Gesamtwertung69 %/10 |
Grafik7 SoundUngenügend |
Lanzeitspaß7 Spieleinstieg8 |
BedienungMangelhaft |
Das Wichtigste in einem Musikspiel ist... Na, wie sollte es anders sein: Die Musik. Auch auf dem DS bekommt man eine fast 30 Songs umfassende Auswahl um unterwegs gut versorgt zu sein. Zwischen Songs wie "Can't Stop" von den Red Hot Chili Peppers oder Weezers "Buddy Holly" findet sich allerdings auch merkwürdigerweise ein Song von Tokio Hotel. EA hat schon bei Rock Band gelernt, dass wir solche Songs nicht zwischen so vielen Klassikern haben wollen. Außerdem will Guitar Hero On Tour: Decades mit den besten Rocktracks der letzten drei Jahrzehnte auftrumpfen, kann diese Aufgabe aber nur eher mäßig erfüllen, weil viele der Songs einfach nicht besonders gut widerspiegeln, was in den Jahren wirklich viel gehört wurde und auch heute noch bekannt ist. Wir stellen jedenfalls in Frage, ob Lieder wie "La Bamba" wirklich auf eine Rock-Compilation gehören. Wenigstens sind die Songs dieses mal alle Originale von den dazugehörigen Bands und auf Cover wurde komplett verzichtet. Dass Guitar Hero einfach nicht auf den Nintendo DS gehört, merkt Ihr auch an der Soundqualität der verschiedenen Tracks. Lag es am begrenzten Speicher auf dem Modul? Wir wissen es nicht, aber die Songs klingen alle verrauscht und dumpf. So möchte auch mit Kopfhörern (die uns das Spiel vorher für das optimale Klangergebnis nahe legt) kein klarer Sound aus dem kleinen Handheld kommen, weil sich die Lieder viel zu schlecht komprimiert auf dem Modul befinden. Wer Guitar Hero On Tour: Decades mit dem mobilen Vorgänger verbindet, kann die Tracklist aus dem Erstling übernehmen, was für eine kurze Session ja ganz nett ist, aber wenig Sinn hat, wenn nach dem Ausschalten alle Songs verschwunden sind, weil der DS keinen internen Speicher besitzt.
Dass Guitar Hero auch einmal so auf dem DS möglich wäre, wie wir es schon alle seit ein paar Jahren auf den heimischen Konsolen kennen, hätte man wirklich nicht gedacht. Aber Activision hat das Gameplay nahezu unverändert auf das Handheld übertragen und das Spiel lediglich um eine Saite bei der Zusatzhardware beschnitten. Guitar Hero On Tour: Decades verfügt wie auch schon der Vorgänger über den ganz normalen Singleplayer-Modus, in dem der Reihe nach durch den Sieg über einen Track weitere Songs freigeschaltet werden und in weiteren Clubs gespielt werden kann. Auch Zugaben triggern regelmäßig automatisch und Ihr startet unter lautem Jubel eine Performance zu neuen Liedern. Für gute Auftritte gibt es natürlich auch wieder Bares um im Shop neue Gitarren zu kaufen. Ihr entscheidet Euch nach dem Tutorial aber erst einmal für die Richtung Eurer Karriere. Es gibt zwei verschiedene Gitarren-Variationen zur Auswahl, wobei diese sich wenig unterscheiden, außer dass eine eben die Leadgitarre ist und mit der anderen eher melodiöse Parts der Songs gespielt werden. Darum ist man auch eher nicht motiviert, nach dem Durchspielen der einen Karriere, noch einmal die gleichen Songs nur mit anderen Noten zu spielen. Die Tracklist ist in diesem Fall auch einfach weniger gelungen, als bei den großen Guitar Heros. Wenn sehr viel Müll unter den 28 Songs ist, wird das leider kaum ausgeglichen, vor allem da es auch keinen Downloadcontent, wie in Guitar Hero 3 geben kann. Der Kampfmodus ist prinzipiell identisch zu den Bosskämpfen beim großen Pendant. Ihr versucht, einen Konkurrenten durch den geschickten Einsatz von Attacken aus dem Konzept zu bringen, und wer am Ende die meisten Punkte erspielt hat, gewinnt auch diesen Battle. Natürlich kann Euer Gegner auch Euren Gitarristen durch Angriffe stören, wie zum Beispiel Bomben auf den zu spielenden Noten, denen Ihr ausweichen müsst. Hier werden Euch die Fähigkeiten des DS aufgezwungen, was leider oft nervt. Durch die zwei Screens behält man nie die Übersicht darüber, welche Items Ihr gerade besitzt, weil Ihr zu sehr auf die Noten achtet.
Ein gutes Tutorial zeigt Anfängern wie es läuft. Wer nicht weiß, was Hammer-Ons oder Pull-Offs sind, sollte nicht direkt verschreckt davon laufen, denn Guitar Hero On Tour: Decade klärt auf. Das Tutorial ist in Kapitel unterteilt, die alle Tricks zeigen, die Anfänger und fortgeschrittene Spieler benötigen um Guitar Hero On Tour: Decades zu meistern. Besonders am Beispiel der Hammer-Ons und Pull-Offs hat das Spiel eine hervorragende Erklärung für die zwei Techniken parat und versinnbildlicht warum auch echte Gitarren so funktionieren. Am selben Beispiel wird allerdings auch deutlich, dass die Übungen im Tutorial zu leicht ausgefallen sind. Natürlich soll niemand schon in der Erklärung graue Haare bekommen, aber nur weil man im Tutorial Hammer-Ons gezeigt bekommt, heißt das noch nicht, dass man sie im Spiel anwenden kann. Diese Techniken werden zwar erst ab dem schweren Schwierigkeitsgrad wirklich gebraucht, dort ist es dann aber auch ein Muss sie zu beherrschen und das erlernt man anhand der leichten Aufgaben im Tutorial wohl kaum. Von Guitar Hero 3 existieren auch die wahnsinnigsten Videos im Internet (Stichwort: Through the Fire and the Flames), aber an dieser Stelle eine Entwarnung an die Angsthasen. Derartig schwer wird Guitar Hero On Tour: Decades zu keiner Zeit. Mit nur vier Tasten fällt das Umgreifen immerhin weg und viele komplizierte Stellen werden in den Songs entschärft, damit man auch auf dem Nintendo DS eine Chance auf gute Scores hat.
Die Überschrift kündigt es an und wir betonen es noch einmal... Komfort sieht anders aus. Obwohl die letzte Session Guitar Hero On Tour: Decades nun ein paar Stunden her ist, schmerzen die Finger, mit denen man die Tasten bedient hat, jämmerlich und in der anderen Hand kündigt sich soeben eine Sehnenscheiden-Entzündung an. Ok, das ist eventuell etwas übertrieben, aber Krämpfe in beiden Händen plus eingeschlafene Oberarme sind hier Programm. Der Griff mit den bunten Tasten hat zwar einen Gurt, damit Ihr Euch nicht auch noch damit beschäftigen müsst den DS irgendwie in Eurer Hand zu behalten, aber während des Tests kam es immer wieder vor, dass die Schlaufe weiter geworden ist und man dann eben doch entweder mit dem Handballen den Handheld noch umklammern musste oder aber das Lied pausieren musste, um den Gurt wieder etwas enger zu stellen. Das ist sehr nervig und demotiviert ungemein. Außerdem mag aufgrund der kleinen Größe beim DS gar kein Guitar Hero-Feeling aufkommen. Man spielt ausnahmslos im Liegen oder Sitzen und starrt auf die kleinen Bildschirme und verliert bei den zwei Screens auch noch den Überblick. Im normalen Singleplayer-Modus ist das ja nicht schlimm, hier ist nur Konzentration auf die Noten wichtig. Im Kampfmodus jedoch bedarf es des beherzten Einsatzes von Items, die aber oberhalb der Gitarrensaiten liegen und durch eine Berührung mit dem Plektrum erst einmal aktiviert werden müssen. Dabei verliert Ihr sofort die Noten aus dem Blick und könnt auch nicht gleichzeitig die Saiten anschlagen und das Item auswählen. Guiter Hero On Tour: Decades spielt sich ansonsten einwandfrei, auch wenn Highscores schwer möglich sind, weil der Touchscreen manchmal schlecht reagiert. Bei schnellen Notenfolgen kann man das Anstreichen der Saiten vergessen, hier funktioniert nur noch schnelles Tippen mit dem Stylus-Plektrum. Während des Spielens wird die gesammelte Star Power übrigens durch einen Schrei ins Mikro (wahlweise reicht auch Pusten...) aktiviert, um den Score nach oben zu treiben.
Die Grafik in Guitar Hero On Tour: Decades ist für DS-Verhältnisse ziemlich gelungen. Das Charakterdesign der Rocker ist aus Guitar Hero 3 übernommen worden und hat durch die schmalbrüstigen Fähigkeiten des DS nichts eingebüßt. Die Grafik ist nur leider generell etwas zu pixelig geraten. Wenn man aber mal ehrlich ist, so habt Ihr während des Spielens eh nur den Bruchteil einer Sekunde Zeit auf die Grafik zu achten. Man konzentriert sich ohnehin viel zu sehr auf das Notenfließband, welches eher zweckmäßig gehalten ist. Wer bei Guitar Hero an der Grafik meckert, hat nicht nicht verstanden, worum es in einem Musikspiel geht.
Bei den Guitar Hero-Spielen für die stationären Konsolen, war der Multiplayer-Modus immer das Highlight der Disk. Alle wichtigen Modi sind auch auf dem Handheld vertreten, die da wären: Duell, Pro Duell, Koop und Gitarrenschlacht. In den zwei Duell-Arten spielen lediglich zwei Spieler auf Highscore gegeneinander. Der einzige Unterschied zwischen den Beiden ist, dass bei ersterem der Schwierigkeitsgrad nicht gleich sein muss, bei letzterem aber schon. Im Koop-Modus spielt ein Gitarrist mit der Leadgitarre und der andere greift auf die Rhythmus- oder Bassgitarre zurück um anschließend einen Song gemeinsam zu spielen. Hier dürfen die Schwierigkeitsgrade unabhängig sein. In der Gitarrenschlacht spielt Ihr eigentlich nur den aus dem Singleplayer-Modus bekannten Kampfmodus, nur dieses mal gegen einen menschlichen Gegner, was natürlich die Stimmung im Raum anheizt.
Guitar Hero: On Tour - Decades ist im Prinzip ein gelungener Ableger für unterwegs, der aber leider nur den Appetit auf die nahezu perfekten Umsetzungen für die großen Konsolen schürt. Die Tracklist ist etwas klein, der Sound an sich viel zu dumpf, so dass kein Hörgenuss aufkommen mag und spätestens, wenn die Hände vom Spielen weh tun (und das passiert schnell), legt Ihr das portable Guitar Hero zur Seite. Der Soundtrack selbst ist wie immer Geschmackssache. Da dieser Teil allerdings unter dem Motto "Die besten Songs der letzten dreißig Jahre" steht, ist es etwas unverständlich, dass auf die Deutsche Version doch noch Tokio Hotel Einzug gefunden hat und andere große Klassiker einfach nicht vertreten sind. Grafisch orientiert sich auch diese Version wie immer am beliebten Comic-Style. Davon habt ihr allerdings eh nichts, weil Ihr ständig auf den Bildschirm des DS starrt und gar keine Zeit habt, auf die Grafik zu achten. Das ist auch ein böser Nachteil von Guitar Heros: On Tour - Decades. Ihr müsstet eigentlich schon einen Blick auf den Touchscreen werfen, da die Noten aber so schnell das Fließband auf dem anderen Screen hinabscrollen, versaut Ihr Euch den Highscore sobald der Blick wandert. Auch macht Ihr Euch eher den Touchscreen durch das Geshreddere kaputt, als wirklich 100 Prozent der Noten zu treffen, was sehr demotivierend wirkt. Als Appetithappen ist Guitar Hero: On Tour - Decades also durchaus geeignet, aber sobald die Finger schmerzen, ist der Umstieg zu den Konsolen-Fassungen gewiss.
Du bist Gladiator, der Held der Spiele im Kolosseum. Besiege Deine Gegner und erkämpfe Dir die Cance auf 10.000 €. zum Spiel...
Guitar Hero: On Tour - Decades im Test.
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