Gesamtwertung80 %/10 |
Grafik7 SoundMangelhaft |
Lanzeitspaß9 Spieleinstieg9 |
Bedienung8 |
Machen wir mal einen kleinen Exkurs in Sachen japanischer Geschichte. Durch zahlreiche Schriftstücke wird belegt, dass es die ehrenvollen Samurai wirklich gegeben hat, wogegen wir die Existenz der Ninja im 17. Jahrhundert immer noch nicht klar beweisen können. Nach den heutigen Vorstellungen ist ein Ninja ein Spion und Mörder, welcher im alten Japan im Auftrag Menschen getötet hat. Im schwarzen Anzug ist er das Ebenbild eines Attentäters, wie wir ihn uns heute ausmalen. Aber wie bereits erwähnt, gibt es heute kaum historische Belege, dass die Ninjas wirklich in dieser Form je gelebt haben und ein Großteil der heutigen Ninjakultur ist aus der Filmindustrie oder gar unserer Fantasie entsprungen. Ihr fragt Euch, wieso wir so sehr darauf eingehen? Ganz einfach, denn Southpeak Games tischt uns nun ihre Version auf, wie die Ninjas wirklich gelebt haben.
Wie stellen wir uns die mysteriösen Untergrundkämpfer vor? Bestimmt nicht als Plätzchen backende Kleinstadt-Bürger, die im familiären Kreise zusammen wohnen und die friedliche Stadt Ninjatown bevölkern. Im Nintendo DS-Spiel Ninjatown trifft das allerdings alles so zu, denn die Ninjas sind um Ihr ruhiges Leben bemüht und waren schon lange nicht mehr in einer Kriegssituation. Dann taucht allerdings der böse Mr. Demon auf, der seine Horde von Teufeln auf Ninjatown hetzt um die Welt zu beherrschen. Die Ninjas stellen nämlich leckere Ninjastern-Plätzchen her, die sie auf alle Kontinente exportieren und Mr. Demon infiziert die Kekse mit Dunkelsirup, was schreckliche Folgen für die gesamte Erdbevölkerung hat.
Was hier einfach nur verrückt klingt, stellt nun die Ausgangssituation dar, in die Ihr als Spieler hineingeworfen werdet. Ninjatown muss sich mit allen Kräften gegen die bösen Teufel verteidigen um somit den Planeten zu retten. Da die letzte kämpferische Auseinandersetzung der Ninjas bereits Jahrzehnte her ist, startet Ihr mit eher gediegenen Mitteln und erlernt erst im Laufe der Spielzeit allerhand Fähigkeiten. Ninjatown stellt sich nun nämlich als waschechtes Strategiespiel dar, welches mit einem Tower Defense-ähnlichen Gameplay aufwartet. Eure Aufgabe besteht darin, die Stadt vor eindringenden Monstern zu beschützen, da jeder Dämon, dem es gelingt bis zur Basis vorzudringen, diese schwer beschädigt. Der Ol' Master Ninja führt Euch behutsam in das Spiel ein und erklärt Euch nach und nach wie Ihr in den Kämpfen vorgehen solltet. So gehen die Monster immer bestimmte Straßen entlang, an denen Ihr Eure Ninjas positioniert.
Je nach dem welche Ninja-Art - denn derer gibt es im Spiel so einige - Ihr einsetzen wollt, baut Ihr das entsprechende Haus an den Straßenrand. In einem Gebäude leben zwei Ninjas, die sich dort auch ausruhen oder aufstufen lassen können. Sobald einer der Schergen am Haus vorbei geht, gehen Eure Ninjas auf die Dämonen los und hauen sie kurz und klein. Natürlich können auch Eure Kämpfer Schaden einstecken und müssen sich ab und zu in Ihr Haus zurückziehen um sich auszuruhen. Je nach Ninja-Art, besitzen sie unterschiedliche Statuswerte. So sind die Wee Ninjas das gelungene Standardprogramm, mit durchschnittlich starken Angriffen und eine relativ schnelle Einheit. Dafür können sie nicht all zu viel einstecken und haben auch Ihre Probleme sehr starke Gegner zu besiegen. Der Anti-Ninja hingegen ist zu Fuß etwas langsamer unterwegs, besticht aber durch bessere Verteidungswerte und teilt bei starken Gegnern gut aus. In Kombination mit den so genannten Business-Ninjas bieten sie eine perfekte Einheit für die Verteidung, denn die Business-Ninjas sind blitzschnell an vorderster Front dabei und schmeißen mit Mobiltelefonen nach Ihren Gegnern bis die langsamere Verstärkung eingetroffen ist. Das sind aber noch lange nicht alle verschiedenen Ninja-Typen, was Euch viel Raum für Experimente lässt.
Die völlig durchgeknallten Truppen kann man einfach nur schnell ins Herz schließen, aber Ihr könnt nicht nur vom Boden aus Einfluss auf den Verlauf der Schlacht nehmen, sondern auch nahezu göttliche Kräfte entfesseln. Ol' Master Ninja erinnert sich nach einiger Zeit wieder an seine Attacken. So könnt Ihr in das Mikrofon des Nintendo DS pusten und somit Gegner durch die Luft wirbeln. Das verschafft Euch wertvolle Zeit um Eure Häuser aufzustufen oder den kleinen Ninjas eine Verschnaufpause zu gönnen. Mit dem Stylus im Gepäck, könnt Ihr Eure Gegner ebenfalls verbrennen, denn der Dorfälteste holt auch seine Lupe heraus und versengt damit alle Feinde, die Ninjatown infiltrieren wollen. Die Gegner stoßen in Wellen zu Euch vor. Ihr habt nach jeder Welle kurz Zeit weitere Gebäude zu errichten und Euch eine Taktik gegen die Gegner zu ersinnen. Auf dem Top-Screen des Nintendo DS seht Ihr wann und vor allem welcher Gegner Eure Stadt erreichen. Verhaut Ihr diese ordentlich, erhaltet Ihr auch immer mehr Geld, welches in den Ausbau Eurer Truppen gesteckt werden kann. Besonders später machen Euch die Monster das Leben schwer, da der Schwierigkeitsgrad gegen Ende gewaltig ansteigt. Für diesen Zweck sind die Trainingscamps praktisch, wo Ihr die Statuswerte der Ninjas verstärken könnt.
Habt Ihr keine Lust mehr auf den Storymodus, könnt Ihr auch mit einem Freund im Multiplayer-Modus spielen. Egal ob Ihr nur ein oder zwei Spiele habt, die Versus-Runden funktionieren problemlos. Im Multiplayer-Modus gilt es wieder die Gegnerwellen zu vernichten. Wer von den beiden Spielern effizienter und schneller kämpft, gewinnt allerdings das Match. Einen zweiten Mitspieler zu finden, dürfte nicht schwer sein, denn das Gameplay ist so schnell verinnerlicht, dass auch Anfänger nach kurzer Zeit wissen, wie man gewinnen kann. Zudem spricht das Artdesign viele Menschen direkt an, es sei denn sie vertragen diesen zuckersüßen Look nicht. Grafisch ist Ninjatown zwar sehr einfach gehalten, besticht aber durch die knuffigen Charaktere, die selbst eher Schokoküssen ähneln, als einem ernst zu nehmenden Ninja. Die Ideen, wie zum Beispiel die Business-Ninjas, die einfach mit Handys durch die Gegend werfen, sind so verrückt, dass man das Spiel einfach lieben muss. Da stört auch der verhältnismäßig unspektakuläre Sound und die 2D-Grafik nicht, wenn sie dennoch mit so viel Charme herüber gebracht wird. Oder wem geht das Herz nicht auf, wenn die Ninjas sich im "Kitzelfaustkampf" oder "Hinterhaltschmusen" üben? Und selbst, wenn Euch das Setting zu kitschig vorkommt, so kann man Ninjatown immer noch gut unterwegs spielen, um mal ein Tower Defense-Game für das Handheld zu besitzen.
Bei Ninjatown stimmt einfach alles. Das Tower Defense-Gameplay gepaart mit den süßen Ninjas, die Kekse backen, passt von vorne bis hinten zum Spiel. Selbst die ausführliche Anleitung, die wesentlich mehr Texte als Bilder enthält, ist sehr durchdacht und passt wie die Faust aufs Auge zu den niedlichen Ninjas. Aber auch Leute, die absolut keinen Blick für das gesamte Drumherum haben, bekommen ein tolles Strategiespiel, dass sie lange Zeit unterhalten kann. Und selbst mir als Einsteiger in diese Art von Echtzeit-Strategie ging das Gameplay nach kürzester Zeit flott von der Hand. Acht verschiedene Arten von Nah- und Fernkampf-Ninjas sorgen für kurzweilige Gefechte, die auch noch öfters gespielt werden können, weil Euch keine Grenzen gesetzt werden, wie Ihr eine Welle von Gegnern abwendet. Lobenswert ist letztendlich auch noch die vorteilhafte Einbindung der DS-Fähigkeiten. Die Steuerung funktioniert einwandfrei und auch Features, wie das Mikro, werden nie überstrapaziert. So macht Tower Defense auf dem Nintendo DS richtig Spaß!
Mach Dir einen Namen im Dark Orbit. Allein oder mit Verbündeten wagst Du Dich in weit entfernte Sternen- systeme vor und kämpfst um 10.000 € zum Spiel...
Ninjatown im Test.
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