn Ihr Eure Heldin einfach mal leveln wollt, denn ein wenig zusätzliche Energie kann nie schaden.
Ein sehr schönes Intro begrüßt uns zu Castlevania: Order of Ecclesia. Barlowe zeigt Euch anschließend die Grundlagen für den Kampf. Genauso wie in Metroid verliert Shanoa direkt am Anfang alle ihre Fähigkeiten und muss sich diese erst im Laufe der Spielzeit wieder aneignen. Das erste Schloss in das es uns verschlägt, wartet mit allerhand Gesindel auf die Heldin und verlangt Euch viel ab. Zombies respawnen ständig zu allen Seiten von Shanoa. Dabei sind die ersten Dungeons des Spiels noch relativ leicht ausgefallen. Spätere Endgegner hingegen zerren an den Nerven. Und obwohl dieses Action-Adventure teilweise verdammt schwer wird, spielt Ihr doch immer weiter. Sterbt Ihr an einer Stelle, wisst Ihr, dass es eigentlich Eure Schuld war und fair verteilte Speicher- und Warppunkte erleichtern das Vorankommen. Die Castlevania-Serie war noch nie leicht und Order of Ecclesia macht da keine Ausnahme.
Wie auch schon die zahlreichen Vorgänger, steuert sich Castlevania: Order of Ecclesia astrein. Aufgezwungene Touchscreen-Elemente finden sich nicht. Stattdessen wird der Hauptcharakter auf dem unteren Screen betrachtet und gesteuert. Eine Karte zeichnet die Wege auf dem Top-Screen mit, ist aber ziemlich klein geraten und bis auf kleine Markierungen nicht beschriftbar. Geheimräume sind allerdings immer eingezeichnet und somit fällt es später leichter Orte zu finden, an denen Ihr noch nicht gewesen seid. Im Umgang mit Waffen bereitet Shanoa keinerlei Probleme. Je nach Waffe ist der Radius unterschiedlich groß und es gibt so viele Waffen-Kombis, dass Ihr gar nicht auf die Idee kommt alle von Ihnen zu nutzen. Alle Waffen lassen sich als Kombo-Attacke gebrauchen. Wer eine Wii daheim stehen hat, kann sich ein paar gute Items freischalten lassen, aber Castlevania: Order of Ecclesia bietet diese Möglichkeit ohnehin erst recht spät an, wenn Ihr schon bessere Waffen gefunden habt.
Konami hat es sich nicht nehmen lassen wieder einen etwas düstereren Stil auf dem DS umzusetzen. Während Dawn of Sorrow und Portrait of Ruin in einem eher bunten Animestil auf dem DS erschienen sind, nähert sich Castlevania: Order of Ecclesia jetzt wieder eher dem Stil der alten Serienteile an. In den Dialogen werden sehr schicke Artworks zu den Charakteren eingeblendet und den Sequenzen fehlt es nicht an Atmosphäre. Die Grafik hat zwar immer noch viel von der Pixeloptik der GBA-Teile, aber das passt auch wesentlich besser zum Stil der Serie, als Polygon-Charaktere. Die Animationen sind sehr realistisch und schön anzuschauen. Hier kommt fast schon ein Feeling auf wie bei Prince of Persia anno 1989. Die besonderen Fähigkeiten und Spezialattacken von Shanoa wurden sehr gut in Szene gesetzt und geizen nicht mit tollen Effekten. Lediglich das Aussehen der Heldin ändert sich zu keiner Zeit, egal welche Rüstung wir der holden Maid anlegen.
Die Soundtracks von Castlevania ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Videospiele. Es gibt einfach keinen der schlecht war oder auch nur durchschnittlich. Das liegt vor allem daran, dass die Themes der Serie immer wieder in neuen Variationen aufgegriffen und an den Soundchip der jeweiligen Konsole angepasst werden. Kam ein Castlevania für eine Konsole heraus, konnte man sich sicher sein, dass es einer der Referenz-Soundtracks für das jeweilige System sein wird. Und auch bei Castlevania: Order of Ecclesia ist dies der Fall. Kenner fühlen sich direkt wohl, da die bereits bekannten Tracks immer passend eingesetzt werden und auch die neuen Lieder wunderbar zu Castlevania passen. Es hat sogar endlich mal wieder eine Sprachausgabe in ein 2D-Castlevania geschafft, die zwar lediglich auf Englisch ist, aber stimmig eingesetzt wird. Wer Castlevania nicht wegen dem Gameplay spielt, tut es auf jeden Fall wegen der perfekten Sounduntermalung.
Castlevania: Order of Ecclesia bietet neben dem hervorragenden Einzelspieler-Modus auch die Möglichkeit lokal oder online gegen Freunde zu spielen. Das geht zwar wieder einmal nur mit den nervigen Freundescodes und unter WEP-Einstellungen, aber dem Risiko sollte sich jeder DS-Besitzer, der online spielen will, wohl bewusst sein. Online dürfen Gegenstände von Freunden gekauft werden oder selbst eigene Gegenstände verkauft werden. Ab einem bestimmten Punkt im Spiel macht Ihr selbst einen Laden auf und bietet Eure Ware zum Verkauf an. Darüber hinaus gibt es einen netten Boss-Rush, wo Ihr diverse Endgegner noch einmal hintereinander aufs Korn nehmen dürft. Das ist definitiv der schwierigste Spielmodus des Moduls, in einem Übungsmodus könnt Ihr aber vorher bereits für die Online-Herausforderung trainieren. Schade, dass es keinen Koop-Modus in das neue Castlevania geschafft hat. Zu zweit durch die riesigen Levels zu gehen, würde sicher sehr viel Spaß machen und vor allem den Schwierigkeitsgrad für Anfänger etwas entschärfen.
Nach Dawn of Sorrow hat mir Portrait of Ruin nicht so richtig gefallen, weil das Feature mit zwei Charakteren mehr genervt als genutzt hat. In Order of Ecclesia seid Ihr wieder alleine unterwegs, was wesentlich besser zur Atmosphäre dieses Action-Adventures passt. Die verschiedenen Locations tun ihren Teil dazu bei, weil das Leveldesign toll gelungen ist und die Grafik ein Fest für das Auge ist. Nie sah 2D-Grafik schöner aus, nie waren Monster besser gestaltet. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei wieder nicht zu verachten, denn besonders die Bosse benötigen eine ordentliche Strategie. Die Lernkurve in Castlevania: Order of Ecclesia ist unglaublich hoch und motiviert immer wieder zum Weiterspielen, selbst wenn man gerade zum zehnten Mal den Game Over-Screen gesehen hat. Leider werden die Fähigkeiten des DS kaum ausgenutzt, aber es ist lobenswert, dass Euch wenigstens keine Touchscreen-Einlagen aufgezwungen werden, die in Dawn of Sorrow Endgegner zur Geduldsfrage gemacht haben. Einen Koop-Modus wünschen wir uns immer noch, da der Boss-Rush vor allem für unerfahrene Spieler eine Qual darstellt. Ansonsten ist Castlevania: Order of Ecclesia ein absolutes Must-Have für diesen Winter.
Du bist Gladiator, der Held der Spiele im Kolosseum. Besiege Deine Gegner und erkämpfe Dir die Cance auf 10.000 €. zum Spiel...
Castlevania: Order of Ecclesia im Test.
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