Batman Begins

Review
Plattform
Vertrieb
Electronic Arts
Entwickler
Electronic Arts
Erscheinungsdatum
-
Genre
Abenteuer
USK
12
Batman Begins [NGC , looki.de]

Gesamtwertung

78%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Sehr gut

Batman Begins

Natürlich hält sich der Ablauf im Spiel an das Drehbuch des Films, und so erwarten euch ein Besuch in den Gotham Docks, ein Ausflug ins Arkham Asylum und ins gewaltige Anwesen von Bruce Wayne. Bevor ihr aber in der Megametropole Gotham City auf Verbrecherjagd gehen könnt, müsst ihr euch noch durch das Tutorial schlagen: In der Trainingsanlage eines geheimen Ninja-Ordens irgendwo im Himalaya bringt euch euer Mentor bei, wie ihr Gegner ausschaltet, ohne viel Lärm zu machen. Das ist auch schon die erste Überraschung, denn Batman Begins ist über weite Strecken ein Stealth-Spiel geworden und weniger ein Action-Titel, wie man es von den meisten Vorgängern her gewöhnt ist. Es werden also keine Gegnerhorden mehr niedergeprügelt, stattdessen müsst ihr durch geschicktes Verschmelzen mit der Umgebung bestimmte Missionsziele erfüllen. Je weniger die schlecht gelaunten Schläger und schießwütigen Polizisten davon mitbekommen, umso besser.

Zum Glück hat Batman auch diesmal an eine handliche Auswahl an kleinen Spielzeugen gedacht, die ihm sein Vorankommen in den dunklen Gassen von Gotham merklich erleichtern. Der Batarang etwa wird als Wurfgeschoss eingesetzt und dient zum Durchtrennen von Kabeln oder zum Aktivieren von Maschinen, mit dem Enterhaken dagegen kann man spielend leicht Schwindel erregende Abgründe überfliegen und sich auf höher gelegene Plattformen ziehen. Mit einem Batsender kann man außerdem einen Schwarm Fledermäuse herbeirufen, um seine Widersacher in Angst und Schrecken zu versetzen und sie für eine Weile zu beschäftigen.

Neben diesen doch sehr speziellem Handwerkszeug für Superhelden hat Batman natürlich auch noch einige einfache Dietriche zum Öffnen von Schlössern in den Taschen seines Gürtels. Auch Rauch- und Gasgranten gehören zu seinem Inventar. Doch bevor ihr eine Tür knackt und den dahinter stehenden Wachen in die Arme rennt, solltet ihr mittels optischem Kabel einen Blick riskieren. Ist der einfache Weg zum Ziel zu gut bewacht, hilft nur noch der beschwerliche Umweg über Leitern und Rohre, an denen sich Batman dank Heldenpower und festem Schuhwerk relativ problemlos entlang hangeln kann. So kann man auch Gegnern aus dem Weg gehen oder sie bei ihren Unterhaltungen belauschen, welche oft in einer Art Bild-in-Bild-Technik eingeblendet werden.

Hat einer der Fieslinge dann doch mal das Pech, in einen Kampf mit dem in schwarz gewandetem Fledermausmann verwickelt zu werden, wird in den Kampfmodus geschaltet: Mit Schlägen und Tritten schwächt man den Kontrahenten, bis man zum vernichtenden Specialmove ansetzen kann. Auf Tastendruck lässt Batman dann eine ganze Combo auf seinen Widersacher nieder prasseln, durchbricht seine Abwehr mit einem besonders harten Schlag oder kann einen Finishingmove landen. Manchmal darf der unterlegene Gauner auch ganz im Stile von The Punisher verhört werden, die auf diese Weise erhaltenen Informationen sind aber nicht für das Vorankommen notwendig, sondern dienen nur der Story. Mit bewaffneten Gegnern solltet ihr euch aber erstmal nicht anlegen, denn der Plastikpanzer, den Batman trägt, sieht zwar äußerst stylish aus, nützt euch im Kugelhagel aber herzlich wenig - die Jungs ballern euch bei Sichtkontakt einfach über den Haufen.

Um dies zu vermeiden gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder ihr greift die Männer mit Schusswaffen von hinten an und könnt sie so mit einem Stealthkill ohne Gegenwehr loswerden, oder aber ihr jagt ihnen Angst ein: Lasst mit Hilfe des Batarangs Kistenstapel umkippen, zerstört Rohre oder bringt Dampfkessel zum Explodieren. Haben die Gegner ordentlich Muffensausen, lassen sie ihre Waffen fallen und sind daher wesentlich leichter zu überwinden. Ein kleiner Balken gibt euch jederzeit Auskunft darüber, wieviel Angst man im jeweiligen Level vor euch hat. Über den Sinn dieser Anzeige kann man streiten, da sie nur wenig Einfluss auf das Spiel hat.

Letzteres ist wohl auch der größte Kritikpunkt an Batman Begins, denn insgesamt wird euch kaum Spielraum zum Erkunden und Interagieren gegeben. Der Reiz von Stealth-Titeln etwa aus der Splinter Cell-Serie liegt ja im Grunde darin, dass man dort mehrere Wege zum Ziel oder optionale Aufgaben hat, so etwas sucht man hier vergebens. Viele Wachen stehen einfach nur rum und glotzen die Wand an, und wenn sie doch mal patroulieren oder in Gruppen auftreten, dann steht garantiert irgendwo ein Gegenstand herum, den ihr in die Luft sprengen könnt, um ihnen Angst einzujagen. Dazu passt auch die stark vereinfachte Steuerung, mit der ihr Batman durch die Nacht hetzt. Man wird während des ganzen Spiels an die Hand genommen, alle manipulierbaren Objekte sind automatisch mit einem Cursor versehen und es wird euch gesagt, dass ihr euch hier mit dem Bathaken hochziehen oder dort ein Kabel mit dem Batarang durchtrennen könnt. Anfänger mögen ja dankbar sein für diese Hilfe, Profis aber werden sich sehr schnell mehr Handlungsfreiheit wünschen.Wie schon in vielen anderen Batman-Titeln wird der Heldenalltag durch zwei rasante Rennen mit dem Batmobil aufgelockert.

Einmal müsst ihr einen flüchtenden LKW von der Straße rammen, später dann schwingt der schwarze Rächer sich hinter das Steuer, um auf der Flucht vor der Polizei rechtzeitig seinen Unterschlupf aufzusuchen. Bei beiden Renneinlagen hat man sich kräftig beim aktuellen Burnout-Teil bedient, so wie zumindest einem Dauerzocker auch viele andere Elemente des Spiels seltsam vertraut vorkommen werden. Trotzdem machen sie Spaß und passen ins Konzept von Batman Begins.

Grafisch macht Batman Begins wie fast alle neueren Filmumsetzungen einen sehr soliden Eindruck, tatsächlich sehen die unterschiedlichen Locations der riesigen Stadt richtig gut aus. Batman schwingt sich athletisch wie eh und je durch die Nacht, auch die anderen Finsterlinge sind schön animiert. Die Gesichter der Hauptdarsteller wurden ansprechend modelliert und sehen den echten Schauspielern durchaus ähnlich, dasselbe gilt auch für die Mimik in den Zwischensequenzen.

Der Umgebung hat man durchgehend detailreiche Texturen verpasst, trotz der hier und da umherflatternden Fledermäuse wirkt sie allerdings teilweise etwas steril. Die Kamera verhakt sich gerne mal hinter einem Mauervorsprung oder einem Rohr, kann aber mit dem rechten Analogstick leicht nachjustiert werden. Insgesamt ist die Grafik aber wesentlich besser, als wir es von einer Batman-Umsetzung gewöhnt sind.

Die Musik entspricht natürlich den Klängen aus dem Film, der bedrohliche Score untermalt die Schleicherei gekonnt und wird in den Action-Szenen gerne mal etwas wuchtiger. Nicht sonderlich aufregend sind dagegen die altbackenen Soundeffekte, dafür sind die Discs multilingual, wer Battie also schon immer mal z.B. französisch sprechen hören wollte, der hat jetzt die Gelegenheit dazu. Die Originalsprecher verstehen ihr Handwerk und sorgen für ordentlich Atmosphäre in den Dialogen, leider können die Stimmen der 0815-Bösewichte da nicht mithalten.

Ebenso wichtig für eine waschechte Filmumsetzung sind die Filmschnipsel, von denen es diesmal nur recht wenige zu bestaunen gibt. Der weit überwiegende Teil der Story wird in Spielgrafik erzählt. Dafür könnt ihr die Ausschnitte jederzeit im Menü unter dem Punkt 'Bonus' ansehen, je weiter ihr im Spiel kommt, umso mehr Goodies werden freigeschaltet. Am witzigsten ist dabei die begehbare Galerie: Die Katakomben unter Wayne Manor können wie ein normaler Level durchlaufen werden. Hier finden sich sämtliche Gegnertypen, die ihr schon mindestens einmal besiegt hat, in Einzelzellen und rütteln wimmernd an den Gitterstäben.

Die Umsetzungen für Gamecube und Playstation 2 gleichen sich wie eine Fledermaus der anderen. Grafik und Inhalt sind nahezu identisch, lediglich die Filmclips sehen auf dem Würfel nicht ganz so gut aus wie bei der Konkurrenz. Dass die Gamecube-Fassung außerdem weniger verschiedene Untertitel zu bieten hat, dürfte deutschen Zockern dagegen egal sein.

Fazit

Batman Begins ist vor allem grafisch deutlich besser als die flügellahmen Versoftungen früherer Lizenzen, leider ist der spielerische Nährwert auch diesmal recht niedrig ausgefallen. Die Wachen sind außerdem viel zu einfach zu erschrecken oder zu überlisten und dank des Cursors wisst ihr jederzeit, was als nächstes wo zu tun ist. Landet ihr doch mal in einer Sackgasse, so ist dies mit Sicherheit so gewollt und es gibt irgendwo ein Rohr, an dem ihr euch über das Hindernis hinweg hangeln könnt. Viele Features wie die Anzeige für Reputation und Angst oder das Verhören von Gegnern sind zwar gut gemeint, haben aber zu wenig tatsächlichen Einfluss auf das Spielgeschehen, um wirklich von Belang zu sein. Dadurch, dass man jederzeit den nächsten Schritt vor Augen hat und einem immer genau gesagt wird, an welcher Stelle welches Item zu benutzen ist, gibt es nur sehr wenig Spielraum für eigene Entscheidungen. Dennoch dürften der lineare Aufbau der sehr übersichtlichen Levels und die leicht zu lösenden Aufgaben zumindest blutige Anfänger eine Weile beschäftigen, während sich Fans über das freispielbare Bonusmaterial freuen. Unterm Strich bleibt ein simpler, aber gut präsentierter Genremix, der allerdings selbst auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad deutlich zu einfach ist.

Batman Begins [NGC , looki.de]

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