Gesamtwertung69 %/10 |
GrafikUngenügend SoundUngenügend |
Lanzeitspaß7 SpieleinstiegUngenügend |
Bedienung8 |
Häufig fragt man sich in Videospielen, wo überhaupt die Ordnungshüter sind, wenn gerade wieder eine Invasion von Aliens statt gefunden hat. Pokemon Ranger: Finsternis über Almia beantwortet diese Frage zumindest im Rahmen des Pokemon-Universums. Die Ranger sind im Prinzip nichts anderes als das Ordnungsamt dieser Spielwelt, die dafür sorgen, dass wilde Pokemon niemandem zu Schaden kommen. Euer Spielcharakter ist genau solch ein Ranger, der Aufträge annimmt, Personen zu schützen oder aggressive Pocket Monster einzufangen und zu besänftigen. Schon bekannt aus dem Vorgänger, aber recht neu in der Pokemon-Geschichte, ist dabei das Kampfsystem. So tretet Ihr nicht mit den kleinen Taschenmonstern an, sondern habt lediglich einen FangKom. Dieses Gerät sieht ähnlich aus wie eine Angel und ermöglicht Euch, das Einfangen der Tiere, in dem Ihr mit dem Stylus Kreise um das Pokemon zeichnet. Für kurze Zeit begleitet Euch dann zum Beispiel ein Pichu, verlässt die Gruppe aber nach dem Gebrauch einer Fähigkeit wieder. Pichu kann den FangKom mit seiner Ability "Aufladen" reparieren. Im Laufe der Story erhaltet Ihr auch richtige Partner-Pokemon, die Euch nie verlassen. In Dungeons könnt ihr davon neben drei anderen Monstern aber nur eins mitführen. Die Höhlen sind natürlich darauf ausgelegt, die Fähigkeiten der Pokemon auszunutzen. Wenn Euch ein Felsbrocken den Weg versperrt, fangt Ihr einfach ein Kleinstein mit dem FangKom ein, lasst es "Zertrümmerer" gebrauchen und entlasst es wieder in die Freiheit. Daher rührt aber auch viel Backtracking, da aufgrund der nur begrenzt mitführbaren Monster viele Wege häufiger zurückgelegt werden müssen. Darüber tröstet auch die Story nicht hinweg, die leider schnell vorhersehbar wird und aufgrund einiger peinlichen Dialoge in Richtung Kitsch abdriftet. Pokemon-infizierte Spieler können aber natürlich wieder ihrem ausgeprägten Sammlertrieb frönen.
Wer denkt, dass es wie in Pokemon Diamant direkt zur Sache geht, der hat sich getäuscht. Der Spieler besucht in Pokemon Ranger: Finsternis über Almia erst einmal eine Schule, wo die ersten Tutorials stattfinden. Diese sind aber so verstreut in die ersten Storyabschnitte eingebaut, dass das gesamte Vorgeplänkel gut zwei bis drei Stunden Spielzeit ausmacht, was nur für ein Grundlagen-Tutorial einfach zu lang ist. Später erfahrt Ihr immer noch neue Gameplay-Elemente in den Dialogen bevor Ihr eine neue Mission startet. Und nicht nur das Tutorial zieht sich in die Länge. Auch die Dialoge selbst schweifen viel zu sehr aus, so dass man geneigt ist, alle Dialoge ungelesen weg zu klicken. Ihr Inhalt ist ohnehin meistens nur wenig von Belang für die Aufträge und selbst wenn er es sind, so ist der Schwierigkeitsgrad von Pokemon Ranger: Finsternis über Almia immer noch so sehr auf jüngere Spieler ausgelegt, dass Ihr keinerlei Probleme mit größeren Gegnern bekommen solltet.
Um die Pokemon einzufangen, müsst Ihr mit dem Stylus so schnell wie möglich Kreise um das arme Tier ziehen. Dadurch soll die Zuneigung zum Spieler steigen. Wir vermuten allerdings eher, dass dem armen Tier davon kotzübel wird… Da das teilweise sehr hektisch zugeht - immerhin wollen die Pokemon in der Regel nicht mit Euch befreundet sein - wird der DS-Touchscreen teilweise stark in Mitleidenschaft gezogen. Neben den Kämpfen könnt Ihr Euren Charakter wahlweise mit dem Steuerkreuz oder mit dem Touchscreen bewegen, alles andere wird allerdings ebenso komplett über den Touchscreen gemacht. Das Menü besteht aus vielen verschiedenen Symbolen, die jedes Spieldetail geschwind aufzeigen, wie zum Beispiel welche Mission gerade aktuell ist, welche Pokemon Ihr schon gefangen habt oder ganz simpel die Speicherung des Spielstands.
Die Grafik ist wie schon im Vorgänger sehr bunt gehalten und wird Kindern direkt gefallen. Gewalt bekommt Ihr auf dem Display bestimmt nicht zu sehen. Aber auch an der Optik an sich wurde nicht viel geändert. Die Grafik wäre locker auf dem GBA möglich gewesen. Die lustigen Animationen der verschiedenen Charaktere stehen zum krassen Gegensatz der drögen Effekte, derer es eigentlich keinerlei Erwähnung bedarf. Da Nintendo den GBA-Support scheinbar schon seit längerer Zeit inoffiziell eingestellt hat, wird hier einfach dreist ein GBA-Spiel für den DS verkauft. Da aber der Pokemon-Schriftzug auf der Verpackung thront, wird das sicherlich wenige Käufer stören.
Pokemon Ranger: Finsternis über Almia leidet unter einem ziemlich geläufigen Problem: Die Musiker, die den Soundtrack für dieses Modul kreiert hatten, haben unter Ideenmangel gelitten. So tönen die Melodien so Pokemon-typisch aus den Lautsprechern, dass es wie aus Pokemon Diamant übernommen klingt. Dennoch sind die Melodien größtenteils nett, wenn auch definitiv Hänger vorhanden sind. In einigen Gegenden geht Euch der Endlosloop alsbald auf die Nerven. Die verschiedenen Rufe der Pokemon sind immer noch 1:1 aus den Game Boy-Zeiten der 90er Jahre übernommen worden. Die knarzigen Töne sind einfach nicht mehr zeitgemäß. Andere DS-Spiele haben teilweise sogar schon Sprachausgabe. Wieso bekommen die Pokemon nicht auch endlich die Rufe aus der TV-Serie spendiert? Vermutlich ist der Aufwand während der Lokalisierung dafür zu hoch, aber den Fans ist man das eigentlich schuldig.
Der Anfang von Pokemon Ranger: Finsternis über Almia verläuft so schleppend langsam, dass die Motivation, das Spiel überhaupt die nächsten Stunden weiter zu spielen, stark leidet. Nach knapp drei Stunden erreichen wir endlich unsere Ranger-Lizenz und können selbst Aufträge annehmen. Diese ähneln sich aber allesamt dermaßen, dass eigentlich nur die Storymissionen Hoffnung machen. Wenn die Story nicht so unheimlich platt und ausgelutscht wäre, könnte man daran noch seinen Spaß haben, aber da die Spannungskurve von Anfang an gen Null saust, können sich eigentlich nur Pokemonfanatiker durch das Ausfüllen des Pokedex richtig bei der Stange halten. Das Kampfsystem ist sehr einfach gestrickt, sodass Pokemon Ranger: Finsternis über Almia nie zu einer Herausforderung wird. Dass man nicht einmal die gefangenen Pokemon behalten kann, dürfte für Kenner der normalen Editionen recht fad wirken. Sobald man eine Spezialattacke eingesetzt hat, muss man sich auch schon von seiner neuen Errungenschaft trennen, sodass der Sammleraspekt irgendwie ad absurdum geführt wird. Fans des Franchises werden wohl dennoch auf Ihre Kosten kommen. Alle anderen versuchen erst einmal das Tutorial zu überstehen.
Mach Dir einen Namen im Dark Orbit. Allein oder mit Verbündeten wagst Du Dich in weit entfernte Sternen- systeme vor und kämpfst um 10.000 € zum Spiel...
Pokemon Ranger: Finsternis über Almia im Test.
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