Guitar Rock Tour

Review
Plattform
Vertrieb
Ubisoft
Entwickler
Gameloft
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
0
Guitar Rock Tour

Gesamtwertung

69 %/10

Grafik

7

Sound

7

Lanzeitspaß

Ungenügend

Spieleinstieg

8

Bedienung

7

Guitar Rock Tour

Grell und Bunt

Ursprünglich kommt dieses Spiel vom Handy und erfreute sich dort so großer Beliebtheit, dass Gameloft es nun auch für den DS portiert hat. Die Grafik wurde an den DS angepasst. Auf dem Top-Screen findet die Party statt, wo in hübschen Videos die Band zur Musik abgeht. Unter den auswählbaren Charakteren ist für jeden Geschmack etwas dabei, schön animiert sind sie auch - was wollen wir mehr? Die Darstellung auf dem Touchscreen hätte vielleicht auch etwas angenehmer gestaltet sein können. Die Notecharts scrollen im eher zweckmäßig gehaltenen Style das Fließband hinab und führen durch grelle Farben vor allem beim Gitarre spielen zu Augenkrebs. Bei besonders schnellen Songs fällt da die Orientierung etwas schwer. Wer die Karriere mit den Drums begonnen hat, muss sich weniger Sorgen machen, da hier, zumindest farblich betrachtet, weniger auf dem Bildschirm los ist. Die hübschen Videos kommen auf dem Top-Screen kaum zur Geltung, da Ihr Euch ohnehin nur auf die Notecharts konzentriert. Spielerisch ist der Top-Screen aber wenigstens völlig ohne Belang, da nur der Score angezeigt wird.

Vom Klassiker zum One-Hit-Wonder

Zu viel erwarten dürft Ihr Euch von Guitar Rock Tour nicht, was die Songauswahl betrifft. Hier ist von Rock bis Pop alles dabei und bunt gemischt. Ihr dürft die Klampfe oder Sticks zu Beat It von Michael Jackson oder Girlfriend von Avril Lavigne schwingen. Richtig typische Rock-Hits sind weniger vertreten, Gameloft hat lieber auf Massentauglichkeit geachtet. Wenn man nicht mit der Erwartungshaltung eines normalen Guitar Hero's oder Rock Band's an diese Handyumsetzung geht, wo die Tracklists einfach wesentlich stimmiger sind, dann kann man mit den Songs auch durchaus seinen Spaß haben. Da es aber nur 15 verschiedene Lieder gibt, ist der Umfang dürft ausgefallen viel zu schnell habt Ihr im Storymodus alle Lieder freigeschaltet. Da man durch die wenigen Songs aber scheinbar Speicherplatz auf der DS-Karte gespart hat, ist die Soundqualität auch recht gut gelungen. Derart dumpf wie in Guitar Hero On Tour klingen die Lieder zu keiner Zeit. Nur die Soundeffekte der Instrumente klingen wie mit Spielzeug aufgenommen.

Schon einmal gesehen

Spielerisch gestaltet sich Guitar Rock Tour nun genauso wie die Fülle an anderen Musikspielen, wo Ihr einfach nur die Noten gut treffen müsst und einen Highscore aufstellt. Stellt Ihr Euch besonders schlecht an, fliegt Eure Band von der Bühne, aber das sollte zumindest auf dem normalen Schwierigkeitsgrad nicht passieren. In einem kleinen Storymodus müsst Ihr erst einmal alle Songs freispielen, bevor Ihr im Schnellen Spiel darauf zugreifen könnt. Im Storymodus könnt Ihr Euch darum erst einmal entweder für die Gitarre oder für die Drums entscheiden. Die Drums sind insgesamt wesentlich einfacher zu spielen für Anfänger. Trefft Ihr viele und insbesondere die aufleuchtenden Noten hintereinander, so könnt Ihr je nach Instrument entweder den Superstarmode aktiveren oder die Feuernoten. Im Klartext heißt das aber nicht mehr, als dass ihr den aus Rock Band oder Guitar Hero bekannten Overdrive bzw. Star Power nutzt. Hier hat man sich also definitiv wieder einmal nur bei den Genrekollegen bedient. Darüber hinaus bietet Guitar Rock Tour nichts, was ein anderes Musikspiel nicht auch bietet. Die Lieder wiederholen sich leider im Storymodus häufig, da Ihr immer drei bis vier Lieder spielen müsst, um die nächste Location freizuschalten. Bei nur 15 Liedern ist klar, dass da der ein oder andere Track drei mal gespielt werden muss.

Touchscreen und Tasten - That's all

Während Guitar Hero On Tour mit einer etwas unhandlichen, aber innovativen Steuerung glänzt, bietet Guitar Rock Tour lediglich das Standartrepertoire auf dem DS an. Mit dem Stylus tippt Ihr die Noten an um sie zu spielen, den Superstar-Mode aktiviert Ihr mit einem Schalter auf dem Touchscreen, der etwas schwer zu erreichen ist, wenn man gerade im Eifer des Gefechts ist. Mit den Drums zu spielen, klappt lediglich mit den Schultertasten des DS oder dem Steuerkreuz und A. Die Feuernoten werden völlig automatisch aktiviert, sobald Ihr zwei Stück aufgesammelt habt. Dass die Steuerung so konventionell abläuft, hat aber auch seine guten Seiten. So kann man sich nämlich wenigstens komplett auf die Noten konzentrieren und verkrampft nicht beim Anblick der Guitar Hero On Tour-Steuerung. Ohne eine Gitarre exakt zu simulieren, zockt es sich da doch wesentlich entspannter, auch wenn es vielleicht auf die Dauer etwas langweilig ist. Eure Finger werden es Euch jedenfalls danken.

Leichter geht es kaum

Es wird Euch wirklich nicht schwer gemacht mit Guitar Rock Tour zurecht zu kommen. Wer Erfahrung mit solchen Musikspielen hat, braucht nicht einmal ein Tutorial, weil eben doch sehr viel von anderen Spielen abgekupfert wurde. Das Tutorial macht aber auch nichts falsch und erklärt im Handumdrehen, wie Ihr so viel Spaß wie möglich aus diesem DS-Spiel herausholt. Die drei Schwierigkeitsgrade können nach Belieben vor einem Schnellen Spiel ausgesucht werden und später freigeschaltete Songs ziehen auch innerhalb eines Grades an. Auf Normal geht es teilweise schon ganz schön rund, aber Guitar Rock Tour reagiert immer präzise auf die Steuerung.

Genrestandard

Der Mehrspieler-Modus kann nur mit zwei DS-Karten ausgeführt werden bei jedem Spieler. Eigentlich unverständlich, weil eh immer nur auf die Tracklist zugegriffen werden kann, die der Gastgeber schon freigeschaltet hat. Als Spielmodi gibt es den ganz normalen Versus-Modus, wo mit den gleichen Instrumenten um die Wette gespielt werden darf und zusätzlich noch einen Koop-Modus. Hier entscheidet Ihr Euch für ein bestimmtes Instrument und spielt kooperativ einen Song und stellt einen Highscore auf. Sollte einer der Spieler scheitern und vom Publikum rausgekickt werden, kann der andere Spieler unter Einsatz seiner Feuernoten seinen Freunden wiederbeleben. Das geht aber maximal drei Mal.

Fazit

Nachdem ich mir bei Guitar Hero On Tour schon die Finger verknotet habe, war Guitar Rock Tour eine nette Abwechslung, weil die Steuerung wesentlich unkomplizierter von der Hand geht. Die Songs sind zwar ebenso nicht durchweg das Wahre, aber zu Beat It von Michael Jackson Schlazeug zu spielen, macht schon Spaß. Der Schwierigkeitsgrad ist niedriger als in den Guitar Hero-Spielen, aber nicht zu verachten. Wer keinen Rhythmus im Blut hat, kommt auch hier, außer auf dem leichten Grad, nicht weit. Die Songvielfalt könnte allerdings höher sein, auch wenn man das wohl wieder mit der Qualität der Lieder bezahlt hätte. Für eine Handyumsetzung ist Guitar Rock Tour in jedem Fall gut gelungen und wurde passend an die Fähigkeiten des Handhelds angepasst. Die Grafik wurde etwas aufgebohrt, auch wenn da wieder nichts besonders tolles erwartet werden kann. Im Endeffekt achtet sowieso kein Spieler wirklich darauf, was die Charaktere im Videoclip im Hintergrund gerade machen. Wer also keinen so exotischen Gitarrengriff wie bei Guitar Hero On Tour benötigt um etwas Spaß zu haben, kann ruhig zugreifen. Mit einem Musikspiel für eine Heimkonsole kann es aber nicht annähernd mithalten.

Guitar Rock Tour

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