Rainbow Six 3
Wer sind denn die?
Wir schreiben das Jahr 2007 und die Welt steht am Rande einer erneuten Krise, die nicht nur die USA betrifft, sondern auch den gesamten Globus. Auslöser für den gegenwärtigen Zustand ist eine durch ein Embargo verursachte Ölkrise, welche die weltweiten Terrorangriffe eskalieren lässt. Das, erstaunlicherweise gut durchorganisierte Terrornetzwerk, hängt wie ein Damoklesschwert über dem heimischen Planeten und der Faden droht jeden Moment zu reißen. Also berufen sich Politiker aus aller Welt auf die letzte Instanz, die den Codenamen Rainbow trägt. Hinter diesem Namen verbirgt sich eine kleine, elitäre Anti-Terroreinheit. Bis an die Zähne mit der modernsten Technik bewaffnet und an die Grenzen des Menschenmöglichen trainiert, ziehen sie in den Kampf.Ihr schlüpft in die Rolle des Teamführers Domingo Ding Chavez. Während der 15 Missionen müsst ihr an den unterschiedlichsten Orten, wie zum Beispiel in einem Hochsicherheitsgefängnis oder auf einer riesigen Bohrinsel, entweder Geisel befreien, Bomben entschärfen oder einfach nur feindliche Einheiten eliminieren. Dabei solltet ihr eure drei Begleiter nicht untätig in der Gegend stehen lassen, sondern ihre Fähigkeiten gezielt einsetzen. So kann es beispielsweise durchaus nützlich sein, euren Kameraden die Aufgabe zu überlassen eine Tür aufzusprengen und den dahinter liegenden Raum zu sichern. Ein weiteres, nettes Feature ist der Zulu-Code, den ihr euren Befehlen anhängen könnt. Dies hat den Vorteil, Räume von zwei Seiten zeitgleich zu stürmen. Je nach Mission solltet ihr euch sinnvollerweise mit den passenden Waffen ausrüsten. Damit die Wahl auch wirklich zur Qual wird, stellt euch
Rainbow Six 3 ein Waffenarsenal von über 30 Friedensstiftern zur Verfügung.
Im Gegensatz anderen Vertretern des Genres, sind die Auswirkungen von Blendgranaten und Tränengas fatal. Solltet ihr nämlich den Fehler begehen euren Blick nicht rechtzeitig von der Detonation einer Blendgranate abzuwenden, habt ihr mit Blendung und einem unangenehm, fiependem Ton zu kämpfen. Einen ähnlichen wirksamen Effekt hat Tränengas. Hoffentlich habt ihr eine Gasmaske im Handgepäck.
Ein weiteres Lob muss der künstlichen Intelligenz ausgesprochen werden. Statt planlos durch die Gegend zu laufen, suchen eure Team-Mitglieder hinter Kisten Deckung, tasten sich bei offenen Türen vorsichtig heran oder lugen um die Ecke, um nach Gegnern Ausschau zu halten.
Ab und an setzt die gehirnaktivität bei euren Kollegen aber aus. Meist enden diese Szenarien mit einem kurzen Kommentar bezüglich des Todes eines Kameraden. Bei den Terroristen sieht das Verhalten während eines Gefechts auch nicht viel besser aus. Zwar lassen sich die meisten Gegner bereitwillig kaltstellen, aber überlegtes Vorgehen führt dennoch eher zum Erfolg, als offener Kampf.
Sollte sich im Laufe des Spiels bei euch das Gefühl der Einsamkeit einstellen, gibt es immer noch den Kooperativ-Modus. Leider lässt sich nicht die komplette Kampagne spielen, sondern nur einzelne Abschnitte.
Mitten drin, statt nur dabei!
Anscheinend wollten die Jungs von Ubisoft im sound-technischen Bereich nichts dem Zufall überlassen. Jede Waffe hat ihren individuellen Sound spendiert bekommen und Besitzer einer Dolby-Surround Anlage werden sich über die Dolby Pro Logic II Unterstützung freuen. Gegner lassen sich somit per Ohr orten. Die Einsatzpläne werden euch von Otto Sander erläutert, welcher die Sprachrolle von eurem Boss John Clark übernimmt, dank seiner Stimme kommt denn auch Agenten-Feeling auf. Auch eure Teammitglieder klingen dank professioneller Synchron-sprecher authentisch.
Wenn dann noch ein orchestralisches und sehr gelungenes Titellied das Spiel ziert und spannende Szenen von atmosphärischer Hinter-grundmusik geführt werden, ist man gerne bereit, die Lautsprecher ein wenig lauter zu stellen.
Auch die Grafik weiß besonders bei den Licht- und Schatten-effekten zu überzeugen. Je nach Lichtverhältnissen werfen Gegenstände und Personen unterschiedliche Schatten und werden sogar unter besonderen Umständen realistisch in die Länge gezogen.
Trotzdem wird die Darstellung der Charaktere der sonst schön anzusehenden Grafik nicht gerecht, da die Gesichter an Polygonarmut leiden und das Spiel von bösen Clipping-Fehlern heimgesucht wird. So kann es vorkommen, dass eure Mitstreiter auf einmal in der Tür stehen oder leblose Körper halb in der Wand verschwinden. Das muss bei dem heutigen Stand der Technik nicht sein. Dennoch muss den Entwicklern die Liebe zum Detail positiv angerechnet werden, was sich bei Kleinigkeiten wie zum Beispiel animierten Vorhängen bemerkbar macht, welche unregelmäßig auf Windstöße reagieren oder zur Seite geschoben werden können.
Fazit
Die Marke Tom Clancy wird dem Ruf mal wieder gerecht und versorgt die
Rainbow Six- Fangemeinde mit einem weiteren Schmankerl. Mit dem verfeinerten Befehlsmenu und dem neu hinzugefügten Zulu-Code wirken die Einsätze noch realistischer und vor allem spannender. Die einzelnen Missionen sind abwechslungsreich und bieten genügend Motivation.
Absolutes Highlight dürfte die Geräuschkulisse darstellen, ein überzeugendes Titellied und ein hervorragender Otto Sander als Synchronsprecher sorgen für eine entsprechend gute Stimmung. Zwar ist die Grafik nicht besonders spektakulär, aber trotzdem durchweg akzeptabel. Besonders die KI wurde noch mal kräftig aufpoliert, so dass es auch richtig Spaß machen kann, mit computergesteuerten Kameraden zu interagieren. Alles in allem stellt der dritte Teil einen würdigen Nachfolger dar, der ohne große Bedenken gekauft werden kann.
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