Gesamtwertung60 %/10 |
GrafikUngenügend SoundMangelhaft |
Lanzeitspaß7 SpieleinstiegUngenügend |
BedienungUngenügend |
Wo James Bond drauf steht, ist natürlich James Bond drin. Über die eigentliche Story braucht man nicht viele Worte zu verlieren. Intrigen, Verrat und Spionage sind übliche Zutaten, die sich sich zu einem elementaren Auftrag zusammenfassen lassen: verfolge und eliminiere die Gegner. Aber lässt sich großes Kino auf den dagegen zierlichen DS übertragen? Hier leider nicht wirklich! Da die Rahmenhandlung nicht durch Videos, sondern - wie zu alten Zeiten - durch Abfolge einzelner Bilder präsentiert wird, will sich keine richtige Kinostimmung breit machen. Das Gameplay ist dabei nach Schema F gestrickt: Bond muss Aufträge erfüllen, d. h. Level bestehen. Dabei unterstützen ihn nicht nur zahlreiche Feuerwaffen, sondern auch seine englischen Fäuste dürfen sprechen. Unterschiedliche Spielkarten, welche aus den Latschen gehauenen Gegner fallen lassen, geben Bond diverse Boni. Außerdem lassen Bonds Feinde verschiedene Waffen, Munition oder auch Health-Packs zurück, die Lebensenergie zurückgeben. Gerade letztere stellen sich als besonders wertvoll dar. Denn solange keine Munition vorhanden ist, können wir immer noch in den Nahkampf treten. Ist aber Bonds Lebensbalken leer, fangen wir ein Level entweder von vorn oder ab einem bestimmten Speicherpunkt an. Leider gibt es davon nicht allzu viele, was darauf hinausläuft, dass einige Passagen öfter gespielt werden müssen. Zwischendurch ist Bond dennoch immer wieder gezwungen, eine Pause einzulegen, um seine Lebensenergie zu regenerieren.
Interessanterweise wird der Nintendo DS beim Spielen von 007: Ein Quantum Trost hochkant gehalten. Das sieht auf den ersten Blick nicht nur ungewöhnlich aus, es fühlt sich auch genauso an. Dafür unterstützt das Spiel Rechts- und Linkshänder - lobenswert. Wir steuern Bonds Bewegung lediglich über den Touchscreen. Alle Knöpfe und das Steuerkreuz haben ein und dieselbe Funktion, nämlich entweder in den Nahkampf überzuwechseln oder den Kampfmodus für die Fernfeuerwaffe einzuläuten, je nachdem, wie weit der Gegner entfernt ist. Findet ein Nahkampf statt, werden durch Bewegungen des Pens auf dem Touchscreen Schläge und Haken ausgeteilt. Es ist auch möglich, den Hieb eines Gegner zu blocken und ihn gar zu betäuben, um einen nett animierten Komboschlag mit extrem viel Schaden auszuteilen. Leider klappt das aufgrund der etwas schwammigen Interaktion von Stylus und Touchscreen nicht immer. Der Fernkampf gestaltet sich da schon einfacher. Wenn die Gegner nicht gerade zu weit entfernt und daher schwer mit dem Pen zu treffen sind, reicht es, einfach das Ziel anzutippen und schon feuert Bond los. Leider laden die Waffen nicht automatisch nach. So muss man immer wieder im Inventar vorbeischauen und neue Munition einlegen. Glücklicherweise pausiert das Geschehen währenddessen, so dass keine Hektik aufkommt. Neben dem Inventar wird dem Spieler noch eine nicht unwichtige Levelkarte zur Seite gestellt. Auf der kann man seine eigene und die Position von nahenden Gegnern ausmachen. Auch das umliegende Level wird auf der Map schematisch verdeutlicht.
Da es kein Intro gibt, steigen wir direkt als James Bond ein. Dem Spieler werden in einem nett gemachten, allerdings ziemlich langatmigen Tutorial die grundsätzlichen Steuerungsbefehle und Kampfformen erläutert. M erklärt uns, wie wir uns bewegen, wir wir mit Personen und Gegenständen interagieren, wie wir Schüsse abgeben oder Gegner durch unsere Fäuste auf die Bretter schicken. Trotz der bemühten Erläuterungen fällt der Einstieg nicht gerade leicht. Der teils fummelige Nahkampf versagt uns anfangs den Dienst und nicht immer wird sofort klar, was zu beachten ist. Da das Tutorial allerdings ziemlich lange dauert, sollten wohl die meisten Spieler bald wissen, wie der Hase läuft. In dem Tutorial wird dem angehenden Agenten auch klar, wie wertvoll der rote Balken mit der Anzeige seiner Gesundheit ist. Denn es kommt nicht selten vor, dass Bond von seinen Lebensgeistern verlassen wird. Obwohl die KI der Gegner nicht allzu überwältigend ist und sie uns beispielsweise nie bei Raumwechseln verfolgen, können sie mit ihrer unbegrenzten Munition vortrefflich schießen und verteilen auch im Nahkampf ein paar richtige Kanten. Das und der Umstand, dass man nicht immer weiß, was einen als nächstes erwartet, verleitet meist zu einer defensiven Taktik: nach einem Kampf abwarten, bis die Lebensenergie wiederhergestellt ist. Die Regeneration findet nach Kampfende zwar recht zügig statt, versetzt uns aber dennoch immer wieder in passive Wartestellung.
Optisch enttäuscht der Titel in mehrerer Hinsicht. Die Spielgrafik wirkt insgesamt kontrastarm und pixelig. Viele Levelelemente besitzen nur wenig Textur und erscheinen etwas verschwommen. Abgesehen davon sind einige Orte und Räume grundsätzlich leer bzw. steril designt. Einzig gelegentlich vorhandene Spiegeleffekte in bestimmten Locations können hier optisch hervorstechen. Das alles beeinträchtigt jedoch nicht den Spielfluss. Ganz im Gegenteil zur schlechten Spielperspektive: Immer wieder kommt es vor, dass Bauelemente wie Dächer, Wände oder Fenster die Sicht des Spielers beeinträchtigen. Richtigerweise werden sie zwar sofort transparent, allerdings reicht diese Transparenz nur selten aus. Egal ob es Fensterrahmen oder Dachziegel sind, die beim Bewegen ins Bild rutschen, häufig sind die Objekte zwischen Kamera und Spielfigur ein Störfaktor. Dieser Effekt wird dadurch verstärkt, dass wir den DS hochkant halten. D. h. nach links und rechts sehen wir nur sehr wenig, obwohl aus diesen Richtigen oft die Gegner kommen. Beides führt dazu, dass man sich häufig neu orientieren muss, wenn man einen Raum mit Gegner betritt, die natürlich sofort das Feuer eröffnen. Richtig gut gelungen sind dagegen die Animationen bei den Komboschlägen, die nicht nur rund wirken, sondern auch in unterschiedlichen Varianten vorkommen.
Innerhalb der einzelnen Level ändert sich die Hintergrundmusik nicht, die aufgrund Ihrer Eintönigkeit schnell nervig wird. Dass sie manchmal mit für James Bond typischen Melodielinien versetzt ist, lässt Flair aufkommen, änderte grundsätzlich aber nichts an der Monotonie. Die meist kurzen Track-Sequenzen wiederholen sich so lange, bis etwas Besonderes passiert, beispielsweise ein Kampf einsetzt. Dann passt sich die Musik der Situation an und wird selbst dramatischer. Ist der Feind ruhiggestellt und der Kampf beendet, verwandelt sich die akustische Untermalung schlagartig und abhackt wieder in die vorherige, eintönige Hintergrundmusik. Wenige Male lassen wir uns auf den Wechsel ein, dann schalten wir ab.
Wie bei Agenten üblich, falle ich mit der Tür ins Haus: James Bond kann auf dem Nintendo DS nicht wirklich überzeugen. Das liegt nicht nur an der monotonen Hintergrundmusik. Während man diese einfach abschalten kann, ist man auf die unübersichtliche und pixelige Optik einfach angewiesen. Hier werden dem Spieler aber zu viele Steine in den Weg gelegt. Zum einen reicht der viel zu klein ausgefallene, sichtbare Handlungsspielraum nicht aus, um den Agenten strategisch sicher bewegen zu können. Viele Gegner eröffnen treffsicher das Schussfeuer, während einem selbst nur übrig bleibt, den Gegnern - wohlgemerkt durch deren Schusslinie - entgegenzueilen, um sie in einen Nahkampf zu verwickeln. Oder man schießt aus der Ferne zurück. Dafür müssen die Gegnerpixel allerdings penibel genau anvisiert werden. Und das fällt nicht immer leicht. Geht zwischendurch noch die Munition aus, muss man stehenbleiben, warten bis das Inventar-Icon nach dem Laufen wieder eingeblendet wird und manuell nachladen. Hinzu kommt die teils unpräzise Steuerung, die den Spielspaß phasenweise mindert. Längst nicht jede Nahkampfattacke führt zu einem gelungenen Schlag. Des öfteren sieht man Bond unversehens auf die Bretter sinken. Denn trotz schwacher Gegner-KI sind die Widersacher allein aufgrund ihres hohen Schadenspotentials ernst zu nehmen. Und die Anzeige der Lebensenergie befindet sich nicht gerade in Blicknähe, sondern auf dem Zweitscreen des DS. Dieser Titel ist wohl nur etwas für hartgesottene Fans des Agenten-Epos.
Du bist Gladiator, der Held der Spiele im Kolosseum. Besiege Deine Gegner und erkämpfe Dir die Cance auf 10.000 €. zum Spiel...
James Bond 007: Ein Quantum Trost im Test.
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