Professor Layton und die Schatulle der Pandora

Review
Plattform
Vertrieb
Nintendo
Entwickler
Level 5
Erscheinungsdatum
-
Genre
Abenteuer
USK
0
Professor Layton und die Schatulle der Pandora

Gesamtwertung

91 %/10

Grafik

9

Sound

10

Lanzeitspaß

9

Spieleinstieg

7

Bedienung

9

Professor Layton und die Schatulle der Pandora

Vor nicht allzu langer Zeit sah man Menschen mit verklärtem Blick und den Stylus an der Schläfe reibend auf der Zugfahrt zur Arbeit. Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf war nicht mehr nur ein Geheimtipp, sondern ein Must-Have für Rätselfreunde auf dem Nintendo DS. Sobald man sich mit einer Runde Kawashimas Gehirnjogging aufgewärmt hat, ist definitiv der Griff zur Professor Layton-Franchise zu empfehlen. Denn hier bekommt Ihr nicht nur Denksport serviert, sondern auch eine charmante Welt voller Kuriositäten.

Schön verpackte Standardrätsel

Und das hat sich auch beim zweiten Teil nicht geändert. Die Hauptcharaktere Professor Layton und sein Lehrling Luke begleiten Euch auch in Professor Layton und die Schatulle der Pandora wieder durch verrückte Begebenheiten und Rätsel, welche Euch einiges an Gehirnschmalz abverlangen. Denn in der Spielwelt ticken die Uhren gänzlich anders.

Im ersten Moment erinnert das Gameplay stark an ein klassisches Point and Click-Adventure. Ihr bewegt Euch mittels Pfeile durch Räume und Gänge, während auf dem Top-Screen eine Karte angezeigt wird, die Eure Position veranschaulicht.

Gleichzeitig durchsucht Ihr das Szenario nach hilfreichen Gegenständen oder sprecht mit Passanten, um Tipps zu erhalten, wie Ihr in der Story weiter fortschreitet. All das unterscheidet sich nicht großartig von anderen Adventures. Professor Layton und die Schatulle der Pandora hebt sich dafür in den Rätseln von Vertretern wie Monkey Island oder anderen klassischen Point and Click-Adventures ab. Hier bekommt das Wort "Rätsel" nämlich eine neue Bedeutung für das Genre. Jede Person, der Ihr begegnet, stellt Euch vor eine Herausforderung in Form eines Denkrätsels. Beliebt sind hierbei Kopfnüsse nach dem Schema "Lösen sie das Schieberätsel", Bilder mit optischen Täuschungen und Logikaufgaben, wo Ihr aus einem Text die nötigen Infos beziehen müsst um eine Frage zu beantworten. Über 100 Rätsel dieser Art warten auf Euch und sorgen für qualmende Köpfe.

In den verschiedenen Szenarien, wie einer Stadt oder einem pompösen Zug, findet Ihr immer wieder Münzen, die Ihr, solltet Ihr bei einem Rätsel nicht weiterkommen, gegen wertvolle Tipps eintauschen könnt.

Tipps sind allerdings rar. Sinnvoller ist es, seinen eigenen Kopf anzustrengen, da die Hilfen manchmal wenig Vorteil bringen. Die Tipps sind zu dünn und oftmals müssen gleich drei Hinweise freigeschaltet werden, damit man wirklich vorwärts kommt bei der Lösung des Rätsels.

Je nachdem, ob Ihr ein Rätsel direkt im ersten Anlauf ohne Tipp lösen könnt, erhaltet Ihr mehr Punkte als Belohnung, mit denen Ihr letztendlich Bonusmaterial freischalten dürft. Ihr müsst aber nicht jedes Rätsel lösen, um in der Geschichte fortzuschreiten. Insgesamt unterhält Professor Layton und die Schatulle der Pandora aber trotzdem mit bis zu 20 Spielstunden.

Geheimnisse warten auf Euch

Die gesamte Story dreht sich, wie der Titel des Spiels schon andeutet, um die Schatulle der Pandora.

Ein befreundeter Wissenschaftler schreibt Professor Layton einen Brief, wo er ihn darüber in Kenntnis setzt, dass er die Schatulle der Pandora gefunden hat. Dieser geschichtlich relevante Fund soll angeblich jede Person, die das Kästchen öffnet, töten. Ob das wirklich stimmt ist natürlich fragwürdig. So fährt der Professor mit seinem Lehrling Luke zu seinem alten Freund, nur um festzustellen, dass dieser tot in seiner Wohnung liegt. Die Schatulle der Pandora ist verschwunden und der einzige Hinweis auf den Verbleib des wertvollen Stücks sind zwei Karten für den Molentary Express, dessen Ziel auf der Karte nicht eingetragen wurde. Wer außer Layton und Luke sollte dem Mysterium schon nachgehen? Genau, niemand. Deswegen steigen die Zwei ohne zu zögern kurz darauf in den Zug ein.

Dort werden sie nicht nur durch Rätsel in ihre Schranken gewiesen, sondern erhalten auch interessante Items für den weiteren Verlauf des Spiels.

Ihr findet zum Beispiel eine defekte Kamera, die Ihr wieder zusammen bauen dürft, oder einen übergewichtigen Hamster, der dringend abspecken muss und Euch anschließend weiterhilft. Der Hamster kann auch sprechen, aber Professor Laytons neues Abenteuer scheint eh keinen Wert auf eine realistische Welt legen zu wollen. Ihr begegnet ebenfalls einer Hexe, welche für Euch Bonus-Rätsel bereit hält. Ihr seht also: Insgesamt gehört dieses Rätselspiel eher in die Richtung "abgedrehte Welt" einsortiert. Und das tut mal wieder richtig gut. Kaum eine andere Franchise wartet mit dermaßen charmanten Charakteren und fantasievolleren Welten auf, als Professor Layton und die Schatulle der Pandora. Es ist schwierig den Grafikstil der Serie präzise in Worte zu fassen. Alles ist komplett gezeichnet worden und erinnert an Bilderbücher für Kleinkinder. Trotz der japanischen Herkunft des Spiels vermutet man hinter diesem Zeichenstil nicht im Geringsten die fernöstlichen Einflüsse. Die Charaktere sind eher etwas simpel dargestellt worden, bleiben durch individuelle Eigenheiten aber jederzeit originell und im Gedächtnis hängen.

Selbiges gilt für den außergewöhnlichen Soundtrack der Franchise. Einige Soundsamples wurden vom ersten Teil übernommen, viele Hintergrundmusiken dagegen neu komponiert und passen wieder perfekt auf die jeweiligen Spielsituationen. Beim Erklingen der Akkordeon-Musik fühlt man sich in gewissem Maße in eine Einkaufsstraße nach Frankreich versetzt. Besonderes Lob gilt der kompletten Lokalisation von Professor Layton und die Schatulle der Pandora. War der erste Teil noch auf Englisch mit deutschen Untertiteln, überzeugt die deutsche PAL-Version sogar mit einer extrem gelungenen deutschen Sprachausgabe.

Schon auf der gamescom in Köln bekamen wir den Eindruck, dass Nintendo sich mit der Lokalisation viel Mühe gegeben hat. Der positive Eindruck zieht sich aber auch durch das komplette Spiel hindurch. Viele Storysequenzen sind vertont und kleine Videosequenzen dürfen ebenso nicht fehlen. Was wünscht sich das Spielerherz mehr?

Fazit

Level 5 ist einer jener Entwickler, deren Spiele klar polarisieren. Auf der einen Seite stehen gelungene Japano-Rollenspiele, auf der anderen befindet sich Professor Layton. Und auch diese Franchise hat sich zu einem Bestseller für Level 5 entwickelt. Der charmante Professor und sein Gehilfe helfen Eurem Gehirn auf die Sprünge. Im Adventure-Gewand verpackt versucht Ihr ein Mysterium aufzuklären und löst eine Vielzahl an Logikrätseln. Diese sind herrlich abwechslungsreich gestaltet worden, so dass Ihr für etwa 20 Stunden sehr gut unterhalten werdet. Im Gegensatz zu vielen anderen Denkspielen ist Professor Layton und die Schatulle der Pandora auch noch optisch sehr hübsch anzusehen. Der Zeichenstil erinnert an alte Kinderbücher und die Sounduntermalung inklusive Sprachausgabe ist positiv hervorzuheben. Welches DS-Spiel hat sonst schon so eine gute deutsche Synchronisation spendiert bekommen?

Professor Layton und die Schatulle der Pandora

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