Gesamtwertung89%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Vor zwei Jahren erschien das Actionspiel Hitman: Codename 47. Das Spiel war zwar ein kommerzieller Erfolg, aber aufgrund seiner fehlenden Speicherfunktion extrem schwer. Wir konnten nun den langersehnten Nachfolger Hitman 2: Silent Assasin testen. Was er im Vergleich zum Vorgänger besser gemacht hat, könnt Ihr im folgenden Review nachlesen!
Hitman: Codename 47
Sein Debüt feierte der glatzköpfige Profikiller in Hitman: Codename 47. Selbiges gelang, den sowohl grafisch als auch spielerisch konnte Hitman überzeugen. Zudem waren die Missionslokalitäten sehr einfallsreich und das Waffenrepertoire prall. Zwei Sachen störten allerdings: zum einem war der Schwierigkeitsgrad unheimlich hoch, zum anderen war es extrem ärgerlich, dass man während der zum Teil wirklich langen Missionen nicht speichern konnte.
##product_screenshot68949##
Zudem stieß vielen Spielern die Story rund um Mr. 47 den mordenden Profikiller übel auf. Die zum Teil harten Szenen (Zivilisten werden per Klavierseite zu Tode gewürgt) waren für viele zu brutal in Szene gesetzt worden. Demnach lies sich die BPjS nicht lange bitten und indizierte das Spiel prompt. Das Spiel verkaufte sich dennoch solide und das nicht zuletzt aufgrund der durchweg guten Bewertungen in der Fachpresse. Hitman 2 beginnt dort, wo der Vorgänger endete. Mr. 47 zieht sich nach dem Mord an seinem Schöpfer und der damit ans Tageslicht gekommenen Wahrheit, dass er ein Klon ist, aus dem Profikiller Geschäft zurück und begibt sich nach Sizilien. Dort hilft er den Klosterbrüdern unter der Aufsicht von Pater Vittorio beim Holzhacken und ernten. So weit so unspannend. Doch keine Angst: Mr. 47 ist nicht zum warmen Bruder geworden, denn seine alten Freunde melden sich zurück. Üble Mafia Schergen kidnappen Pater Vittorio und fordern 500.000$ Lösegeld. Kurz darauf meldet sich seine ehemalige Agentur. Wenn '47' für sie ein paar Aufträge erledigt, sagen sie ihm wo die Mafia Pater Vittorio versteckt hält. Weg also mit Sparten und Gartenhandschuhen und her mit der Pistole und der Klavierseite der Hitman ist zurück. Natürlich kommt 47 bei seinen Aufträgen auf der ganzen Welt herum. Ob Japan oder Südseeinsel, die Programmierer haben sich einiges einfallen lassen, um die Missionslokalitäten so unterschiedlich wie möglich zu machen.
Grafisch hat sich dabei wenig geändert, denn die Engine ist noch immer die gleiche, wie im Vorgänger. Doch die Änderungen liegen im Detail. Hier ein paar mehr Animationen und dort ein wenig mehr Farben; herausgekommen ist ein grafisch schönes Spiel. Ärgerlich sind aber nach wie vor die ruckartigen Animationen von '47', die alles andere als authentisch wirken.
Alles in allem ist Hitman 2 zwar keine grafische Revolution, aber durchaus nett anzuschauen, besonders wenn man bedenkt, dass die Engine schon ca. zwei Jahre auf dem Buckel hat. Viel hat sich jedoch in Sachen Sound geändert. Wo im Vorgänger noch merkwürdig lustlose Musikstücke aus den Lautsprechern tönten sind ess im zweitn Teil, vom Budapester Symphonieorchester gespielte Stücke. Vor allem der Menü-Sound ist überragend gut gelungen (Requiem) und stört des öfteren beim Spielen, gerade weil er so gut ist. Dass Eidos selbst vom Soundtrack überzeugt zu sein scheint, zeigt sich auch daran, dass sie Ende Oktober eine Soundtrack CD zu Hitman 2 veröffentlichen werden. Fans sollten sich diese schon einmal vormerken. Doch nicht nur musiktechnisch wurde Hitman 2 aufpoliert, auch die Stimmen der einzelnen Charaktere ertönen nun endlich in deutscher Sprache.
##product_screenshot68950##
##product_screenshot68951##
Im Vorgänger verzichtete Eidos leider darauf. Und tatsächlich: die raubeinige deutsche Synchronstimme des Hitmans passt ähnlich gut, wie die Stimmen von Gegnern aus den diversen Ländern.
Insgesamt gibt es 21 Missionen, die sich wie oben schon erwähnt in ihren Settings stark unterscheiden und grafisch zum Teil äußerst imposant sind. Zwar sind die Areale noch immer stark begrenzt, aber trotzdem um einiges größer, als in dem Vorgänger. Das hat zur Folge, dass es deutlich mehr Lösungswege gibt, eine Mission zu erfüllen. Als Beispiel dafür kann man die 3. Mission. Die Mission spielt in St. Petersburg und Ziel ist es, zwei Personen zu liquidieren. Diese unterhalten sich in einem kleinen Park und werden sehr gut von ihren Bodyguards bewacht.
Man könnte nun durch die Kanalisation in eine nahgelegene wunderschöne altrussische Kirche gehen und beide mit dem Scharfschützengewehr töten. Oder man geht gemütlich durch die Kanalisation zum westlichen Teil der Karte, schleicht dort einen Radio-Tower hinauf und schießt die beiden aus gemütlicher Entfernung tot, ohne auch nur eine Wache auf sich aufmerksam zu machen. Schließlich bleibt aber auch die Möglichkeit, den Chauffeur einer der Zielpersonen lautlos beim Pinkeln zu eliminieren und seine Sachen anziehen. Mit Hilfe seiner Kleidung kann man nun ganz gemütlich zu den beiden Limousinen der Zielpersonen stolzieren und dort zwei Autobomben anbringen. Dies sind nur ein paar von sehr vielen Lösungsmöglichkeiten. Je nach dem, wie Ihr vorgehen wollt, könnt Ihr auch die Kamikazevariante anwenden und die beiden Zielpersonen mit einer Nahkampfwaffe erledigen.
Die Vorgehensweise beinflußt aber das Ranking am Ende der Mission. Dieses hängt ab von der Höhe Eurer Tarnung während der Mission und wieviele Gegner Ihr getötet habt. Massenmörder würde bedeuten, dass Ihr euch nur wenig um Tarnung und um`s Schleichen gekümmert habt und stattdessen viele Wachen getötet habt. Stealth Assasin würde heißen, dass ihr keinen Gegner außer eurer Zielpersonen getötet habt und euch gut bis sehr gut getarnt habt. Die zweite Variante ist zumeist aber auch mit Abstand am schwierigsten und erfordert, dass man sehr gut die Karte kennt. Eben jene Karte habt Ihr im Mini-Format immer mit Druck auf der Taste M. verfügbar. Die Karte ist ein sehr hilfreiches Utensil, um genau die einzelnen Gehwege Eurer Gegner oder Zielpersonen überwachen zu können.
Ohne eine Speicherfunktion würde der ohnehin schon sehr hohe Schwierigkeitsgrad aber wohl ins Unermessliche steigen. IO Interactive hat somit auf die Fanproteste reagiert und in Hitman 2 endlich eine längst überfällige Save-Funktion eingebaut.
##product_screenshot68952##
Allerdings ist auf dem normalen Schwierigkeitsgrad das Speichern nu sieben mal erlaubt - bedeutet also, dass genau überlegt werden muß, wann genau man speichert. Dies erscheint als perfekte Lösung sowohl für die Hardcore-Gamer, als auch für die Spieler, die jede Minute speichern müssen.
An der Steuerung hat sich gegenüber dem Vorgänger nur marginal etwas getan - leider jedoch eher zum schlechten. Zwar sollte die Steuerung spätestens nach ein paar Spielminuten intus sein, trotzdem verklickt man sich des öfteren. Auf dem Boden liegen z.B. eine Waffe und eine Leiche. Wenn man dann die Waffe aufheben möchte, kann das schon einmal zu einem größeren Problem werden. Mit der gedrückten E Taste müsst Ihr dann links das Menü runterscrollen, ob ihr nun die Waffe aufzuheben gedenkt, die Leiche wegziehen möchtet oder doch lieber die Kleidung der Leiche anziehen wollt. Das kann in heiklen Situationen, in denen es um jede Sekunde geht, ganz schön nerven und hemmt an manchen Stellen den Spielfluss. Die vielen, vielen Schießprügel dagegen lassen sich ganz bequem steuern und verziehen sogar realistisch nach oben.
Löblich ist auch, dass man endlich speichern kann, zwar nicht so oft wie man will aber so oft, dass man genau dosieren kann an welcher Stelle es nötig ist. Das es nicht zu einer 90er-Wertung gereicht hat liegt zum einem an der etwas müden 'Rächer'-Story (die sicherlich nicht jedermanns Geschmack ist) und dem oftmals zu hohen Schwierigkeitsgrad. Hitman 2 ist nicht gänzlich anders als Teil eins, ist aber an vielen Ecken und Kanten merklich verbessert worden. Fans von Teil eins werden dies zu genauso zu schätzen wissen, wie Actionprofis, die auf der Suche nach einem neuem 'Mekka' sind. Auch Fans von Spielen wie Dark Project, Metal Gear Solid oder gar Commandos sollten sich das Spiel einmal anschauen: nie durfte so taktisch geschlichen werden. Wenn IO Interactive bei Teil 3 eine bessere Story einbaut, die Grafik weiter verbessert und den Schwierigkeitsgrad für Einsteiger etwas drosselt, baue ich dem Hitman einen Altar. Versprochen!
Hitman 2: Silent Assasin im Test.
Was halten Sie vom neuen Spiel von I/O Interactive?
Teilen Sie Ihre Meinung mit anderen Yahoo!-Usern.