Gesamtwertung91%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
'Oh mein Gott,...' wird der Eine oder Andere entsetzt den Fernseher anschreien,'....hätte ich doch lieber die Finger von den Drogen gelassen, oder liegt es doch am Schlafentzug?' Nein, es gibt sie wirklich - zumindest auf dem heimischen Gamecube. Die kleinen, niedlichen Pflanzenwesen namens 'Pikmin', die sich in ihr nunmehr zweites Abenteuer stürzen. Ob der Nachfolger des Überraschungshits noch mehr Herzen für sich gewinnen kann und eine regelrechte Pflanzenphobie auslösen wird, erfahrt ihr im nachfolgenden Test...
Kaum hat unser Protagonist Captain Olimar die Rückreise vom Planeten der Pikmin unbeschadet überstanden, erwartet ihn zu Hause eine böse Überraschung.Zwischenzeitlich hat es nämlich sein Chef von der Firma Hocotate Freight geschafft, den Laden in den totalen Ruin zu treiben und Schulden in Höhe von sage und schreibe 10.000 Pokos anzuhäufen. Doch die so dringend benötigte finanzielle Hilfe findet sich in Form eines Souvenirs wieder, welches sich der Captain vom Planeten der Pikmin gesichert hat. Wie sich herausstellt ist dieser unglaublich kostbare Deckel einer Flasche, der bei uns Normalsterblichen in der Regel unter dem Begriff Müll zu finden ist, tatsächlich etwas wert. Mit Profit im Sinn, kommt unser Chef auf die innovative Idee dem Planeten einen weiteren Besuch abzustatten und die Pikmin nochmals um ihre Hilfe zu bitten. Eure Mission ist es also, soviel Schrott wie möglich zu sammeln, um der Firma aus ihrer misslichen Lage zu helfen.
Jetzt werden Kritiker, den Zeitdruck des ersten Teils in bester Erinnerung, laut aufschreien und behaupten, dass dieses Feature nur noch mehr unnötige Hektik verbreiten wird. Doch auch hier hat Nintendo ein Einsehen gehabt. Endresultat ist das verbliebene Tag-und-Nacht-System, bei dem ihr gegen Ende des Tages lediglich zusehen müsst, eure Blumenwesen rechtzeitig nach Hause zu lotsen, um unvorhersehbare Konfrontationen mit den bösartigen Nachtkreaturen zu vermeiden.
Wie bereits erwähnt wird euer Pflanzenrepertoire durch die lila Pikmin erweitert, welche sich durch ihre Kampfkraft auszeichnen, dafür aber recht lahm sind.
Zusätzlich macht ihr früher oder später mit den weißen Pikmin Bekanntschaft.
Sie zeichnen sich durch ihre Giftresistenz und einen Spürsinn für vergrabene Schätze aus und sind dank ihres 'Psychoblickes' für einen Lacher gut. Ansonsten hat sich an dem grundlegenden Spielprinzip nicht viel geändert, und das ist auch gut so! Man sammle ein paar Blütennarben oder besiegte Gegner aus dem Vorgarten, transportiere sie zu der Zwiebel (Unterkunft der Pikmin), züchte ein paar Samen und bestaune sie bei ihrem Wachstum zu vollwertigen Mitgliedern der Pflanzenfamilie. Ach ja, das Pflücken nicht vergessen! Selbst die Steuerung ist nach wie vor genial einfach, einfach genial.
Genug Lorbeeren verteilt für heute. 'Nobody is perfect', heißt es und da ist auch Pikmin 2 keine Ausnahme. Nicht immer, aber immer öfter, gibt es Momente im Spiel, da verheizt man sich und staunt nur noch darüber, wie schnell doch ein paar Dutzend Pflänzchen flöten gehen können (Lemmings lässt grüßen). So schickte ich mein taufrisches Selbstmordkommando, ausschließlich aus roten Pikmin bestehend, zum Planschen ins kühle Nass, was schließlich im Neuladen des Spielstandes resultierte. Denn leider waren nur die blauen Freunde so clever das Seepferdchen-Abzeichen zu machen.
Ein weiteres Highlight mit Nervfaktor-Garantie ist die Unterteilung der einzelnen Kandidaten. Aufgrund der Ungenauigkeit der Pfeife, mit der man die Kameraden zusammentrommelt, stellt sich die Aufgabe die Pikmin in verschiedene Farbregimente einzuteilen als sehr kniffelig heraus. Nur zu gerne wird das einheitliche Farbbild durch ein schwarzes Schaf gestört, welches versehentlich mit ausgewählt wurde. Nichtsdestotrotz stehen diese Auffälligkeiten dem Spielspaß nicht im Weg und trüben den positiven Gesamteindruck kaum.
Auch wenn Nintendo abermals auf eine komplette Sprachausgabe verzichtet hat, können die putzigen Soundeffekte der Pikmin selbst den stärksten Mann, zumindest für einen Moment, verweichlichen lassen. Die Hintergrundmusik wirkt das ganze Spiel über alles andere als aufdringlich und untermalt die gelungene Atmosphäre des Strategietitels. Dank der Dolby Pro Logic II Unterstützung hallen Geräusche, bei einer entsprechenden Soundanlage, authentisch in den Höhlen wieder. Hier und da, bei spannenden Gefechten zum Beispiel, hätte das eine oder andere orchestrale Musikstück das Gesamtbild zusätzlich abgerundet.
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