Metal Gear Solid: The Twin Snakes
Metal Gear-Games stehen spätestens seit Playstation-Tagen für Stil und Präsentation. Kaum ein Spiel konnte Spieler derart fesseln und wenige Artworks haben einen solchen Kult-Status wie die Yoji Shinkawas. Was diese zwei Mannen für Konami und Videospielpräsentation sind, ist Ryuhei Kitamura wohl für den modernen japanischen Film. Mit Filmen wie Versus oder Azumi spielte er sich an die Spitze der im Ausland bekannten Nippon-Regisseure. Drei unscheinbare Namen, drei große Männer und drei Mitarbeiter an den Twin Snakes.
The Twin Snakes soll die Storyline und Präsentation des ersten Teils mit aufpolierter Grafik und verbessertem Gameplay des zweiten Agententrips vermengen, eine viel versprechend klingende Mischung und eine große Aufgabe.
Schwächelte Sons of Liberty an einer verworrenen Story, mag dieses Problem zunächst behoben sein, leider festigt es aber auch die Kritik an Nintendo und ihrem von Spöttern getauften 'Recycler-Cube'. Nichtsdestotrotz: MGS:TTS wusste bereits auf der E3 zu beeindrucken. Ein aufwändiger Trailer vermittelte die dynamische und akustische Perfektion, mit der das Entwicklerteam arbeitet. Mögen Texturen und Charaktermodelle dem neuen Hauptkonkurrenten Sam Fisher aus Splinter Cell auch hinterherhinken - der Präsentation tut dies jedoch keinen großen Abbruch.
Der Kälte Alaskas gleich im obligatorischen eisigem Grau eingefärbt, zieht es den Helden Solid Snake nach Shadow Moses Island. Eine Spezialeinheit geführt von Foxhound-Mitgliedern hat einen Nuklearwaffen-Stützpunkt unter ihre Kontrolle gebracht. Der Fall scheint klar - und ist quasi prädestiniert für Spezialagent Snake.
Das komplette Team des alten MGS bemühte sich das Spiel zumindest Präsentationstechnisch komplett neu aufzubauen. Aufpolierte Grafik, ein komplett neues Storyboard und neue Cut-Scenes. Entworfen wurde das Storyboard vom eingangs erwähnten Kitamura, entsprechend Actionreich fallen auch Action- und Zwischensequenzen aus. Dynamische Kameraschwenks und perfektes Timing sorgen bereits in den Trailern für kinoreife Atmosphäre.
Komplett neu ist auch die Synchronisation. Von den professionellen Sprechern des Originals neu aufgenommen, bietet diese auch genügend Wiedererkennungswert für den alteingesessenen Solid Snake-Fan. Ein wenig enttäuschend ist die bislang knapp überdurchschnittliche Grafik. Zumal die selbe Technik wie in Zone Of the Enders 2 verwendet wird, dürfte etwas mehr rauszuholen sein, als die bisherigen Bilder erahnen lassen.
Entwickelt wird TTS in engster Zusammenarbeit mit Nintendo und Silicon Knights, dem kanadischen Studio, dass sich bereits durch Eternal Darkness einen Namen machte. Ein wahres Gipfeltreffen der Entwickler. Bleibt jedoch zu hoffen, dass man sich nicht übernimmt, denn der Hype um MGS2, war mitunter auch einer der Qualitäts-Dämpfer des PS2-Spiels.