Gesamtwertung83%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungBefriedigend |
Dass Nintendo viel an diesem Leitsatz liegt, zeigt auch die neuste Inkarnation der hausinternen Programmiererschmiede NST. Wer den Vorgänger auf dem N64 bereits gespielt hat, wird sich gleich heimisch fühlen und gelegentliche Déja-Vus nicht leugnen können, stellt 1080 Avalanche doch eher ein zeitgemäßes Update, als ein vor Innovationen strotzender Nachfolger dar. Zu Beginn wählt ihr in dem einer Holzhütte nachempfundenen Menü zwischen fünf Boardern euren persönlichen Profi aus und könnt euch mit diesem in insgesamt vier unterschiedlichen Spielmodi vergnügen.
Stellen Modi wie Time Trial, Gate Challenge oder Trick Attack Optionen dar, die ihr zwecks Langzeitmotivation zum Aufstellen von Rekorden und Freischalten von neuen Snowboards in der Regel erst später besucht dar, ist das Match Race sicherlich die umfangsreichste und motivierendste Auswahlmöglichkeit von allen. Dort müsst ihr in 15 verschiedenen und in drei Schwierigkeitsstufen unterteilte Rennstrecken gegen andere Sportler antreten und versuchen, möglichst vor ihnen das Ziel zu erreichen, um die nächsten Strecken frei schalten und diese fortan betreten zu dürfen. Damit den Gegnern das Leben nicht allzu leicht fällt, versucht ihr durch geschicktes Nutzen von natürlichen Sprungschanzen oder versteckte Grindmöglichkeiten Zeit gut zu machen, notfalls können auch ganze Brücken von euch gesprengt werden. Solltet ihr gut genug sein und alle Herausforderungen erfolgreich bestehen, dürfte ihr eure Fähigkeiten im Extreme Challenge-Modus nochmals auf sieben anderen Kursen unter Beweis stellen. Leider sind viele der Rennstrecken sehr kurz gehalten und in weniger als einer Minute zu bewältigen wo viele also noch beim Aufwärmen sind, ist die Runde schon beendet.
Im Gegensatz zu Serien wie SSX legten die Entwickler bereits bei 1080 Snowboarding viel Wert auf ein hohes Geschwindigkeitsgefühl, welches auch bei 1080 Avalanche schnell zu spüren ist. Habt ihr die zwar gewöhnungsbedürftige, aber ohne größere Probleme erlernbare Steuerung unter Kontrolle, könnt ihr euren Sportler mit einem Affenzahn Richtung Talsohle rasen lassen.
Zeit für einladende Ausblicke auf das Alpenszenario bleibt dem Spieler dabei jedoch nicht, wird er doch passend zum Spieltitel gelegentlich mitten in eine losbrausende Lawine verwickelt und muss diese geschickt durch das Ausweichen von Schneemassen und umknickenden Bäumen meiden, da er sonst unweigerlich von den Naturgewalten mitgerissen wird.
Diese Verfolgungsszenen mit den grollenden Ungetümen bereiten durch die gelungene Präsentation viel Spaß und hätten nach einhelliger Meinung auch gerne öfter im Spiel platziert werden können. So freut man sich jedes Mal, wenn eine Lawine losgetreten wird, steigt der Adrenalinpegel in solchen Fällen doch rasant in die Höhe.
Leider geht dies zu Lasten des Tricksystems, welches traditionell nur sehr mangelhaft ausgebaut wurde und durch wenige Moves wahre Trendsportfanatiker nicht zufrieden stellen dürfte, vor allem wenn man einen Vergleich mit SSX 3 und Amped 2 zieht. Die Snowboarder reagieren sehr träge auf die Eingaben des Spielers, zudem lassen sich die meisten der wenig spektakulär aussehenden Aktionen durch das simple Betätigen eines Buttons des Controllers ausführen.
Zumindest wurde zum Grinden eine Balanceanzeige integriert, welche ihr auch bei mangelhaftem Ausführen von Tricks oder Sprüngen beherrschen müsst landet ihr unsanft auf eurem Board, muss so schnell wie möglich der analoge Stick in eine Richtung gedreht werden, um den Körperschwankungen eures Sportlers Stabilität zu verleihen. Genau wie bei nahenden Lawinen wackelt auch hier der Bildschirm gehörig, was für etwas mehr Authentizität sorgt.
Zumindest hat sich Nintendo im Bezug auf Mehrspielermodi nicht lumpen lassen und bietet den Käufern eine volle Unterstützung für bis zu vier menschliche Spieler, welche in einer kleinen Reihe von Kursen via Splitscreen-Verfahren den Besten unter sich küren können.
Auch wenn spektakuläre Optionen fehl am Platze sind, macht die Abfahrt mit Freunden zusammen gleich viel mehr Spaß außerdem stimmt die Geschwindigkeit jederzeit und wird nicht durch eine schwankende Framerate in Mitleidenschaft gezogen. Für die Freaks bietet 1080 Avalanche zudem einen LAN-Modus, wodurch ihr mittels mehrerer GCN-Konsolen, Breitbandadapter und Hub an verschiedenen Fernsehgeräten gegeneinander antreten könnt, die passende Ausrüstung natürlich vorausgesetzt.
Technisch wirkt der Titel durchgehend solide und zweckorientiert, wenn auch nicht direkt umwerfend. Die verschiedenen Rennstrecken bieten durch Tag- und Nachtkurse, schön anzusehende Wettereffekte und kleine Details am Rande der Strecke für ausreichend Abwechslung, nette Schneeeffekte bei den Lawinen und die im Wind schwankende Kleidung der Snowboarder bestätigen den guten Gesamteindruck. Leider sind die Sportler selbst nicht sehr detailliert gestaltet und bewegen sich zwar durchaus natürlich, hinken in Punkto Animationen trotzdem einem Titel wie SSX 3 weit hinterher. Der Sound gefällt ebenfalls zum größten Teil, eine Dolby Pro Logic II Unterstützung sorgt für realistische Effekte während den Rennen, Sprachausgabe ist wie von einem Nintendo Titel zu erwarten mit Ausnahme einiger kleiner sinnfreien Sätze der Beteiligten nicht vorhanden. Immerhin wurden einige Musikstücke lizenziert, wodurch aufgrund diverser Rock- und Technotitel zumindest für ausreichend Abwechslung gesorgt ist.
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