Tecktonik World Tour

Review
Plattform
Vertrieb
Deep Silver
Entwickler
NEKO Entertainment
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
0
Tecktonik World Tour

Gesamtwertung

63 %/10

Grafik

7

Sound

7

Lanzeitspaß

Mangelhaft

Spieleinstieg

7

Bedienung

Ungenügend

Tecktonik World Tour

Stilsicher

Tecktonik: World Tour glänzt vor allem durch die sehr gelungene Grafik. Die Tanzakrobatik wird komplett in 3D dargestellt und glänzt mit netten Effekten und schönen Hintergründen. Tretet Ihr zum Beispiel in Paris auf, so erstrahlt natürlich der Eifelturm hinter Eurem Charakter. Natürlich ist Tecktonik: World Tour grafisch für den Nintendo DS nicht gerade aufwendig, da im Prinzip nur Videos abgespielt werden. Ruckeleinlagen wären hier sehr enttäuschend, kommen aber ohnehin nie zustande. Die sauberen Animationen des Tänzers entschädigen aber durchaus für die immer wieder gleichen Videos.

Minimal-Techno

Die Musik enthält elektronische Elemente aus den 80iger und 90iger Jahren. Zu Klängen von Electro House müsst Ihr im richtigen Moment die Felder auf dem Touchscreen antippen. Leider wird das mit der Zeit sehr monoton, denn Tecktonik: World Tour ist nun einmal ein Musikspiel und gerade der Soundtrack ist ständig sehr ähnlich. Gefallen die rhythmischen Lieder anfangs noch, sehnt Ihr Euch schnell nach Abwechslung im Songrepertoire. Auch die magere Anzahl von nur zehn verschiedenen Tracks ist ernüchternd, denn sie wiederholen sich somit regelmäßig bei den Wettbewerben. Fans von Electro House kommen aber sicher auf Ihre Kosten.

Schlechtes Gedächtnis? Kein Problem!

Habt Ihr die aufgeräumten Menüpunkte einmal hinter Euch gelassen und dem Charakter einen Namen verpasst, navigiert Ihr Euch über eine Weltkarte zu den Locations, wo Ihr auftreten wollt. Die Weltkarte ist zwar etwas verwirrend was die Anordnung der Länder anbelangt, aber wir erwarten mal keine geographisch korrekte Atlaskarte. Die gesamte Spielzeit über habt Ihr den Stylus griffbereit um auf aufleuchtende Punkte zu tippen, Linien nach zu zeichen oder Striche zu ziehen. Mehr verlangt Tecktonik: World Tour nicht von Euch ab. Dadurch ist die Bedienung zwar wunderbar eingängig, leidet aber unter schnell aufkommender Langeweile. Erfahrene Spieler sind schnell unterfordert.

Modetrends kommen immer wieder

Bevor Ihr Euch wirklich im Klaren darüber seid, was Tecktonik überhaupt ist, befindet Ihr Euch auch schon in einer Trainingseinheit dieser Tanzart. Wer eine Suchmaschine anstrengt, stellt fest, dass es sich hier um eine erst um die Jahrhundertwende bekannt gewordene Stilrichtung handelt, die in Frankreich erfunden wurde und etwas an Breakdance erinnert. Ihr verzichtet zwar auf spektakuläre Überschläge und beschränkt Euch auf schnelle Tanzschritte mit den Armen und Beinen zu elektronischer Musik, aber bekannt geworden ist dieser Tanz ebenfalls auf den Straßen der Großstädte. Im Lizenzspiel Tecktonik: World Tour dürft Ihr nun rund um den Globus tanzen und Wettbewerbe bestehen. Genau genommen bearbeitet Ihr jederzeit den Touchscreen des Handhelds. So müsst Ihr im richtigen Moment das richtige Symbol zeichnen. Je nach dem wie gut Ihr Euch schlagt, um so mehr Punkte erhaltet Ihr. Höhere Scores sorgen automatisch für freischaltbare Kleidung oder Frisuren. Bei Tecktonik wird immerhin nicht nur eine Tanzart gezeigt, sondern ein ganzes Lebensgefühl vermittelt inklusive der beliebtesten Stylingtrends der Szeneanhänger. Ob man seinen Charakter mit Vokuhila und hautenger Leggings aber richtig schätzen lernt, bleibt anzuzweifeln. Tecktonik: World Tour fehlt es einfach an einer netten Story, die der Spielfigur Leben einhaucht und auch verschiedene Spielmodi vermisst Ihr schnell. Nach gerade einmal einer Stunde haben wir den Abspann erreicht, was ja nicht so tragisch wäre, wenn es darüber hinaus motivierende Events gäbe, die auch nach dem Durchspielen zum weiteren Zocken animieren. Da dies wirklich nicht der Fall ist, werdet Ihr für 30 Euro viel zu kurz unterhalten.

Schwing den Stylus

Anfängern wird es leicht gemacht. Ein ausführliches Tutorial beschreibt die drei Zeichen, die Ihr im Tanz anwenden müsst, genauso wie vor jeder neuen Location erst einmal der Tänzer aufgewärmt wird. Die Aufwärmrunden sind allerdings langsamer als die späteren Duelle, so dass Ihr Euch teilweise im ersten Moment erschreckt, wieso der Schwierigkeitsgrad zwischen dem Aufwärmen und dem richtigen Wettstreit so schwankt. Grundsätzlich bleibt Tecktonik: World Tour jedoch recht einfach. Solltet Ihr nur halbwegs musikalisch sein und das richtige Quäntchen Rhythmusgefühl besitzen, stellt kein Gegner für Euch eine Herausforderung dar.

Auch zu Zweit kein Highlight

Musikspiele leben in den meisten Fällen ja besonders durch ihren Multiplayer-Modus. Leider hat Neko es aber versäumt Tecktonik: World Tour einen echten Mehrspieler-Part zu geben. Ihr könnt zwar Highscores gegeneinander aufstellen, aber nie gleichzeitig den Stylus schwingen, da Ihr immer nur an einem Nintendo DS spielen könnt. Einen W-Lan-Modus gibt es leider nicht, so dass nach einer Runde auch die Tänze gegen den Freund keinen Spaß mehr machen. Folglich landet Tecktonik: World Tour nach einmaligem Durchspielen eher in einer staubigen Ecke des Regals statt im Modulslot des DS.

Fazit

Am ehesten nehmen Fans der Tanz- und Sportrichtung Tecktonik dieses Spiel wahr. Die Blicke aller anderen streifen Tecktonik: World Tour im Regal eher zufällig und erkennen in diesem Modul ein Spielprinzip, ähnlich dem eines Elite Beat Agents. Die Klasse dieses abgedrehten Rhythmusspiels erreicht Tecktonik: World Tour aber nie, weil die Musik zu einseitig bleibt, der Umfang ein schlechter Witz ist und wenig Abwechslung geboten wird. Mit den Tanzmoves der französischen Szene können ganz klar nur Fans wirklich etwas anfangen und diese werden enttäuscht sein, dass viele Manöver nicht richtig im Takt zu den Beats gehalten werden und das gesamte Spiel ohne Probleme in einer Stunde durchgespielt ist. Der Multiplayer-Modus ist auch nach wenigen Minuten langweilig, weil nie parallel der Stylus geschwungen werden darf, sondern der Nintendo DS lediglich herum gereicht wird. Hardcore-Fans, für die es bislang außer Tecktonik: World Tour noch keine Videospiele gibt, dürfen einen Blick riskieren. Die Erwartungshaltung sollte dementsprechend niedrig sein. Aber noch ein kleiner Wink in Richtung Neko: Ich mag wirklich keine metrosexuellen Männer und diese werden mir wie Ohrfeigen um die Backen gehauen. Beim Einkaufen, auf der Arbeit und nun sogar in Videospielen...

Tecktonik World Tour

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