Gesamtwertung84%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Wer im deutschen Straßenverkehr schon so viele Punkte gesammelt hat, dass er nicht mal mehr als Fußgänger am Verkehr teilnehmen darf, wird mit Need For Speed Underground 2 zumindest virtuell wieder ordentlich punkten können. Ob sich das Spiel auch für den Durchschnittsspieler, der vielleicht noch nicht einmal einen Führerschein besitzt, eignet, möchten wir mit diesem Test klären.
Geh an dein Handy ran, es ist ne Tussi dran!
Kurz nachdem unser Alter Ego den Flughafen von Bayview verlassen hat, wird er auch schon von der hübschen Rachel angerufen und darf mit einer ihrer flotten Kisten zu einem Autohaus fahren, um sich einen Wagen auszusuchen. Mit diesem Gefährt soll er fortan an Rennen der illegalen Untergrund-Rennszene Bayviews teilnehmen. So viel zur Story. Wie man es schon aus Titeln wie Gran Turismo, aber natürlich auch dem Vorgängerspiel, Need for Speed Underground gewöhnt ist, beginnt ihr mit einem kleineren und eher langsamen Serienmodell. So finden sich in der Startauswahl ein Peugeot 206, ein Opel Corsa oder Ford Focus. Fahrt und gewinnt ihr Rennen, gibt es Geldpunkte und im Laufe der Zeit auch zahlreiche Möglichkeiten, euer Auto aufzumotzen und optisch zu verändern.
So liegt der Reiz des Spieles darin, die schnöden Serienmodelle weltweit ansässiger Hersteller so lange zu tunen und optisch aufzuwerten, bis der Wiedererkennungswert eines Opel Corsas oder Pontiac GTOs gegen Null tendiert. Dafür steht euch eine Vielzahl an Zubehörartikeln zur Verfügung.
Neben der mittlerweile zum guten Ton eines Rennspiels gehörenden Lachgas-Einspritzung lassen sich auch Getriebe, Motorchip und Reifensatz wechseln, Neonleuchten am Fahrzeug anbringen und an allen möglichen Ecken und Enden Spoiler installieren. Später gibt es dann natürlich auch die Option, sich aus der Liste von über 30 Automobilen einen neuen Wagen zuzulegen. So warten unter anderem noch ein Hummer H2, Golf GTI und Audi TT auf einen neuen Eigentümer.
In Zeiten allgegenwärtiger Kommunikation findet der Datenaustausch zwischen Rachel und unserer Spielfigur zum Großteil über das Mobiltelefon statt. So werdet ihr per SMS über neue Locations, Rennveranstaltungen oder allgemein mit Tipps & Tricks zum Spiel versorgt. Sollte es im Spiel doch einmal zum Treffen mit Rachel kommen, wird euch dieses lediglich als Comic präsentiert. Diese, wie ich finde etwas lieblos gestaltete Art des Erzählens hätte man sich sparen können.
Respect is Everything
Ähnlich wie bei GTA: San Andreas müsst ihr auch in NFSU 2 dafür sorgen, dass ihr unter der Konkurrenz ein gewisses, am besten jedoch ein sehr hohes Ansehen genießt. Pluspunkte sammelt ihr diesbezüglich durch unfallfreies und dennoch riskantes Fahren, euer Wagen sollte aber auch optisch und leistungsmäßig an die Fahrzeuge aus The Fast and the Furious erinnern, denn Style zählt auch. Nach jedem Rennen sammelt ihr so nicht nur Geldpunkte, sondern auch Prestige. Habt ihr genügend Prestigepunkte gesammelt, stehen euch Tür und Startlinie für illegale und exklusive Rennen und die Underground Racing League (URL) offen.
Mit Ansehen und guter Fahrleistung macht ihr auch zahlreiche Sponsoren auf euch aufmerksam. Diese stellen zwar gewisse Anforderungen, winken auf der anderen Seite aber auch mit reichlich Geld.
Statt Menü nun Freie Fahrt
Eine der wichtigsten Neuerungen ist, dass ihr nun statt durch Menüs zu sausen, frei beweglich durch Bayview fahren müsst, um Autoteile zu kaufen oder Rennen zu fahren. Auf einer am linken unteren Bildschirmrand eingeblendeten Mini-Karte werden euch die zu einer Rennveranstaltung oder Werkstatt passenden Wegpunkte angezeigt. Weiterhin weisen kleine Pfeile noch auf andere Tuning- und Rennsportbegeisterte hin, die ihr durch dichtes Auffahren zu einem Duell herausfordern könnt. Vergrößern lässt sich diese Karte natürlich auch, außerdem habt ihr noch die Möglichkeit, euch mittels GPS zu einem ausgewählten Waypoint führen zu lassen.
Spielmodi
Neben den aus dem ersten Teil bekannten Modi wie Rundkurs und Sprint findet sich in Need For Speed Underground 2 auch der ein oder andere neue Spielmodus:
Im Gegensatz zur GameCube-Version habt ihr in der PlayStation 2- und Xbox-Fassung außerdem noch die Möglichkeit über Netzwerk oder Internet gegen bis zu fünf menschliche Kontrahenten anzutreten.
Auto optisch aufgemotzt, Grafikpracht aber nur geschönt
Großartig verändert hat sich bei Need For Speed Underground 2 höchstens die Optik eures Fahrzeugs, nachdem ihr es in diversen Tuningshops aufgebockt habt.
Grafisch ist das Spiel gegenüber dem Vorgänger keinesfalls von 0 auf 100 geschnellt, sondern begnügt sich eher mit von 0 auf Schrittgeschwindigkeit.
Das ist, nachdem der sehr erfolgreiche Vorgänger gerade mal knapp ein Jahr alt ist, aber auch keine große Überraschung.Besonders bei der PS2-Fassung sieht man dann auch, dass die Leistungsfähigkeit der Konsole auch irgendwann einmal an ihre Grenzen stößt und bei einer 1:1 Umsetzung eben mit Rucklern und Flimmern zu rechnen ist.
EA hat es sich nicht nehmen lassen, wieder namhafte und bekannte Künstler für die musikalische Untermalung des Titels zu verpflichten. So hört ihr während eurer Trips in Bayview Songs von Paul van Dyk, Xzibit und Snoop Dogg, dessen Coverversion Riders On The Storm exklusiv und nur in NFSU 2 zu finden und zu hören ist. Sämtliche Musikstücke passen gut zum Setting des Spiels und gehen zu keinem Zeitpunkt auf die Nerven.
Kein Weg zu weit, kein Gegner zu stark
Fährt man in anderen Spielen ein Rennen, kann man für eine Runde durchaus mehrere Minuten veranschlagen. In NFSU 2 lässt sich innerhalb von zwei Minuten ein ganzes Rennen der Underground Racing League gewinnen.
Unpassenderweise finden diese URL-Events, die im Need For Speed Underground-Nachfolger eingeführt wurden, auch nur auf abgesperrten Rundkursen statt.
Hinzu kommt, dass die Intelligenz und Hartnäckigkeit der Gegner nicht unbedingt als außerordentlich beschrieben werden kann. Es ist zwar nicht leicht, aber auch keine große Herausforderung gegen die ungeliebte Computerkonkurrenz anzutreten. So ist es kein Problem, im Schwierigkeitsgrad Mittel ein Rennen zu gewinnen.
Steuern lassen sich sämtliche Fahrzeuge ganz angenehm. Da es sich bei NFSU 2 eher um ein Arcade-Spiel handelt, darf übermäßiger Realismus in der Handhabung aber nicht erwartet werden.
Trotzdem sollten Besitzer des ersten Teils genau abwägen, ob sich die Investition von knapp 50 lohnt. Schließlich fallen die Änderungen in den Bereichen Spielgrafik, Umfang und Spielmodi gegenüber dem Vorgänger recht knapp aus.
Need for Speed: Underground 2 im Test.
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