Gesamtwertung81%/10 |
GrafikGut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Ja ja, was haben wir uns nicht gefreut, als vor einigen Jahren die Pokemon der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Seitdem mussten und müssen viele Kinder mit zu knappem Taschengeld kämpfen. Innerhalb kürzester Zeit eroberten sie Nintendos Konsolen und auch der Erfolg im Merchandising- sowie TV-Bereich musste nicht lange auf sich warten lassen.
Dennoch scheiterte der Versuch, mit Pokémon Channel auf dem Gamecube Fuß zu fassen kläglich. Die Konsequenz? Es musste ein neuer Titel her, um die ernüchterte Würfelgemeinde aufzuheitern.
Dieser lässt auf seiner Flucht mal eben einen geheimen Unterschlupf der Schurken in die Luft fliegen und schnappt sich die einzige Miniversion der Krallmaschine. In einer Bar, fernab in der Wüste, angekommen, wird übergangslos das Ingame-Intro beendet und euch die Kontrolle übergeben.
Am Spielprinzip hat sich im Gegensatz zu den anderen Titeln nicht viel geändert, außer das bei Colosseum wieder mehr auf der RPG-Schiene gefahren wird und es keine wilden Pokémon mehr gibt. Um euer Repertoire aufzustocken müsst ihr euch die Crypto-Pokèmon der anderen Trainer krallen. Damit ihr unter bösartigen und friedfertigen Exemplaren unterscheiden könnt, steht euch eure Partnerin zur Seite, welche die besondere Eigenschaft besitzt, die sogennante Crypto-Aura zu sehen. Ansonsten dackelt sie die gesamte Zeit über brav hinter euch her, stellt sich hin und wieder in den Weg und gibt ab und zu überflüssige Kommentare von sich.
Zu gerne zerrt das Spiel an eurem Nervenkostüm, denn um einen erfolgreichen Fang, beziehungsweise Krall, zu gewähren, muss das Pokémon schon fast tod sein oder in den Schlaf versetzt werden. So ist es an der Tagesordnung, dass ihr für eins dieser Wesen gleich mehrere Pokébälle in den Wind schießt.
Könnt ihr endlich ein Crypto-Pokémon euer Eigen nennen, müsst ihr anschließend das Herz öffnen, indem ihr es mit auf Reisen nehmt, es kämpfen lasst oder spezielle Essenzen verabreicht.
Der Fortschritt wird anhand eines Crypto-Meters veranschaulicht. Sollte die Anzeige komplett leer sein, könnt ihr zum Sanktuarium von Emeritae stiefeln, um die Crypto-Erlösung abzuschließen.
Das Besondere dabei ist, dass sich die Kreaturen im Kampf gegen das Böse gegenseitig unterstützen können. Solltet ihr im weiteren Spielverlauf das Gefühl haben eure Kreaturen sind nicht stark genug, so könnt ihr jederzeit den Duell-Berg besuchen, wo exakt 100 Trainer darauf warten, von euch in Grund und Boden gestampft zu werden. Als kleines Schmankerl winken euch bei acht gewonnenen Kämpfen hintereinander Pokè-Coupons, die ihr gegen Items eintauschen könnt.
Wie nicht anders zu erwarten, greift auch Pokémon Colosseum auf die Verbindungsmöglichkeit zwischen Gamecube und GBA zurück. So besitzt ihr die Möglichkeit Pokémon aus der Rubin oder Saphir Edition dem Spiel beizufügen, zu tauschen oder in einer der vielen Multiplayer-Modi spannende Gefechte mit bis zu vier Spielern untereinander zu bestreiten.
Von sprachlosen Akteuren und überkitschter GrafikDer grafische Aspekt in dem Spiel ist ein zweischneidiges Schwert.Auf der einen Seite sind die verschiedenen Charaktere im Spiel übertrieben kitschig dargestellt, was durchaus die Absicht der Entwickler sein kann, da Colosseum einem jüngeren Publikum gewidmet ist. Auf der anderen Seite wissen die Spezialeffekte in den Kämpfen durchaus zu überzeugen. Besonders hübsch anzusehen sind dabei die Blitz- oder Raucheffekte, welche sich in kunterbunten Farben präsentieren. Auch die Landschaften und Umgebungsabschnitte sind abwechslungsreich, wo auch viel mit Farbenkombinationen gespielt wurde. Die Welt rund um die Orre-Region gestaltet sich recht vielfältig.
Von staubtrockenen Wüsten, über grüne Wälder, bis hin zu futuristischen Untergrundstädten ist alles dabei, was das Spielerherz begehrt.
Beim soundtechnischen Bereich sieht es leider etwas anders aus.Die Hintergrundmusik ist nach einer gewissen Zeit sehr nervtötend und selbst bei den spannenden Trainerkämpfen hat man sich anscheinend nur auf wenige Titel beschränkt, die eigentlich die prickelnde Atmosphäre bekräftigen sollten. Nichtsdestotrotz liegt das Hauptproblem ganz klar in der fehlenden Sprachausgabe, auf die gänzlich verzichtet wurde, woraufhin sich das Gefühl der Verlorenheit einstellt.
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