Elite Forces: Unit 77

Review
Plattform
Vertrieb
Koch Media
Entwickler
Abylight
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
12
Elite Forces: Unit 77

Gesamtwertung

54 %/10

Grafik

7

Sound

Ausreichend

Lanzeitspaß

Ungenügend

Spieleinstieg

Ungenügend

Bedienung

8

Elite Forces: Unit 77

Angriff der Klonkrieger

Für eine Entwicklung von der man nicht viel mitbekommen hat, sieht Elite Forces: Unit 77 ziemlich ordentlich aus. Was bei alten Spielen wie Mercs aus der Vogelperspektive mit Pixelmännchen dargestellt wurde, wird hier in schönen Polygonmodellen gezeigt. Auch die Umgebungen sind durchaus nett anzuschauen. Mit einem Stirnrunzeln nimmt man allerdings die Tatsache wahr, dass alle Gegner mehr oder minder gleich aussehen und nur ihre Kleidung sich in den Farben unterscheidet. Wenn die Feinde in großen Mengen auf Euch einstürmen, sieht man nur noch eine große Masse von Klonkriegern.

Zu viel Valium

Hallo!? Wir sind im Krieg und nicht auf einem Kaffeekränzchen, wo belanglos der Musikantenstadl dahin plätschern darf. Statt aber packende Klänge zu vernehmen, laufen im Hintergrund zur Kampfaction derart seichte Melodien ab, dass uns die Finger beim Testen einschlafen wollten. Aufgeweckt wurden wir lediglich von den nervtötenden Soundeffekten, die aus den Lautsprechern des Nintendo DS tönen, wenn man zum Beispiel einen gegnerischen Soldaten getroffen hat oder selbst Schaden nimmt. Man dreht also schnellst möglich den Sound ab und wirft eine CD, die dem eigenen Geschmack entspricht, in die CD-Anlage.

Wie in alten Zeiten

Elite Forces: Unit 77 erinnert grundsätzlich stark an die alten Action-Spiele der 80er-Jahre, die damals von Capcom auf diversen Arcade-Systemen erschienen sind. Aus der Iso-Perspektive habt Ihr Eure Charaktere im Blick und manövriert sie mittels Stylus durch die Areale. Ihre Geschosse suchen den Feind, wie Ratten den Speck, wenn Ihr die Feinde auf dem Screen einfach antippt. Da Ihr aber immer nur einen der vier zur Verfügung stehenden Charaktere steuert, müsst Ihr häufiger umschalten um die Kollegen zu retten. Diese rennen nämlich wie an einem Pfaden aufgereiht hinter Euch her und schießen eher sporadisch. Flotte Wechsel zwischen der Elite-Truppe sind also anzuraten. Dafür tippt Ihr gelegentlich auf das Charakterbild am rechten Bildschirmrand. Schneller hätte man die Prozedur nicht lösen können.

Gebt den Terroristen Saures

Die Story rund um die vier Soldaten der Spezialeinheit 77 wird in kurzen Standsequenzen erläutert. Überall auf der Welt verschwinden wichtige Prominente wie von Geisterhand. Man sieht keine andere Wahl als alle Hoffnungen in die vier Spezialisten zu setzen. Diese ergänzen sich durch Ihre verschiedenen Fähigkeiten super untereinander. So ist Kendra Chase eine begnadete Scharfschützin, Dag Hammer ist der Mann fürs "Grobe" indem er seine Bazooka Taten sprechen lässt, T.K Richter entschärft Granaten und Bill Matic überwindet jedes technische Hindernis ohne Probleme. All diese Fähigkeiten müssen in Elite Forces: Unit 77 auch nicht zu sparsam eingesetzt werden. Beispiel gefällig? Ihr wollt Geiseln befreien, Sniper behindern Euch aber am Durchkommen. Kendra schießt die Schützen aus diesem Grund aus sicherer Entfernung ab. Wenige Meter weiter ist ein Tor zum Jeep geschlossen, dem sich Bill geübt annimmt und den Strom überbrückt. Die Rätsel sind nicht gerade anspruchsvoll, lockern die Schussgefechte aber auf. Dieses Action-Spiel kann nämlich andernfalls sehr anstrengend werden, wenn Ihr Wege durch die Pampa noch einmal antreten müsst. Alle Feinde respawnen grundsätzlich an den exakt Stellen wenige Sekunden nach dem Ihr den Ort verlassen habt. Die Karte wimmelt folglich nur vor schießwütigen Feinden.

Die Mission hängt am seidenen Faden

Nach dem trashigen Intro wird Euch schnell erklärt wie das Spielprinzip von Elite Force: Unit 77 abläuft. Ein Tutorial ist in diesem Fall wichtig, denn die Anleitung ist mit ihren knappen drei Seiten reichlich dürftig ausgefallen. Die Eigenheiten des Spiels sind schnell in Fleisch und Blut übergegangen, zumal der Schwierigkeitsgrad nur seicht ansteigt und euch anfangs nicht vor größere Probleme stellt. Später wird es aber, insbesondere wenn man mehrere Charaktere gleichzeitig gesund halten muss, umständlich. Kündigt sich das Ableben eines Kämpfers an, ist schnelle Heilung gefordert. Sollte nur eine Person der Elitetruppe das Zeitliche segnen, bedeutet das sogleich den Neustart der Mission am letzten Speicherpunkt. Und auch diese sind sehr rar gesät auf den Maps. Hier vermag es dadurch schnell zu Frust zu kommen, da die K.I. der Mitstreiter auch nicht die hellste ist.

Fazit

Elite Forces: Unit 77 verschwindet mit so wenig Aufsehen aus den Regalen der Verkäufer wie es auch dort hinein gekommen ist. Mal ehrlich, wer hat denn überhaupt mitbekommen, dass dieser Titel in Entwicklung war? So verwundert es nicht, dass die Qualität dieses Action-Spiels eher zweifelhaft ist. Man hat es keinesfalls mit einem schlechten Spiel zu tun, aber in der Not frisst der Teufel ja auch Fliegen. Muss man sich Elite Forces: Unit 77 also holen? Nein, gewiss nicht, denn dafür ist es einfach ein zu eintöniges Spiel mit einigen Macken. Nach wenigen Spielminuten habt ihr alles gesehen, was die vier Spezialsoldaten zu bieten haben und ärgert Euch fortan mit dem extremen Respawning oder der Tatsache herum, dass in den meisten Missionen nicht mehr als zwei Speicherpunkte gegeben sind. Alsbald kommt Ihr Euch wie ein Babysitter vor, der versucht eine Horde Muskelprotze mit den verschleppten Geiseln unter einen Hut zu bringen. Die Soldaten stellen sich dabei sogar noch ungeschickter an als die unbewaffneten Zivilisten, denn wird auf Eure Truppe geschossen, stehen die Charaktere meistens erst einmal eine Weile Däumchen drehend auf dem Fleck. Es liegt also an Euch, ständig durch die Charaktere durch zu wechseln und diese zu heilen. Schade, denn Elite Forces: Unit 77 hätte mehr Potenzial gehabt, denn ein Spiel wie Mercs seinerzeit fehlt uns heute noch auf dem Nintendo DS.

Elite Forces: Unit 77

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