King Arthur

Review
Plattform
Vertrieb
Konami
Entwickler
Krome Studios
Erscheinungsdatum
-
Genre
Abenteuer
USK
12
King Arthur [NGC , Justgamers]

Gesamtwertung

65%/10

Grafik

Befriedigend

Sound

Befriedigend

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Befriedigend

Bedienung

Befriedigend

King Arthur

Schon viele, viele Jahrhunderte bevor die Ossis die Grenze stürmten, hatten mutige und kampferprobte Männer jede Menge Ärger mit den Sachsen und ihren Verbündeten. So auch Feldherr Artorius, der als sagenumwobener König Arthur in die Geschichts- und Märchenbücher einging.Passend zur Geschichte erschien im Sommer letzten Jahres der Film „King Arthur“. Und passend zum Film erschien nun das Spiel...

Nicht allein, aber auch nur zu zweit

Wie schon das Cover des Spiels vermuten lässt, orientiert sich „King Arthur“ am gleichnamigen und wenig erfolgreichen Kinofilm. Entgegen der Mär vom nasebohrenden Arthur und seinen gelangweilten Rittern der Tafelrunde ist im Film und auch im Spiel weniger mystisches, dafür aber umso umfangreicheres Schlachtgetümmel angesagt: Ganz England muss von Arthur und seinen Mannen vor den bösen Sachsen und anderem Gesindel bewahrt werden.

Die Bandbreite der spielbaren Figuren entspricht dabei natürlich ganz den Hauptrollen: Arthur, Lancelot, Tristan, Bors und die schöne, auf der Leinwand von Keira Knightley verkörperte Guinevere sind aus dem Film bekannt und dürfen in die Schlacht geführt werden.

Die Spielabschnitte von 'King Arthur' werden dabei nie von einem Helden alleine, sondern immer zu zweit durchkämpft. So dürft ihr zu Beginn eines Levels zwischen zwei Spielfiguren wählen. Im normalen Singleplayermodus wird der unterstützende Charakter dann von der KI übernommen.

Darüber hinaus bietet 'King Arthur' aber auch einen Co-op-Modus, bei dem ihr in trauter Zweisamkeit gegen die in großer Anzahl heranstürmenden Gegner vorgehen könnt.

Da die KI eurer digitalen Weggefährten nicht sonderlich toll und die Rüstung eurer zahlreichen Gegner dafür umso stärker ist, bietet es sich sowieso an, das Spiel nur zu zweit zu bestreiten.

Da der Schwierigkeitsgrad trotz des eher banalen Rumgehackes recht hoch angesiedelt ist und immer erst nach dem erfolgreichem Abschluss eines Levels gespeichert werden kann, wird das Spiel ansonsten recht früh frustrierend.

Hör’ mal wer da hämmert

Drei verschiedene Angriffsmöglichkeiten stehen euch im Getümmel zur Verfügung: Jeweils einer Taste des Joypads ist eine Fast-, Medium- und Power-Attacke zugeordnet; mit dem vierten Button kann geblockt werden.

Die Vorbereitungszeit eines Schlages ist - und das wird wohl keinen überraschen - je nach Stärke der Attacke unterschiedlich lang. Wer im Umgang mit dem Controller recht zügig ist und binnen kürzester Zeit zahlreiche Gegner tötet, darf sich von Zeit zu Zeit auch an Special Moves und Schlagkraftmultiplikatoren erfreuen.

Mehr oder weniger bemerkenswert ist, dass jeder der fünf spielbaren Charaktere sowohl über ein Schwert, als auch über Pfeil und Bogen verfügt. Im Hinblick auf die Tatsache, dass dem Spieler fünf Helden mit jeweils unterschiedlichen Fähigkeiten versprochen werden, ist das meiner Meinung nach ein kapitaler Fehler. Günstiger wäre es gewesen, jeweils einen Schwertkämpfer und einen Bogenschützen in die Schlacht zu schicken.

In der Praxis stellt sich schnell heraus, dass die „Fast Attack“ für fast jeden Gegner völlig ausreichend ist. Wer mit Ausdauer und Engelsgeduld auf immer den gleichen Knopf hämmert, wird also noch relativ flink durch die insgesamt 20 Level kommen und nähert sich mit großen Schritten dem Gamer-Kultstatus „Nintendo-Däumling“ * .

Boni auf Provisionsbasis

Ist ein Spielabschnitt gemeistert, erwartet euch eine nüchterne Aufschlüsselung aller getöteten Gegner, gefundener Geheimgegenstände und ausgeführter Spezialattacken. Je nachdem wie oft ihr erfolgreich auf die Tasten gehauen habt, werden euren Charakteren Bonuspunkte gut geschrieben.

Wurden genügend Punkte gesammelt, dürfen diese in Upgrades in den Bereichen Stärke, Verteidigung, Geschwindigkeit, Nahkampf und Bogenschütze investiert werden. Obwohl angeblich jede der spielbaren Figuren ihre Eigenheiten und Stärken haben soll, werden alle gleichzeitig aufgestuft. Auch hier offenbart sich leider wieder, dass zwischen den ihnen kein wirklicher Unterschied auszumachen ist. Es ist daher im Prinzip egal, mit welchem der fünf Helden ihr in den Level zieht.

Do you speak Angelsächsisch?

Zwar dürft ihr euch zu Beginn des Spiels für eine Sprache entscheiden, doch begleitet euch King Arthurs Muttersprache trotzdem durch das ganze Spiel. Habt ihr „Deutsch“ gewählt, so beschränkt sich eure Auswahl nämlich nur auf das Menü und die Untertitel, die das Verständnis der gesprochenen Worte in den Filmausschnitten gewährleisten sollen.

Recht gut gelungen ist dagegen die Präsentation der Story. Dabei wurden Filmausschnitte gekonnt mit Ingame-Szenen kombiniert. Der Übergang vom Zelluloid in die Spielgrafik ist dabei fließend und schön animiert.

Da dies bei Filmumsetzungen leider längst nicht zum Standard gehört, verdient sich das Spiel hiermit einen seiner wenigen Pluspunkte. Einen weiteren erhält es für die schöne Soundkulisse, die im Gegensatz zum Rest des Spiels durchaus beeindrucken kann.

Optisch liegt der Titel dafür wieder im Mittelmaß. Das ständig wiederkehrende Leveldesign gibt der Grafikengine aber auch kaum Gelegenheit, irgendwelche Stärken auszuspielen. Die Wälder der gemäßigten Klimazone sind in unseren Breitengraden ja allgemein bekannt.

Kameramann im 1. Lehrjahr

Wer sich an der recht monotonen Hau-Drauf-Spielweise 'King Arthurs' noch erfreuen kann, dem wird spätestens bei der stellenweise sehr unsinnigen Kameraführung das Lachen vergehen. Leider lässt sich die Kameraposition nämlich nicht ändern und so ist man in diesem Punkt ganz der Willkür des Programms ausgesetzt. Mag das am Anfang noch einigermaßen gut funktionieren, wird es spätestens dann extrem störend, wenn eure Spielfigur von einer Anhöhe, die außerhalb eures Sichtbereiches liegt, beschossen wird und der Gegner so nur schwerlich erledigt werden kann.

Als ebenfalls recht nervtötend stellt sich die reichlich hakelige Steuerung eures Alter Egos dar. Auch dürfte die Kombination aus wilder Tastenhämmerei und der stetigen „Wumbelrumbel“-Vibration des Controllers eher zur Lähmung als zum Levelabschluss führen. Gott sei Dank kann die Joypad-Vibration aber im Optionsmenü deaktiviert werden.

Fazit

Die Schwäche des Spiels beginnt schon mit der Filmvorlage, die im letzten Jahr nur wenig erfolgreich und weltweit mehr Flop als Top war. Da sich das Spiel, welches nun erst mehrere Monate später in den Handel kommt, zum Filmstart noch in der Entwicklung befunden haben muss, wird den Designern angesichts der mittelmäßigen Filmkritiken und Einspielergebnisse wohl der letzte Elan genommen worden sein. Aber auch wenn man sich bei Konami von der Qualität und Beliebtheit des Filmes nicht beeinflussen ließ, ist aus „King Arthur“ doch nur ein mittelmäßiger Titel geworden, der den „Herr der Ringe“-Referenztiteln nicht das Wasser reichen kann. Viel zu öde ist das eintönige Tastenhämmern und die stets gleich aussehende Spielwelt, als dass es für „King Arthur“ zu mehr als einer durchschnittlichen Wertung reichen könnte.  

King Arthur [NGC , Justgamers]

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