Jeder der Gamecube bisher auf den verschiedensten Messen spielen konnte war einfach begeistert. Realistische Texturen, saubere Grafik ohne störendes Flimmern, neuartige Spiele, gemischt mit Sequels zu Game-Klassikern wussten einfach zu gefallen.Der Launch verlief im Vergleich zum japanischen PS2 Launch (Frühjahr 2000) eher ernüchternt, diesmal waren nur 3 Leute schon 12 Stunden vor dem Verkaufsstart vor den Geschäften, immerhin wuchs diese Zahl um 7:00 Uhr früh auf immerhin 100 Leute an. Klar ist, dass nicht nur die PS2 sondern sogar Segas Dreamcast einen besseren Launch hatten. Aber man soll einen Launchtag nicht überbewerten, was aus Dreamcast trotz Traumstart wurde wissen wir (leider) ja. Doch was erwartet eigentlich die Käufer? Wir wagen einen Ausblick.
Lieferumfang und Zubehör
Der Gamecube ist ziemlich klein (15 cm beit, 11 cm hoch, 16,1 cm tief) und wird vorerst nur in Violett angeboten, die Farben Orange und Schwarz folgen dann im November. Wie das Nintendo 64 verfügt Gamecube über vier Gamepad-Anschlüsse. An der Unterseite der Konsole befindet sich ein Anschluss für ein Modem sowie ein Highspeed Serial Port und ein Highspeed Parallel Port. Außerdem noch zwei Digicard-Slots, denn zum Speichern von Spielständen bietet Nintendo zwei Möglichkeiten an: Zum einen kann man eine 4 Mbit große Flash.Memory-Card benutzen oder via Adapter eine von Panasonic gefertigte SD Digikart mit 64 MB Fassungsvermögen einsetzen. Auf der Rückseite des Spielewürfels liegen zwei Ausgänge für das Bildsignal, der Analog-AV-Output Anschluss und der Digital-AV-Output.
Zum Lieferumfang gehören neben der Konsole ein Controller sowie ein AC-Adapter für die Stromversorgung, zur allgemeinen Verwirrung befindet sich in der Verpackung kein AV Kabel welches zur Bildübertragung benötigt wird. Der Spieler muss somit selbst entscheiden welches Videosignal er wählt, hierbei könnten sich jedoch vorallem bei jüngeren bzw. unerfahrenen Spielern Missverständnisse auftun. Laut Nintendo ist jedoch das 'alte' AV Kabel des Nintendo 64 vollkommen mit dem des Cubes kompatibel und kann somit problemlos mit selbigen betrieben werden. Im Gegensatz zur PS2, ist Gamecube nicht in der Lage DVD-Filme abspielen zu können, da als Datenträger sogenannte Mini-DVDs von Matsushita genutzt werden. Auf dieses optische Speichermedium passen 1,5 GB und ist mit 8 cm Durchmesser auch sonst recht klein.
Fehlende Abwärtskompabilität, DVD-Filmtauglichkeit sind sicher Gründe dafür, dass der Preis recht niedrig ist.
Zusammen mit dem Aussehen der Konsole, werden Kritiker aber sicher sagen, dass das alles nur Anzeichen dafür sind, dass der Gamecube nur eine Kinderkonsole wird. Diese wage Behauptung wird man erst in den nächsten Monaten sehen, aber als Maßstab dafür kann man nur die Spiele nehmen. Und welche Spiele erscheinen eigentlich zum Gamecube Launch?
Der Gamecube Launch ist der erste Launch einer Nintendokonsole ohne einen Mario-Titel, dafür hat diesmal Luigi seinen großen Auftritt. Luigi ist (unfreiwillig) unter die Geisterjäger gegangen und erhält von einem Wissenschaftler den Auftrag die Geister in einen Spukschloss zu fangen. Bewaffnet mit Taschenlampe und Staubsauger beginnt die Jagd! Luigis Mansion ist kein Jump&Run. Man steuert mit dem Stick, die Blickrichtung, die von der Taschenlampe perfekt ausgeleuchtet wird.
Mit den C-Sticks läuft man vorwärts, seitlich und zurück. Sobald ein Geist in den Schein der Taschenlampe kommt, wird dieser festgehalten und man kann ihn bequem mit dem Staubsauger aufsaugen. Allerdings haben die Geister verschiedene Hitpoints, und so wird das fangen schwieriger. Da es länger dauert die Gespenster in den Schein der Taschenlampe zu kriegen und die dort zu halten bis die Hitpoints aufgebraucht sind. Der Actionpart überwiegt bei dem Titel ganz deutlich, so kommen Rätsel nur in Form von Schlüsselsuchen und Türen öffnen vor.
Bei dem Titel ist die Grafik aber sicher das Beeindruckendste. Am deutlichsten sieht man das an den genialen Lichteffekten. Das Schloss ist komplett düster gehalten und wird nur von ein paar Fackeln und der eigenen Taschenlampe erhellt. Jeder Gegenstand verursacht realistische Schattenwürfe. Die Geister warten mit Transparenzeffekten auf und jede Spielfigur besitzt saubere Animationen. Technisch wurde von Nintendo einfach alles richtig gemacht, und solche Titel machen einfach Lust auf mehr.
Ein zum Klassiker gewordenes Spiel findet auf den Gamecube die lang erwartete Fortsetzung. Wave Race war 1996 ein genialer Startitel des Nintendo 64 und überzeugt noch heute mit genialer Spielbarkeit. Der Nachfolger präsentiert sich nun in einem grafisch aufpolierten Gewand und einigen Detailänderungen. Das Spielprinzip ist gleich geblieben - mit Jetskis heizt man über Seen und Meere. Dabei unterscheiden sich die Lokalitäten erheblich, und so hat man von einer Wildwasserfahrt bis gemütlichen Seetrip alles dabei. Die Kurse sind mit Bojen gespickt, die man umfahren muss. Bei verfehlen einer Boje gibt es einen Strafpunkt. Nach fünf Strafpunkten scheidet der Spieler aus. Erschwert wird dies nicht nur durch die verschiedenen Gegner sondern auch durch das Wetter. Zwar kann man die Wetterbedingungen selbst einstellen, jedoch können sich diese während dem Spiel ändern.
Also ist es möglich, dass während dem Rennen plötzlich ein Sturm aufzieht, die Weitsicht stört und das Fahren wegen unruhigen Wasser extrem schwierig wird. Die Wellen werden beeindruckend realistisch berechnet, wie man es bisher in noch keinen Spiel bewundern konnte. Glücklicherweise bauten die Entwickler diesmal einen Vierspieler-Modus ein. Per Splitscreen-Modus liefert man sich heiße Duelle auf hoher See. Wie bei den anderen Gamecube Launchtiteln kann man auch bei Wave Race Blue Storm nicht meckern. Die Grafik ist schnell und sehr detailreich. Die Wasseroberfläche glänzt durch Spiegeleffekte. Die Animationen sind butterweich und die Wasserspritzer eine Wucht, und die Umgebung ist sehr lebendig gehalten.
Famitsu Wertung: 8, 9, 8, 7 (32/40)
Japanischer Gamecube-Launch im Test.
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