Gesamtwertung77%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Mario Party ist dank der jährlichen Updates eine der momentan lebhaftesten Mario-Reihen. Auch dieses Jahr dient die aktuelle Nintendo Heim-Plattform namens Gamecube als Austragungsort des Würfelspektakels um Nintendos beliebteste Charaktere. In über 70 neuen Mini-Spielen auf sechs brandneuen Spielbrettern geht es auf die Jagd um die begehrten Sterne. Wir waren dabei und verraten euch, ob Mario Party auch fortan Party-Star ist.
Mit der ersten Episode anno 1998, damals also noch auf dem N64, gelang Hudson ein Meilenstein des Mario-Franchise, der etliche Nachahmer verschiedenster Marken nach sich zog. Von Disney bis Sega versuchten sich fortan viele Entwickler an dem für Konsolen komplett neuen Genre, vermochten das Original jedoch nie zu überbieten. Nun schickt sich Hudson an, die jährliche Party wieder steigen zu lassen, doch erleidet das momentane Aushänge-Schild der Bomberman-Erfinder leider dasselbe Schicksal wie alle Nachfolger innovativer Spiele: Mario Party 5 fehlt es an markanten Neuerungen und Eigenständigkeit.
Letzten Endes schmälert dies jedoch kaum den Spielspaß. Mario Party 5 funktioniert - und das teilweise sogar besser als der direkte Vorgänger. Das Spielprinzip ist denkbar einfach und dennoch vielfältig. Der Spieler steuert einen der aus den Mario-Spielen bekannten Charaktere über ein Spielbrett von Feld zu Feld, um am Ende jeder Runde seinen Mitspielern in Minispielen gegenüber zu treten. Im Gegensatz zu den Vorgängern schaffte es Hudson diesmal jedoch etwas mehr Leben und Abwechslung in die Runden zu bringen. Zu Beginn wird ausgewürfelt, welcher der vier Spieler anfängt, fortan wird in der Reihenfolge dieses Würfelergebnisses weitergespielt. Ziel ist es, die meisten der auf dem Spielplan verteilten Sterne einzusammeln. Am Ende des Spiels werden zusätzliche Bonus-Sterne verteilt.
Auf dem Weg zum Party-Star seid ihr natürlich nicht nur aufs Würfelglück angewiesen, sondern könnt beispielsweise heimtückische Items einsetzen, die ihr an Kapselautomaten in den Leveln findet. Mit diesen könnt ihr euren Gegnern und, wenn ihr Pech habt, auch euch selbst Schaden zufügen. Die Spielpläne bieten allerlei Raffinessen wie Transporter, Raumschiffe oder Steine, die euch gegen Entgelt schneller an euer Ziel bringen.
Weitaus unfreundlicher sind euch hingegen die Bowser-Felder gesinnt, die bei Betreten meist unschöne Ereignisse von Sternabzug bis Münztausch auslösen. Umso positiver fallen solche Aktionen allerdings für den minderbemittelten Gegenspieler aus und genau hier spielt Mario Party das klassische Multiplayer-Potenzial aus, das schon Mario Kart so gut gemacht hat. Zufallslastigkeit und tückische Spezial-Felder lassen in geselliger Multiplayer-Runde gleichermaßen Flüche und Gelächter aufkommen.
Neben Bowser hat auch Donkey Kong seinen Weg auf den Spielplan gefunden, dieses mal nicht als spielbarer Charakter, sondern als Bonus-Feld und Gegenstück zu Bowser.
Damit der Sieg nicht zu stark vom Würfelglück abhängt, gibt es nach den Runden regelmäßig Geschicklichkeits-Wettkämpfe. Man weicht dort Massen von Pinguinen aus, läuft Schlittschuh, betätigt sich durch schnelles Button-Triggern beim Seilziehen oder muss einen wilden Hund nach Hause locken. Selbst Sokoban-ähnliche Rätselspielchen sind diesmal dabei. Insgesamt gibt es 70 neue Mini-Spiele, teils nach dem Prinzip Jeder-gegen-Jeden, teils sogar mit Geldeinsatz. Geld erhält der Spieler nach jedem Zug oder durch gewissenhafte Itemwahl. Auf Battle-Feldern lassen sich zudem Duelle um Geld oder Sterne innerhalb der Runden austragen. Wer letztlich die meisten Münzen ergattern konnte bekommt einen Bonus-Stern, wer die meisten Minispiele gewinnt ebenso.
Den normalen Brettspiel-Modus kann man sowohl allein, als auch mit bis zu drei Freunden spielen. Solisten üben sich im Story-Modus und treten gegen die Mini-Bowsers an. Die Karten sind dabei die selben wie im Party-Modus, müssen aber in vorher festgelegter Reihenfolge gespielt werden. Gestaltet sich der Party-Modus zu mehreren noch sehr spaßig, sind Einzelspieler eher dürftig bedient. Gegen die CPU zu spielen macht nicht annähernd soviel Spaß wie Duelle gegen menschliche Mitspieler.
Neben diesem gewohnten Brettspiel bietet Mario Party 5 auch Bonus-Spielchen von Volleyball oder Kartenspielen bis hin zum Super-Duell-Modus, einer Art Mario Kart Battle mit Kampffahrzeugen.
Diese Bonus-Games bringen zwar etwas Abwechslung in das Spielgeschehen, sind für Einzelspieler jedoch auch eher uninteressant und leiden unter Gameplay-Macken. Im Super-Duell-Modus lassen sich zwar eigene Gefährte zusammenstellen, jedoch sind auch die schnellsten davon recht langsam, was den Spielfluss erheblich stört. Wer ferner die Minispiele des Party-Modus gesondert spielen will, kann dies im Minispiel-Modus tun.
Grafisch ist Mario Party 5 kein Meilenstein. Die Animationen sind ordentlich, die farbenfrohe Präsentation zwar nett, aber nicht so stilsicher wie etwa bei Mario Kart: Double Dash!!. Leider sind die meisten Karten eher grob texturiert und modelliert und erinnern grafisch allenfalls an bessere Dreamcast-Zeiten. Dennoch sind sie zweckdienlich und keinesfalls hässlich. Der Sound ist ebenso eher unscheinbar. Neben den üblichen Sprachsamples und der im Hintergrund dudelnden Musik tut sich akustisch recht wenig.
Auf Dauer macht dieses fünfte Spiel der Reihe nur im Multiplayer-Modus wirklich Spaß, da retten auch die eher uninspirierten Bonus-Spielchen nicht. Wer die Vorgänger noch nicht kannte und öfter gelangweilten Besuch hat, sollte den auf jeden Fall mal einen Blick auf Mario Party 5 werfen lassen.
Mario Party 5 im Test.
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