Gesamtwertung85%/10 |
GrafikGut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
1996 fühlte sich Entwickler Natsume daher erstmals dazu berufen weltfremde Konsoleros über Bienen, Blüten und Getreidesilos aufzuklären. Mit der aktuellen Inkarnation der putzig-kultigen Bauern-Simulation Harvest Moon geht man zwar keine wirklich neuen Wege, kann dank Konsequenz und ausgefeiltem Gameplay aber wieder erstaunlich ans ergonomische GameCube-Pad fesseln.
Eine Story gibt und gab es in Harvest Moon eigentlich nie. Mit selbstbenanntem Charakter zieht man auf einen geerbten Hof, wird dabei wenig tatkräftig vom Freund des verstorbenen Vaters unterstützt, und werkelt sich letztlich eine Familie mit schönem Haus zurecht. Das mag simpel klingen, die virtuelle Realität sieht aber hart aus: Felder wollen kultiviert werden, Tiere gefüttert und Beziehungen gehegt sein.
Wenngleich das zu erforschende Areal relativ klein ist, gibt es auch neben der eigentlich Arbeit viel zu erleben. Wehrmutstropfen ist hier aber eindeutig der etwas zu kurz gekommene Dating-Sim-Anteil, sowie die zumeist klischeehaften Charaktere. Als Beiwerk zum sowieso schon motivierenden Bauernalltag amüsiert es dennoch.
Der Umfang des Spiels ist riesig. Unzählige Tiere, Saatgüter, Charaktere und zusätzliche Arbeiten machen die 30 Spieljahre zu einem echten Erlebnis. Vieles mag sich wiederholen, aber es ist auch nach stundenlanger Spielzeit immer noch ein befriedigendes Gefühl die Ernte einzufahren oder eine gesunde, kräftige Kuh gezüchtet zu haben.
Grafisch kann sich unsere kleine Farm nicht ganz mit den aktuellen Größen messen. Die Modelle sind japanisch simpel, Animationen teils grob und viele Texturen verwaschen. Ein gewisser Charme, solide Licht- und Wassereffekte und absolute Zweckmäßigkeit sind dem Ganzen aber nicht abzusprechen. Mit ähnlichen Problemen hat der Sound zu kämpfen. Sich dauernd wiederholende Musik, eine Handvoll Soundeffekte und keine synchronisierten Dialoge ? hier hätte Natsume wesentlich mehr bringen können.
Als etwas schwierig erweist sich die Steuerung. Die übersensiblen Reaktionen des Hauptcharakters auf den Analog-Stick kosten bei Handlungen wie dem Bewässern der Felder einiges an Nerven. Auch die Kuh zu melken wird zur filigranen Millimeterarbeit, da die Aktionen nur bei perfekter Positionierung des Charakters ausgeführt werden.
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