Chrono Trigger

Review
Plattform
Vertrieb
Koch Media
Entwickler
Square Enix
Erscheinungsdatum
-
Genre
RPG
USK
6
Chrono Trigger

Gesamtwertung

89 %/10

Grafik

8

Sound

10

Lanzeitspaß

9

Spieleinstieg

7

Bedienung

8

Chrono Trigger

Wenn es um die besten (Rollen-) Spiele aller Zeiten geht, kommen selbsternannte Juroren an einem Titel definitiv nicht vorbei: Chrono Trigger. Vor knapp 14 Jahren in Japan und Amerika für das SNES erschienen, durften europäische Spieler nie direkt Hand anlegen. Gleiches galt für den PSX-Nachfolger Chrono Cross, das aber nie die an die Erfolge des großen Bruders anknüpfen konnte - der Wechsel des Entwicklerteams wurde von den Fans anscheinend weniger gut aufgenommen als gedacht. Im Februar dieses Jahres war es dann endlich soweit. Mit einer leicht überarbeiteten NDS-Version kam Chrono Trigger zurück auf die moderne Konsole, auch in Europa. Auf eine Lokalisierung muss zwar weiterhin verzichtet werden, aber dafür ist ein großer Sack "geniales Spiel" mit an Bord.

Zurück in die Zukunft und wieder zurück

Zeitreiseabenteuer gab es zwar schon bei Day of the Tentacle, aber in einer solch erzählerischen Güte, wie Chrono Trigger sie erzählt, machen es jeden Videospieler heute noch glücklich. Titelheld ist Crono, ein verschlafener Junge von nebenan, der unbedarft auf das große Festival vor seiner Haustür stolpert, um der neuen Erfindung seiner Freundin Lucca seine Aufmerksamkeit zu schenken.

Als kluge Tüftlerin ist es ihr gelungen, einen Teleporter zu bauen, der Menschen über zwei Meter von links nach rechts schickt. Beeindruckend! Das tut er auch zuverlässig, zumindest bis Marle ins Spiel kommt, ein "normales" Mädchen, das sich Crono auf dem Festival kurzerhand anschließt. Als ihr Amulett in merkwürdige Resonanz mit dem Teleporter tritt, landet sie 400 Jahre in der Vergangenheit, wobei ihr Crono selbstredend gentlemenlike folgt.

So beginnt das epische Abenteuer über sieben Epochen, dessen wahren Hintergründe natürlich nichts verraten werden. Die kurzweiligen, lustigen und niemals langatmigen Dialogen rund um diese Reise sind es nämlich, die Chrono Trigger zu etwas ganz besonderem machen. Dass Chrono Trigger noch heute zu den ganz großen Rollenspielerlebnissen zählt, liegt an seinem innovativen Design, das bis heute nur von wenigen Spielen erreicht wurde und aus dem Titel ein Gesamtwerk macht, das für sich alleine steht. Es beginnt bei den sieben Charakteren.

Ist Crono noch der "normalste" von der Bande, fängt es bei Lucca schon an. In ihrem ulkigen Outfit und ihrer abgedrehten Sprachweise übernimmt sie den witzigen Part, ohne dabei je ungewollt lächerlich zu wirken. Recht bald trefft ihr auf Frog, einem ehrhaften Schwertkämpfer, der leider das Pech hatte, in einen - ihr ahnt es vielleicht - Frosch verwandelt zu werden. In der Zukunft schließt sich euch Robo an. Menschenähnlich und ein Herz für Blumen. Eine Urzeithöhlenbraut und ein Schwarzmagier runden die Riege ab.

Zufallskämpfe? Ein Relikt der Vergangenheit...

An die epische Geschichte rund um Final Fantasy VII kommt Chrono Trigger nicht heran, was sicherlich an den damals begrenzten Möglichkeiten des SNES lag. Wesentlich besser als die vielen 08/15 Rollenspiele oder Romane ist sie aber bei Weitem.

Die Handlungen, die ihr in der Vergangenheit vollführt, haben mitunter weit reichenden Einfluss auf die Zukunft und gipfeln in (mit dem neuen) 14 verschiedenen Enden bei einer Spielzeit von circa 20 Stunden. Ein weiterer Grund, warum die Fangemeinde damals so begeistert war und heute noch ist, ist das Kampfsystem. Anstatt auf separate Kampfbildschirme zu setzen, kämpft ihr zwar rundenbasiert, aber in der jeweiligen Umgebung. Das heißt, dass ihr die Gegner in der Regel vorher seht, solange sie sich nicht in Bäumen verstecken, in Büschen rascheln oder auf einem Geländer heruntergerutscht kommen. Ständig seht ihr kleine Gnome, die ihren Schabernack mit der Umgebung treiben und sei es nur, dass sie mit einer lebenden Kugel Fußball spielen. An anderer Stelle wieder feiern sie ein fröhliches Fest, solange sie auf euch warten oder unterhalten sich amüsiert darüber, in welche berühmte Person sie sich als nächstes verwandeln.

Interaktivität ist das Zauberwort, ohne den permanent flotten Spielfluss zu unterbrechen. Ihr durchstreift das Gelände, schmunzelt die dicken Eber in Rüstung an und schon geht es in den Kampf. Da diese in den normalen Räumlichkeiten stattfinden, nutzen die Gegner immer mal wieder die lokalen Gegebenheiten für Spezialattacken oder Slapstickeinlagen.

Zeitabenteuer mit Vorspulfunktion

Das Kampfsystem selbst ist relativ simpel gehalten, was auch für die Charakterentwicklung gilt. Sie läuft automatisch. In den Kampf gehen maximal drei Partymitglieder. Eine sich stets wieder füllende Leiste unter den Charakterbildern zeigt an, wann der entsprechende Protagonist als nächstes dran ist. Zur Wahl stehen dann eine normale Attacke, der Einsatz von Items oder Spezialtechniken, die zu zweit oder zu dritt ausgeführt werden. Dafür müssen sich aber die jeweiligen Charaktere ebenfalls in Angriffsstellung befinden, was dem Gegner wiederum die Möglichkeit gibt, selbst anzugreifen, während ihr wartet.

Ihr selbst könnt euch zwar nicht direkt während der Kämpfe bewegen - die CPU tut es situationsbedingt manchmal von alleine - aber die Gegner können es. So bekommen Flächenzauber (anders bei den rundenbasierten Kämpfen in Final Fantasy zum Beispiel) eine besondere Bedeutung, da nur die Gegner auch getroffen werden, die sich in Reichweite befinden. Andersrum wieder heißt es, dass Endgegner ihre Spezialattacken auch nur dann ausführen können, wenn sie den Platz dafür haben (Wenn der Angriff beispielsweise durch eine magische Attacke von euch getriggert wird, der Gegner aber gerade in einer Ecke hockt).

Überaus angenehm werden die meisten Spieler die sehr hohe Spielgeschwindigkeit empfinden. Wer keine Lust auf Kämpfen hat, kann die meisten Encounter einfach umgehen. Auf der Weltkarte müsst ihr sogar gar nicht kämpfen. Da der Schwierigkeitsgrad aber nicht so niedrig ist, dass fehlendes Training dennoch zum Erfolg führt, solltet ihr euch das gut überlegen.

Dennoch lassen sich so die hin und wieder auftretenden Backtracking-Passagen sehr gut meistern. Aber selbst in den Kämpfen könnt ihr Zeit gut machen. In den Optionen lässt sich die Kampfgeschwindigkeit in mehreren Stufen regeln, was in Kombination mit den Funktion "Active" (Gegner greifen an, während ihr überlegt) und "Wait" (Gegner warten, während ihr überlegt) ein überaus flottes Vergnügen bereitet.

Gekonnter Feinschliff

Die Änderungen gegenüber dem Original sind zwar vorhanden, werden alteingesessene Fans aber eher enttäuschen. Mit an Bord sind alle Änderungen, die damals schon vom Port zur PSX (Chrono Trigger war Teil von Final Fantasy Chronicles) gemacht wurden. Vorneweg die wunderschöne handgezeichnete Zwischensequenz im Intro. Ganz neu dabei sind zwei verschiedene Steuermodi.

Die klassische Variante, bei der der Touchscreen nur zur Anzeige der Statusanzeigen dient, und eine zweite, bei der ihr die Kampfbefehle über diesen steuern könnt. In beiden Fällen habt ihr auf dem unteren Screen eine sich selbst aktualisierende Umgebungskarte sowie Schnellzugriffe für das Menü.

Die neuen Dungeons werden Fans etwas zwiespältig in Erinnerung behalten. Die so genannte Dimensional Vortices sind noch die nettesten Vertreter. Neue Items gibt es hier ebenso zu finden wie ein 14. Ende und einen echt fiesen Obermotz, der einen Link zu Chrono Cross schafft. Leider habt ihr hierauf erst Zugriff, wenn ihr das Spiel einmal beendet habt, wobei ihr für den alternativen Bosskampf sowieso sehr (!) lange trainieren müsst. Zum Lost Sanctum dürft ihr schon eher reisen, nur handelt es dabei mehr um eine Ansammlung locker zusammen gewürfelter Trainingsareale, die storytechnisch keine Relevanz hat. Die "Arena of the Ages" ist der Multiplayermodus. Hier trainiert ihr eigene Monster und lasst sie anschließend gegen die CPU oder gegen eure Freunde über ein "drahtloses Multikartenspiel" kämpfen. Klingt unspannend? Ist es auch und die wohl enttäuschendste Neuerung.

Ein klein wenig Trost spendet die überarbeitete englische Übersetzung. Auf deutsche Texte muss aber verzichtet werden, was überaus schade ist. Denn nur wer der englischen Sprache wirklich mächtig ist, wird an den Dialogen seinen Spaß finden. Zweifellos grandios ist der Soundtrack. Markante Klänge für jede einzelne Region, malerisch unterlegte Endgegnerkämpfe, romantische Liebesszenen. Hier ist einfach alles dabei. Auf der grafischen Seite wurden keine merklichen Änderungen vorgenommen. Der SNES-Charme mag für viele überholt wirken, kann aber mit vielen kleinen Details punkten und kommt auf dem NDS ganz gut rüber. Dass einige Effekte nicht mehr "up to date" sind, ist aber nicht zu übersehen.

Fazit

Chrono Trigger ist mit Sicherheit eines der Rollenspiele, die vielen Spielergenerationen hoffentlich noch lange in Erinnerung bleiben werden. Es ist eine Art Gesamtkunstwerk, das das viele Lob wirklich verdient hat. Ob Chrono Trigger besser oder größer als die Rollenspiele heutzutage ist? Darüber lässt sich viel diskutieren. Fakt ist, dass Chrono Trigger die Zeit überdauert hat. Wenn heutige Titel im Jahr 2020 noch immer für so viel Lob und begeisterte Spieler sorgen, dann darf der Vergleich ein weiteres Mal angestellt werden. Nicht vergessen werden darf jedoch, dass sich die Neuerungen in Grenzen halten. Von allen bisher erschienenden Auflagen ist es mit Sicherheit die kompletteste, ein bisschen Enttäuschung schwingt aber mit. Zudem ist gerade für deutsche Spieler die fehlende Übersetzung überaus ärgerlich. Wer Chrono Trigger nicht kennt und die Sprache nicht scheut, sollte sich an den Titel wagen. Es ist ein großartiges Rollenspiel, das sich nur wenigen anderen geschlagen geben muss.

Chrono Trigger

Ist der Artikel hilfreich? Dann bookmarken Sie ihn bei:

Hilfe?

3D Multiplayer-Games: Popstars The Game

Tauche ein in die Welt der Stars und bring Deine Fans auf der Bühne zum kochen. Neben Ruhm winkt einer der Megapreise im Gewinnspiel! zum Spiel...

Yahoo! Spiele-Forum

Chrono Trigger im Test. Was halten Sie vom neuen Spiel von Square Enix?

Teilen Sie Ihre Meinung mit anderen Yahoo!-Usern.

Link zum Forum

Zum Games Guide-Forum · Zum Online-Spiele-Forum

 

 

 

Yahoo! Highlights:

Filmblog
Spiele Highlights
Video Suche
DFB Pokal
Autonews
Reiseplaner
Mehr...

 

Aktuelle Videospiele News:

PC: Dragon Age: Erstes Kapitel des Flash...
Assassin's Creed: Lineage
Tales of Monkey Island
X360: Händler-Infomaterial zu Mass Effec...
PC: Händler-Infomaterial zu Mass Effect ...
PS3: FIFA 10: Details zum neuen Patch
PC: Mass Effect 2 definitiv nicht für di...
Brink-Entwickler
Darkest of Days
PC: Infinity Ward lehnte "lächerlich" ho...
PS3: Brink auf PC mit dedizierten Server...
PC: Petition für dedizierte Server in MW...
PC: Infinity Wards Bowling: Entwickler s...
JoWood
W40k: Dawn of War 2

Weitere Spiele Reviews:

PC: Majesty 2 - The Fantasy Kingdom Simu...
PS2: The Beatles: Rock Band
Boom Blox: Smash Party
Monkey Island SE & Mass Effect
PC: Black Mirror 2
PS3: inFamous
Gardening Mama [DS , Mag64]
TMNT: Turtles in Time Re-Shelled
Marvel Ultimate Alliance 2
Infamous
PS3: WWE SmackDown vs. RAW 2010
PS3: Battlefield 1943
Grand Slam Tennis [WII , Mag64]
PSP: Soul Calibur: Broken Destiny
PC: Tunnel Rats 1968

Vorschau auf neue Spiele:

PC: Empire: Total War
PS3: Quantum Theory
PS3: Dark Void
PC: Die Sims 3
PS3: gamescom Highlights: Spezial
WII: Wii 2009: Wie, 10 Spiele?
PC: Battlefield 1943
X360: DJ Hero
Resident Evil: The Darkside Chronicles
PC: Velvet Assassin
Assassins Creed 2
PS3: Army of Two: The 40th Day
PS3: Bayonetta
PC: Command & Conquer 4: Tiberian Tw...
DS: GTA: Chinatown Wars