Gesamtwertung85 %/10 |
GrafikUngenügend Sound7 |
Lanzeitspaß7 Spieleinstieg8 |
Bedienung9 |
Das erste Remake des 1989 erschienenden Originals "Der Schattendrache und das Schwert des Lichts" (damals für das NES) ist es zwar nicht, aber dafür der erste mit WiFi-Multiplayermodus. Noch immer schlüpft ihr in die Haut von Prinz Marth, aus seinem Königreich Altea vertrieben und nun auf der Suche nach dem Schwert Falchion nebst dem Fire Emblem, um den namensgebenden Drachen Medeus erneut in die Schranken zu weisen. Das Spielprinzip wurde gegenüber der Vorlage den Nachfolgern angepasst und bietet den seither bekannten Tiefgang. Als rundenbasiertes Strategiespiel sind die Grundmechaniken schnell gelernt, aber schwer zu meistern. Es gibt drei Einheits-Typen. Kämpfer, die zum Angriff direkt neben dem Ziel stehen müssen (Bsp. Ritter und Lords), indirekte Einheiten (Angriffsmagier und Schützen), die mindestens zwei Felder entfernt stehen sollten sowie Kleriker, die im eigenen Stützpunkten Heilmagie verrichten. Im Kampf kommt das so genannte Waffendreieck zum Einsatz: Schwert ist stärker als Axt, diese stärker als die Lanze, letztere wiederum stärker als das Schwert.
Ihr könnt eure Einheiten bequem über den Touchscreen steuern, wobei die "Steuerkreuz und Knöpfchen"-Methode mindestens ebenbürtig ist. Sobald ihr eine Einheit ausgewählt habt, wird ihr aktueller Status - durch Levelaufstiege können alle Kämpfer ihre Attribute verbessern - angezeigt nebst ihrem Aktionsradius. Mit der R-Taste könnt ihr, während das Spielgeschehen untern abläuft, zwischen den Statuseigenschaften der gerade ausgewählten Einheit und einer Übersichtskarte umschalten.
Ein vierteiliger Prolog führt euch nicht nur in die Geschichte ein, sondern erklärt die zu Grunde liegende Spielmechanik. So können berittene Streitkräfte nicht durch Wälder laufen, Flugeinheiten besonders große Strecken zurücklegen, sind dabei aber besonders anfällig gegen Schützen, Piraten direkt über Wasser laufen und so weiter und so fort. Ziemlich (ziemlich) hartgesottene Spieler wählen vor Spielbeginn den harten Schwierigkeitsgrad, der sich aber nur durch ein - der Name lässt es vermuten - viel härtere Gegner auszeichnet.
Egal ob Multikartenspiel oder online mittels WiFi-Connection. Gegen einen weiteren Spieler macht Fire Emblem richtig Spaß und nutzt sogar vorbildlich die Funktionen des NDS. Ihr könnt Einheiten tauschen, um so für ein Stärkegleichgewicht zu sorgen, im Onlineshop besondere Items erwerben, eure aufgelevelten Truppen in den Kampf schicken und während der Schlachten per MicChat mit dem Mitspieler chatten.
Die Technik des NDS ist zwar nicht unbedingt für grafisch opulente Titel geeignet, aber mehr als die gesichtslosen "3D-Sprites" eines Fire Emblem-Remakes ist dann doch drin. Sind die kleinen Charaktersymbole auf der Strategiekarte noch im Soll, sind die in Nahaufnahme und dem oberen Screen gezeigten Nahaufnahmen der Sprites beinahe hässlich. Schade, denn die Animationen sind gar nicht so schlecht, nur wirken sie nicht so richtig, wenn sie von einer Schaufensterpuppe ausgeführt werden. In der Summe ist die Optik ganz in Ordnung, wirkt aber deutlich angefressen.
Der anständige Soundtrack mit Mittelalterfeeling ist sehr gut eingespielt, lässt nach einigen Spielstunden aber die Portion Abwechslung vermissen. So wirkt vieles irgendwann monoton, nervt zwar nicht wirklich, aber ein bisschen Variation wäre nett gewesen.
Fleißigen Super Smash Bros. Spielern wird der flinke Schwertkämpfer Marth bestimmt bekannt vorkommen. Umso schöner, dass ihr jetzt live seinen Werdegang erleben dürft. Als aufpoliertes Remake spielt sich Shadow Dragon frisch, flott und überaus herausfordernd und zeigt nach wenigen Missionen, warum die Serie im Land der aufgehenden Sonne so viel Ruhm und Ehre ernten konnte. Gegenüber der Version in der Virtual Console ist endlich ein Multiplayermodus mit an Bord. Vielen wird das "Schere-Stein-Papier"-Prinzip etwas zu oberflächlich vorkommen, aber in Kombination mit dem Terrain, einer Menge Items und dem Verschleiß der Waffen ist Fire Emblem anspruchsvoller, als es den Anschein macht. Wer sich dennoch langweilt, sollte mal den höheren Schwierigkeitsgrad versuchen.
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