Gesamtwertung70 %/10 |
Grafik7 SoundMangelhaft |
Lanzeitspaß7 SpieleinstiegUngenügend |
BedienungAusreichend |
Als 1998 eins der letzten Super Nintendo-Spiele in Europa auf den Markt gekommen ist, ging ein lang gehegter Wunsch für Hobbygärtner und -Bauern in Erfüllung. Einen Hof von Grund auf aufzubauen, Tiere zu verpflegen und Gemüselieferungen fertig zu machen, wurde in Harvest Moon fast perfekt umgesetzt. Zehn Jahre später ist Harvest Moon immer noch das Standbein der Entwicklerschmiede Natsume, die uns jedes Jahr mit Nachfolgern überschwemmt. Über 20 leichte Abwandlungen des Erstlings gibt es bereits auf allerhand Plattformen vom Gameboy Color bis hin zur Wii. Von kleinen Addons reden wir insbesondere deswegen, weil sich immer nur wenige Details in der Serie verändert haben. Der Grafikstil ist sogar in 3D den Urpsrüngen ähnlich geblieben und spielerisch hat sich ebenfalls nur wenig geändert. Ob Harvest Moon: Mein Inseparadies erstmals entscheidende Neuerungen spendiert bekommen hat?
Ihr beginnt das Spiel an einem Hafen, wo Ihr gerade in ein Schiff eincheckt. Dabei entscheidet Ihr Euch für das Geschlecht Eures Charakters, sowie welchen Namen er oder sie tragen soll. Überlegt dies gut, denn später lässt sich dies nicht mehr rückgängig machen. An Board des Schiffs, schläft der Spielcharakter ein und erwacht während eines tobenden Sturms auf hoher See. Ein Blitz trifft die Fähre und zerbierst ganz Titanic-like mitten auf dem Meer. Glücklicherweise werdet Ihr an den Strand einer nahe liegenden Insel geschwemmt.
Zusammen mit einer weiteren Familie, die ebenfalls dem Tod entronnen ist, baut Ihr ein neues Domizil auf der verlassenen Insel auf. Ihr wisst zwar nicht, was Euer Spielcharakter vor diesem Unglück vorgehabt hat, aber nun scheint Euer Schicksal besiegelt zu sein. Ihr werdet vom ältesten Überlebenden kurzerhand in die Künste der Landwirtschaft eingeweiht und sollt von nun an das kleine Dorf mit Lebensmitteln versorgen. Da die Insel aber vorher keine Einwohner mehr hatte, müsst Ihr die Insel erst einmal wieder bewohnbar machen. Ihr zieht in die noch vorhandenen Gebäude ein und müsst den Acker hinter Eurem Haus wieder bewirtschaften. Die heruntergekommenen Felder aufzubereiten kostet viel Zeit. Mit den entsprechenden Gerätschaften ausgestattet, zerhackt Ihr dicke Äste und zerhaut Felsbrocken, um sie als Baumaterialen zu verkaufen. Das spült wenigstens etwas Geld in die Kasse. Den Acker umgegraben, könnt Ihr im ersten Laden der Insel Saatgut kaufen. Je nach Jahreszeit werden verschiedene Gemüsesorten angeboten, so dass Ihr regelmäßig im Laden vorbei schauen solltet. Um die Spielgeschwindigkeit zu erhöhen, dauert jede Jahreszeit jedoch nur einen Monat, was Ihr bedenken solltet, damit Ihr nicht das falsche anbaut. Hier eine kleine Vorwarnung: Baut Ihr am Ende des Frühjahrs lichtempfindliche Pflanzen an und die Jahreszeit springt auf Sommer um, so verdorrt das teure Saatgut ohne dass Ihr etwas dagegen tun könnt.
Natürlich habt Ihr nicht von Anfang an alle Gegenstände um die Möglichkeiten des Hofs voll auszuschöpfen, geschweige denn könnt Ihr selbst überhaupt alle Arbeit jeden Tag verrichten. Ein Arbeitstag ist in Harvest Moon: Mein Inselparadies im Prinzip keine 10 Minuten lang. Bis 17 Uhr müssen die Produkte für den Verkauf abgeliefert werden und die Kondition des Charakters ist ebenfalls so niedrig, dass er Euch entweder vor Müdigkeit oder Hunger umkippt, bevor Ihr wirklich einen Tag lang hart gearbeitet habt. Grabt Ihr ein Feld um und sät anschließend Tomaten und Co. aus, ist die Stamina meist schon so weit runter, dass Ihr es so gerade noch schafft das Feld zu gießen. Selbst wenn dann erst 15 Uhr angezeigt wird, so könnt Ihr meistens nichts mehr mit der Spielfigur machen, da sie völlig erschöpft ist. Es ist sehr schade, dass viele Arbeiten zumindest anfangs für Euch so anstrengend sind, dass Ihr nur wenig an einem Tag erledigt bekommt. Wenn später besseres Werkzeug gekauft oder gefunden wird, ändert sich das zwar, aber der Anfang ist so unnötig zäh. Zumindest Euer Vieh will jeden Tag verpflegt werden, da die Tiere sonst krank werden, was Euch teuer zu stehen kommt. Pflegen bedeutet im Klartext, dass Ihr jederzeit frisches Futter zur Verfügung haben solltet und die Tiere ab und an mal streicheln müsst, damit sie zufrieden sind. Eine Kuh gibt glatt mehr Milch, wenn sie Euch besonders gerne mag.
Wie schon in einigen anderen Harvest Moon-Spielen, darf Euer Charakter wieder auf die Suche nach einem Partner gehen. Wenn mit der Zeit die Infrastruktur auf der Insel wieder aufgebaut ist, ziehen immer mehr Leute in Euer Inselparadies und somit gibt es auch alle möglichen potenziellen Ehepartner. Im Menü könnt Ihr dann die Vorlieben eines jeden Bewohners sehen und wisst somit, was Ihr Euren Freunden zum Geburtstag schenken könnt oder wie Ihr deren Herz im Sturm erobern könnt. Irgendwann klingeln dann die Hochzeitsglocken und sogar Nachwuchs steht an. Bis dahin ist es allerdings ein langer steiniger Weg, vor allem weil das Menü Euch gerne einen Strich durch die Rechnung macht. Die Steuerung von Harvest Moon: Mein Inselparadies ist dermaßen umständlich gelöst worden, dass Ihr Euch vor Ärger die Haare rauft. Dieses Spiel ist ein perfektes Beispiel für eine aufgezwungen wirkende Touchscreen-Steuerung, die gründlich in die Hose gegangen ist. Wollt Ihr einen Gegenstand anwenden, müsst Ihr dieses erst umständlich auf die Aktionsfelder legen und anschließend das Aktionsfeld aktivieren und dann noch einmal dieses antippen um das Gerät benutzen zu können. Habt Ihr vergessen ein Werkzeug anzuwählen, zerhackt Ihr das vor Euch liegende Holz nicht.
Nein, Ihr sammelt den ganzen Ast auf und packt Ihn in Eure Tasche! Einmal in der Tasche, könnt Ihr diesen aber nicht mehr auf dem Boden vor Euch platzieren um es zu hacken, sondern könnt Ihn wegschmeißen. Nur zerhacktes und aufbereitetes Holz bringt akzeptable Preise, wenn Ihr es verkauft. Sammelt Ihr Gegenstände aus der Welt auf, werden diese nicht sortiert im Menü aufgelistet, sondern wild verstreut und müssen erst mühsam einzeln zusammen sortiert werden um mit dem Platz einigermaßen zu haushalten. Diese umständliche Steuerung vermiest Euch das ganze Spiel, weil Ihr fast mehr durch die Menüs scrollt, als Ihr sonstige Dinge erledigt. Nicht nur spielerisch, sondern auch grafisch hat sich nicht viel in Harvest Moon: Mein Inselparadies getan. Aus der Vogelperspektive bewirtschaften wir die Felder wie eh und je und am Grafikstil ist eigentlich fast identisch zu den Vorgängern und glänzt nur durch leichte 3D-Effekte. Immerhin sind die Artworks der Charaktere im Spiel sehr lustig geworden und auf ihre Art durchaus gelungen, weil sie sehr gut zu den Persönlichkeiten der Mitbewohner passen. Die Musik schwankt beträchtlich zwischen launigen Ohrwurm-Melodien und nervigem Gedudel. Da der Soundtrack für das Spiel selbst nicht von Belang ist, kann man ruhig den Sound des Nintendo DS ausschalten. Eine Sprachausgabe hat es leider wieder nicht auf das Modul geschafft.
Als Liebhaber der älteren Harvest Moon-Teile war ich von Harvest Moon: Mein Inselparadies doch sehr enttäuscht. Der Einstieg dauert zwar nicht mehr so lang wie in so manch anderem Teil der Farmsimulation, aber oft wird man auch buchstäblich im Regen stehen gelassen, weil man keine Ahnung hat, was man als nächstes tun soll. Dazu kommt die Steuerung, die Einsteiger unter Umständen sehr verunsichert. Wieso muss man erst zehn Mal durch das Menü klicken und Gegenstände umschichten, bevor man diese wirklich nutzen kann? Etwas mehr Ausdauer wäre besonders zu Anfang des Spiels ebenfalls nicht verkehrt gewesen. Bis man bessere Werkzeuge gefunden hat, vergeht schon einiges an Zeit. Letztendlich kann man nur sagen, dass Harvest Moon: Mein Inselparadies zwar kein schlechtes Spiel ist, es aber aufgrund diverser Faktoren Anfänger eher verschreckt und für jahrelange Anhänger der Serie zu wenig Neues bietet um wirklich vor das Handheld zu locken. Natsume dürfte Harvest Moon so langsam mal komplett überarbeiten.
Mach Dir einen Namen im Dark Orbit. Allein oder mit Verbündeten wagst Du Dich in weit entfernte Sternen- systeme vor und kämpfst um 10.000 € zum Spiel...
Harvest Moon DS: Mein Inselparadies im Test.
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