Overlord: Minions

Review
Plattform
Vertrieb
Codemasters
Entwickler
Climax
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
6
Overlord: Minions

Gesamtwertung

55 %/10

Grafik

Mangelhaft

Sound

Befriedigend

Lanzeitspaß

Ungenügend

Spieleinstieg

Ungenügend

Bedienung

Mangelhaft

Overlord: Minions

Das Quartett des Bösen

Overlord auf allen Kanälen. Nach den großen Konsolen und der Wii-Umsetzung der Böse-Herrschafts-Simulation geht es jetzt mit reduzierter Mannschaft auf den DS. Steht dem geneigten dunklen Despot auf den "großen" Konsolen eine ganze Horde an zerstörungswütigen Schergen zur Verfügung, bleiben auf dem DS nur vier davon übrig. Overlord: Minions präsentiert sich als primitiver Action-Knobler, in dem es darum geht, das Quartett möglichst heil durch einen trickreichen Parcours zu lotsen. Jeder der vier Chaoten hat seine eigene Spezialität: Der eine ist immun gegen Feuer, der andere kann große Blöcke verschieben, einer kann heilen und so weiter. Nur wenn die Eigenheiten der vier Krawallbrüder richtig einsetzt werden können sie halbwegs unbeschadet ins Ziel gelotst werden. Der Weg ist trotz der umfangreichen Levelarchitektur immer recht offensichtlich gestaltet und wird auf die Dauer etwas langweilig: Hier mit einem giftresistenten Schergen durch eine Giftgaswolke, dort einen Schalter betätigen und die zurückgelassenen Kollegen können Nachziehen. Auch wenn der Anspruch mit der Spielzeit steigt und besonders die Bosskämpfe den Einsatz aller Fertigkeiten fordern: Overlord: Minions geht nie wirklich an die Substanz. Da hatten die ähnlich gelagerten Lost Vikings einiges mehr zu bieten.

Reaktion ist Glückssache

Die vier fleißigen Fieslinge werden komplett mit dem Stylus gesteuert. So rührt man mit dem Plastikstift auf dem Touchscreen rum, ohne auch nur eine andere Taste zu berühren. Kommt es zum Feindkontakt kann man seine Schergen mittels eines schnellen Strichs über das Angriffsobjekt zum Zuschlagen befehligen. Jeder erfolgreiche Kampf erhöht die Leiste für einen Spezialangriff, der über das Berühren des aufgeladenen Untergebenen ausgelöst werden kann. Leider ist die Steuerung nicht sonderlich präzise und so ist es oft genug Glücksache, ob man die Spezialattacke auslöst. Besonders in hektischen Situationen nervt die Ungenauigkeit und einige Objekte müssen mit aggressiven Strichen überzogen werden, bis die reaktionsträgen Racker an ihre Arbeit gehen. Unter Zeitdruck eine echtes Dilemma mit hohem Frustpotential. Hinzu kommt auch die mangelnde Intelligenz der Schergen, die hie und da gerne mal an einer Kante oder einem Zaun hängen bleiben.

Der Humor blieb auf der Strecke

Das Tutorial ist ausführlich und schnell hat man den Bogen raus. Leider hält das die Steuerung nicht davon ab, recht selektiv auf die Touchscreen-Sticheleien zu reagieren. Auch die Story ist eher mau und nicht sonderlich unterhaltsam, sondern dient nur als eher dürftiger Vorwand von einem Level zum nächsten zu wandern. Von dem schwarzen Humor und dem stellenweise scharfzüngigen Witz des großen Bruders hat Overlord: Minions leider nicht viel abbekommen, es hat aber noch für ein paar Blödeleien gereicht.

Liebloser Einheitsbrei

Overlord: Minions macht nicht viel falsch bei der Grafik, kann aber auch nicht mit Detailreichtum oder einem eigenen Stil überzeugen. Alles sieht hier ein wenig unübersichtlich aus, was auch an der etwas unglücklichen Farbpalette liegen könnte: Alles hat hier einen sehr ähnlichen, dunklen Farbton. Manchmal sucht man verzweifelt seinen dunkelgrünen Schergen in der dunkelgrünen Umgebung. Bei den Storyelementen wird auf unanimiertes Material zurückgegriffen und der Comic-Stil ist nicht einmal sonderlich ansehnlich gezeichnet. Man sieht dem Spiel förmlich an, dass es recht lieblos angefertigt wurde.

Gequietsche aus der Vergangenheit

Ist die Grafik noch im relativ grünen Bereich, wechselt die Ampel beim Sound auf rot. Das 8-Bit-Gedüdel nervt nach ein paar Sekunden und man fragt sich, auf welchem Dachboden die Komponisten den C64 gefunden haben, um diesen Soundtrack einzuspielen. Selbst für GameBoy-Advance wäre dieses quietschige Geklimper nicht tolerierbar gewesen und ist auf dem DS ein absoluter Reinfall. Am besten die Musik komplett stumm schalten, die Sound-FX gehen halbwegs in Ordnung. Der Overlord sollte bei seiner nächsten Tour durch die Lande seine Schergen auf die Sound-Programmierer hetzen.

Fazit

Mehr Schatten als Licht. Overlord: Minions hat nichts gemein mit seinem stolzen großen Bruder. Vielmehr ist er ein kleiner hässlicher Verwandter, dem man lediglich zu Weihnachten eine schmucklose Karte schickt. Das Spielprinzip kopiert bekannte Puzzle-Adventures aus dem Lost Vikings-Einzugsbereich und kann mit ein paar netten Ideen überzeugen. Leider will die Steuerung nicht mithalten und so wird die reine Stylus-Kontrolle der vier Schergen besonders in hektischen Situationen zu einem echten Geduldsspiel. Über das Spiel wurde zudem eine recht durchschnittliche Grafik gegossen und eine dünne, sinnlose Story mit roher Gewalt hineingezwängt - ein grauenhafter Sound verwässert schließlich das ohnehin schon recht geschmacklose Gebräu. Overlord: Minions ist daher nur beinharten Fans des dunklen Herrschers zu empfehlen, die sich gerne mit ein paar mehr oder minder fordernden Kopfnüssen für unterwegs unterhalten möchten.

Overlord: Minions

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