Gesamtwertung78%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßAusreichend SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungBefriedigend |
Zu Anfang des Spiels steht die für Final Fantasy untypische Charaktererschaffung auf dem Programm. Die Wahl aus vier Völkern und verschiedenen elterlichen Berufsständen beeinflusst Kampfeigenschaften, sowie familiäre Beziehungen. Dank regelmäßigem Briefverkehr werden einander dann Geld oder Gegenstände zugesandt ist der Vater Schmied freut er sich etwa besonders über Metalle und Ähnliches.
Auf der Jagd nach dem Myrrhe-Tau muss die Karawane für gewöhnlich drei Dungeons pro Spieljahr bewältigen. HacknSlay/ Action-RPG-typisch geht es dabei natürlich recht rabiat zu. Mit Schwert, Speer und Zauber gilt es allerlei interessante Monster zu übermannen und darauf zu achten nicht aus der schützenden Kristallsphäre herauszutreten das nämlich bedeutet Herzabzug. Das Kampf- und Combosystem in den Crystal Chronicles ist zwar auf komplexe Manöver wie Angriffe, Verteidigung, Magie und Teamzauber ausgelegt, in der Anwendung jedoch sehr simpel. Mit der Schultertaste wird eine erstellbare Aktions-Liste dirigiert, deren gewählter Move sich mit dem A-Knopf ausführen lässt. Auf diese Liste lassen sich Items, Zauber, Verteidigung und Attacke legen Flexibilität ist für erfolgreiche Boss-Duelle also unabdingbar. Leider birgt dieses System aber den Nachteil, dass das Kampfgeschehen bei gewöhnlichen Monstern sehr einseitig wird. Schnell zwischen Verteidigung und Attacke zu wechseln lohnt kaum, selbst das Anwenden von Magie ist hier oft unpraktisch.
Letztlich wird draufgehauen was das Zeug hält Taktik ist im Singleplayer-Modus somit Fremdwort.
Ab und an sind die Wege durch simple Schalterrätsel zu erschließen, meistens jedoch geht es linear auf einen Endgegner und den obligatorischen Myrrhe-Baum zu. Darin liegt auch das wohl größte Manko: tolles Design und brillante Technik täuschen nicht über den ewig gleichen Missions- und Spielaufbau hinweg. Angesichts der sehr schwachen Story und fehlender Charakter-Tiefe ist dies besonders problematisch. Nach vier bis fünf Stunden lässt die Motivation rapide nach.
Sind die GBAs via Linkkabel an den Würfel angeschlossen kann es losgehen. Auf den Displays werden jeweils verschiedene Karten der Dungeons angezeigt, was den Teamwork-Aspekt fördert und sich in den teils sehr großen Arealen als überaus nützlich erweist. Natürlich muss man immer noch beachten im Umkreis des schützenden Myrrhekelchs zu bleiben, was zu mehreren manchmal recht hektische Situationen hervorruft.
Der Multiplayer-Mode ist schon allein seiner geselligen Natur wegen das Glanzstück des Spiels. Zwar sind die GBA-Kontrollen etwas schwammig, die spaßigen Teamzauber und Combo-Attacken machen die dezenten Schwierigkeiten aber wett.
Doch selbst im amüsanten Mehrspieler-Part schlägt nach einiger Zeit die Linearität dem Spaß ein Schnippchen. Fehlende Herausforderung und Abwechslung, vor allem aber auch der Mangel an atmosphärischer Story schränken das Vergnügen auf Dauer einfach ein.
Zwischensequenzen werden nunmehr nicht als FMV-Videos präsentiert, die Einleitungen in die Dungeons geschehen stattdessen in der schmucken Spielegrafik.
Ein weiterer Faktor, der in Final Fantasy-Tradition perfekt inszeniert wurde, ist die Musik. Eingängige Melodien und orchestrale Klänge fügen sich dem Gesamtbild und der Atmosphäre des Spiels Design und Klang harmonieren wunderbar. Lediglich das Thema der Weltkarte nervt wegen ständiger Wiederholung manchmal ansonsten ist die Musik unaufdringlich und angenehm. Eine komplette Sprachausgabe gibt es nicht, nur die Dungeons werden mit einer kurzen, englischenTextpassage eingeleitet. Angesichts sowieso fehlender Dialoge und interessanter Charaktere fällt dies allerdings nicht negativ ins Gewicht.
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