Gesamtwertung81%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
EAs Need for Speed Reihe setzte bisher neben ansprechendem Gameplay und fetziger Musik auch auf exklusive Luxus-Fahrzeuge. Im Porsche, AMG Mercedes oder der Corvette durftet ihr vor malerischer Kulisse gegen die Fahrer ebenso protziger Autos um die Wette heizen. Damit ist im neuesten Teil der Serie nun Schluss, denn hier übernehmt ihr das Steuer getunter Alltagsautos. Mit tiefergelegtem Golf, Civic oder Focus dürft ihr in die lokale Rennszene einer anonymen amerikanischen Großstadt einsteigen, um von einem unbekannten Nobody zu einem respektierten und erfolgreichen Hobby-Piloten zu avancieren.
Wer sich jetzt an den High-Speed-Film The Fast and the Furious erinnert fühlt, liegt genau richtig. EA hat sich vom furiosen Original und dem uninspirierten Nachfolger zu einem frischen Konzept hinreißen lassen. Fans der Filme werden im Spiel daher des Öfteren ein Deja-Vu erleben. Wenn ihr mit 150 Sachen über eine geöffnete Zug-Brücke springt oder ein Hindernis dank der herumstehenden Rampe heil überspringt, wähnt ihr euch mitten im Film. Der Atmosphäre weiter zuträglich sind authentische Hersteller, die euch mit Zubehör für euren Wagen beliefern. Zu Beginn habt ihr die Auswahl aus einer Handvoll Serienfahrzeuge, weitere Hobel schaltet ihr durch gute Leistungen in den Veranstaltungen frei.
Neben normalen Rennen inmitten der Straßen der hell erleuchteten Stadt, dürft ihr euch im Drag-Race messen oder euer Drift-Können im entsprechenden Wettbewerb zeigen, wo ihr möglichst schnell und spektakulär um die Ecken schlittern müsst. Den vollen Speed-Kick erlebt ihr allerdings erst im Drag. Hier müsst ihr mit drei Gegnern auf einer geraden Strecke um den Sieg fahren. In den USA ist diese Disziplin besonders beliebt, auch weil die Gefahr eines Unfalls mit dem teuren Auto geringer ausfällt, als beim Runden-Rennen. Wenn Jugendliche in den Staaten ein Rennen fahren, dann tun sie dies meist über die Distanz einer Viertelmeile, soviel wie dort durchschnittlich zwischen zwei Ampeln liegt. Im Drag kommt es vor allen Dingen auf einen guten Start und exaktes Schalten an, um den nächsthöheren Gang auch richtig und ohne Leistungsverslust einzulegen. Habt ihr die Kamera unter der Stossstange aktiviert bekommt ihr die mörderische Geschwindigkeit voll mit.
Aber auch die Runden-Rennen erweisen sich als spannende Angelegenheit. Auch hier seid ihr immer zu viert unterwegs. Während des gesamten Spiels steht euch allerdings leider nur eine einzige Strecke, respektive ein einziges Setting, zur Verfügung. Ridge Racer-like werden die einzelnen Abschnitte der Stadtstrecke immer nur anders aneinandergereiht oder rückwärts befahren. Das mag authentisch sein, da ihr ja Lokalmatador werden wollt, allerdings hätte man sich doch in Anlehnung an die Filme auch Events in der Wüste und in Florida gewünscht. Auch dass die Rennen immer nur bei Nacht ausgetragen werden enttäuscht. Hier hat EA eindeutig Atmosphäre und Style vor Vielfalt gestellt. Immerhin sieht die Stadt hübsch aus, feine Lichteffekte verwöhnen das Auge, der Straßenbelag überzeugt optisch mit feuchter Oberfläche (auf der ihr aber nicht rutscht) und die Neon-Reklamen und Laternen erleuchten die Straßen. Die 20 Fahrzeuge sind allesamt detailliert gestaltet, Änderungen am Fahrzeug, wie der Einbau von grünem Unterbodenlicht, sind im Rennen ebenso sichtbar wie Heckscheibenaufkleber oder Zierstreifen. Lediglich die Framerate könnte eine Leistungssteigerung verkraften.
Zum authentischen Sound des Motors ertönt aus eurer Hi-Fi Anlage die passende Musik. Die Auswahl ist größtenteils im Rock und Rap-Bereich angesiedelt, und bietet Songs von Nate Dogg oder The Crystal Method, die euch immer wieder nach vorne pushen, wenn ihr mal hinten liegt. Letzteres kann euch in den 111 Events schon recht schnell passieren, denn die Gegner fahren je nach Schwierigkeitsgrad recht gut und ohne Fehler. Die größte Gefahr besteht allerdings darin, dass ihr mit einem fahrenden oder stehenden Hindernis kollidiert, denn dann ist das Rennen oft schon komplett gelaufen. Knallt ihr mit voller Geschwindigkeit gegen einen Laternenpfahl oder einen Baum, ist absoluter Stillstand angesagt. Dann müsst ihr zurücksetzen und wieder beschleunigen, um die enteilten Kontrahenten einzuholen. Ist bei stehenden Hindernissen meist euer fahrerisches Unvermögen die Ursache, so lässt sich die Schuld beim Unfall mit anderen Verkehrsteilnehmern meist auf den Zufall beschränken. Oft kommt ihr um die Ecke gerast, die ihr nicht einsehen könnt, und knallt unvermittelt in einen Kleinlaster, der euch erst mal in die Luft schleudern lässt. Bis ihr wieder auf dem Boden seid und die Kontrolle über das Fahrzeug wiedererlangt habt vergehen wertvolle Sekunden. Glücklich, wer noch eine Ladung Lachgas in seiner Flasche hat, denn damit zündet ihr den Nachbrenner, der euch die Extra-Portion Beschleunigung verschafft, die ihr in dieser Situation so dringend braucht.
Dank der Tuning-Möglichkeiten könnt ihr nicht nur eure Motorleistung steigern und Reifen mit mehr Grip erwerben, ihr könnt euch auch größere NOS-Flaschen kaufen, um mehr vom Speed-Schub zu haben. Bei EA hat man dabei sehr auf Authentizität geachtet. Die Hersteller der Tuning-Produkte sind allesamt bekannte Firmen wie Koni, BBS, oder Toyo, die Accessoires wie Neon-Röhren oder Auspuff-Blenden sind ebenfalls authentisch. Habt ihr die Nase von eurem Wagen voll, könnt ihr ihn jederzeit gegen ein anderes Modell eintauschen. Mit den optischen Extras verschönert ihr eure Kiste, um im Ansehen der Szene zu steigen, denn nur wer eine geile Karre fährt schafft es den Respekt für sich zu gewinnen. Mit Scheibenfolien, neuer Frontschürze und dickem Heckspoiler wagt ihr euch also wieder auf die Strecke. Neben Kohle und Ansehen fahrt ihr nämlich auch für Style-Punkte. Gefährliche Drifts, knappes Vorbeifahren an anderen Autos und Abheben vom Boden geben Punkte. Das System erinnert an Burnout 2, bei welchem sich die EA-Programmierer anscheinend auch bedienten.
Nicht nur das Turbo-System und seine grafische Umsetzung mit Motion-Blurring erinnern daran, auch die unvermittelten Kollisionen sind augenscheinlich dem Titel entliehen. Da wo bei Burnout 2 eine Kollision allerdings wenig ausgemacht hat, weil man die Gegner immer wieder einholen konnte, wirkt sich ein Crash bei Need for Speed Underground ungleich dramatischer aus. Glücklicherweise stellt sich die Steuerung als gelungen heraus, sodass ihr um langsam fahrende zivile Hindernisse herumfahren könnt, ohne Kollateralschäden zu verursachen. Zwar ist der Underground Modus das Herzstück des Spiels, allerdings dürft ihr neben einem Einzelrennen auch im Splitscreen zu zweit die Achsen malträtieren. PS2-Besitzer sind weiterhin eingeladen ihr Können auch online unter Beweis zu stellen. Macht euch allerdings auf beinharte und rücksichtslose Gegner gefasst. XBox- und Gamecube-Spieler bleiben leider außen vor.
Mach Dir einen Namen im Dark Orbit. Allein oder mit Verbündeten wagst Du Dich in weit entfernte Sternen- systeme vor und kämpfst um 10.000 € zum Spiel...
Need for Speed Underground im Test.
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