Shamu's Deep Sea Adventures

Review
Plattform
Vertrieb
Activision
Entwickler
Magic Wand
Erscheinungsdatum
05/2006
Genre
Action
Shamu's Deep Sea Adventures [NGC , Mag64]

Gesamtwertung

66%/10

Grafik

73%

Sound

75%

Mehrspieler

-

Bedienung

Gut

Shamu's Deep Sea Adventures


Einleitung....

Die "SeaWorld Adventure Parks" sind in Deutschland den meisten kein Begriff, in den USA dagegen erreichen die Wasserparks in der Bevölkerung große Beliebtheit. Zwar bleibt immer ein fader Beigeschmack ob dem Thema "Tierquälerei", dennoch bieten sie einen attraktiven Anziehungspunkt für Jung und Alt. Die Hauptattraktionen und damit Publikumslieblinge sind tierischer Natur. Schwertwale bilden den eigentlichen Publikumsmagneten, jedoch finden Rochen, Meeresschildkröten sowie Walrusse ebenso großen Anklang bei den zumeist jugendlichen Besuchern samt Eltern. Im Grunde genommen kann man "SeaWorld Adventure Parks - Shamu's Deep Sea Adventures" als Werbemaßnahme der landesweit verstreuten Tierparks ansehen. Eine nette Story inklusive samt einem geneigten Publisher (Activision) und fertig ist das Werbeprodukt für den westlichen Markt. Um das Spiel selbst wurde kaum Aufsehen erregt, in üblichen Händlerregalen werdet Ihr den Titel kaum vorfinden. Kein Wunder, dass man sich nicht einmal die Mühe gemacht hat, die wunderschöne, englische Sprachausgabe ins Deutsche zu übersetzen.

Menus und die Story....


Auf der technischen Seite bleibt "das ultimativ Unterwasser-Abenteuer" (Originalüberschrift samt Rechtschreibfehler auf dem Packungsrücken! ;-) ) anspruchslos. Vier Seiten auf Eurer Memory Card nimmt der Titel in Anspruch. Ein 60-Hertz-Modus wurde beim Activision-Produkt nicht implementiert. Die junge Zielgruppe wird sich mit dem Verständnis der Hintergrundgeschichte schwer tun - zwar wurden alle Szenen vorbildlich eingesprochen, jedoch in Englisch! Eine ähnlich gelungene deutsche Übersetzung hätte das bunte Abenteuer wesentlich attraktiver erscheinen lassen.

Das Hauptmenü präsentiert sich auf einer schicken Anzeigentafel direkt neben dem eigentlichen Tummelplatz, dem kühlen Nass, oder auch "Wasser" genannt ("New Game", "Load Game", "Options", "Seaworld", "Credits"). Interessant, jedoch anfangs nicht verfügbar, ist der Optionspunkt Seaworld . Hier schaltet Ihr im Laufe des Spieles insgesamt 66 Fotos, Artworks sowie Videoschnipsel frei, wobei die Filmchen einen guten Eindruck der "SeaWorld Adventure Parks" vermitteln. Hier könnt Ihr Schwertwale bei beeindruckenden Wasser-Manövern bewundern, Walrusse beim Versteckspiel beobachten, oder einen Blick auf das Parkleben im Allgemeinen werfen (Achterbahn etc.). Dieser Menüpunkt bietet Euch etwa eine halbe Stunde Videomaterial, die man sich durchaus mal angesehen haben sollte. Immerhin etwas, da das eigentliche Spielvergnügen relativ kurz - oder soll man "viel zu kurz" sagen - ausgefallen ist.

Shamu, der Schwertwal-Held der Geschichte, lebt glücklich in einem der "SeaWorld Adventure Parks" bis Poseidon, Gott der Unterwasserwelt, Unheil über die paradiesischen Ausflugsziele bringt. Ziel seiner Machenschaften ist es die Atmosphäre von SeaWorld zu stehlen, um damit Atlantis in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Dank seiner fiesen Schergen, wie der Krake, ist Shamu's Aufgabe nicht unkompliziert. Vorbei an hunderten Feinden, gilt es mit der Hilfe seines Mentors Horacio, einem Seekuhbullen, SeaWorld vor dem Unheil zu bewahren und den einst himmlischen Lebensraum zurück zu gewinnen.

Das Gameplay....


Shamu's Abenteuer reiht sich in die Gilde der Unterwasserabenteuer geschickt ein. Ähnlich einem "Findet Nemo" oder "Grosse Haie - Kleine Fische" ist das Meer der Schauplatz der Action. Und da diese Produkte bereits ihre Käufer fanden, versucht man mit Bewährtem abermals die Geldbörsen der potenziellen Käuferklientel zu öffnen. So werdet Ihr in Form von Shamu die unterschiedlichsten Missionen bestehen müssen (Rettungs-, Sammel-, Flucht-, Folge-, Tierverhalten-Missionen (an Ende des Spiels)). Zu Anfang des Abenteuers werdet Ihr von Horacio in einer Trainingsmission in die Verhaltensmuster eines "typischen" Schwertwals eingeführt. Einsteiger kommen so relativ unproblematisch in das Spielgeschehen hinein, dennoch bleibt die Sprachbarriere. Grundsätzlich werdet Ihr als Spieler aber zu jedem Zeitpunkt wissen, was zu tun ist - vom Anspruch her ist "SeaWorld Adventure Parks - Shamu's Deep Sea Adventures" ein Leichtgewicht. Das sieht man beispielsweise an den Fluchtmissionen vor dem Kraken. Shamu schwimmt hier in Richtung des Spielers, der Krake immer im Schlepptau. Alle paar Sekunden erscheint ein Pfeil, an welchem sich der Schwertwal orientieren sollte, um nicht durch ein Tentakel verletzt zu werden. Im Grunde genommen sind diese Art von Missionen kleinere Reaktionstests, verpackt in einem schicken Unterwasserlevel.

Folgemissionen hingegen sind ein wenig anspruchsvoller, da ihr dem Tentakelmonster auf der Ferse bleiben und ihn nicht aus den Augen verlieren dürft. Die Wegführung ist in jedem Fall vom Spiel vorgegeben, daher sollte Shamu nur den Hindernissen versuchen auszuweichen. Der Krake wird in regelmäßigen Abständen Giftwölkchen absondern, die unseren Säuger kurzzeitig verlangsamen. Um die Flucht des "Vordermanns" aufzunehmen, sind Warptunnels die einzige Möglichkeit.

Die Mehrzahl der Missionen verlangt Euren Erkundungstrieb. In 2D schwimmt Shamu durch dicht bepflanzte Unterwasserwelten und soll kleinere Rätsel lösen, die jedoch nicht mehr als einen einzigen Knopfdruck von Euch verlangen. So sollt Ihr beispielsweise ein bestimmtes Tor öffnen, für welches Ihr allerdings einen Schlüssel benötigt. Ein kleiner Pfeil gibt Euch Orientierung im Spiel und lotst Euch direkt an Euren nächsten Einsatzort. Zusätzlich hilft Euch eine einblendbare Übersichtskarte bei eventuellen Orientierungsschwierigkeiten. Eine Heerschar von tierischen Meeresbewohnern versucht Euch das Leben schwer zu machen. Neben Stachelfischen erwarten Euch fiese Elektrofische sowie allerlei anderes kaum zu definierendes Flossenpotpourri. Doch Shamu weiß ein Mittelchen, diese unschädlich zu machen: Er beherrscht eine Vielzahl unterschiedlichster Spezialmanöver, die den Schwertwal zu einer wahren Kampfmaschine mutieren lassen. Neben mächtigen Torpedo-Attacken seitens Shamu verwandelt er sich zu einer Art tierischer Schraube, welche die Rückenflosse als Angriffsinstrument einsetzt. Schwanzschläge in allen Formen sind ebenso in seiner Kampfausbildung enthalten wie kräftige Kopfattacken, welche Euer Gegenüber in einen kurzen, aber tiefen Schlaf versetzen. Neben einer Kältewelle in Form von eisigen Kugeln, setzt Shamu zum Rundumschlag an, der Euren Gegner von vier Seiten aus "bearbeitet". Shamu's Tsunami verursacht Unterwasserwellen, welche gehöriges Durcheinander auf Seiten der gegnerischen Fischschwärme verursachen. Das Repertoire des Schwertwals ist dermaßen immens, dass selbst Blasenangriffe in jeglicher Form für mächtiges Tohuwabohu sorgen. Blasen samt folgender Schockwelle sind für den Säuger kein Problem, Shamu's Sirene ruft einen Schwarm Tunfische herbei, die ihm schwimmend beiseite stehen. Das Problem bei der ganzen Sache ist: Man braucht die Spezialmanöver des gutmütigen Meeresbewohners zu keinem Zeitpunkt im Spiel. Hinzu kommt, dass sich die Ausführung alles andere als intuitiv erweist. Zumeist müsst Ihr bis zu vier unterschiedliche Tasten in Folge betätigen, bis letztendlich die gewünschte Fähigkeit erfolgt. Und das fällt selbst erfahrenen Spielern schwer. Eine normale Flossenattacke reicht vollkommen aus, um Euch die Gegner vom Leib zu halten und das Abenteuer bestehen zu können.

Als Säuger benötigt man Sauerstoff - so auch Shamu. Luftblasen, die im Level verteilt sind, bieten Euch Luft in Hülle und Fülle, Krillbälle führen Euch verloren gegangene Lebensenergie zu. Die im Level verteilten Krakenkristalle sind meist Teil der Missionsziele, bringen Euch zusätzlich aber Punkte auf Eurem Konto ein mit welchen Ihr später in der Sektion "Seaworld" Boni einkaufen dürft. In Truhen verbergen sich ebenso nützliche Dinge wie in Riesenmuscheln - haltet Eure Augen also offen! Als kleine Minispiele dienen große Tore, die Shamu öffnen muss, um im Spiel weiterzukommen. Hier müsst Ihr aus drei ineinander liegenden, runden Scheiben samt Kerben ein durchgängiges System erstellen, so dass Wasser entlang der Vertiefungen bis ins Zentrum laufen kann. Erst dann öffnet sich das Tor. Mit ein wenig Ausprobieren kommt man aber schnell zur Lösung!

Grafik & Sound....


Hübsche Unterwasserwelten in allen möglichen Farben erstrahlen auf dem Fernsehbildschirm. Man merkt dem Titel die Lebendigkeit der pulsierenden Welt an. Überall schwimmen kleine Lebewesen entlang, Wassergras wiegt sich mit der Strömung in regelmäßigen Abständen. Auch wenn die Texturen teilweise etwas verwaschen wirken, ist das Dargestellte gelungen und überzeugt.

Hervorragende englische Sprachausgabe ertönt aus den Lautsprechern Eurer Soundanlage, die passenden Klänge erzeugen ein gelungenes Unterwasserflair. Bedrohliche Krakenszenen wurden mit düsteren Musikstücken unterlegt, Entdeckungsmissionen hingegen mit locker-flockiger Musik im Stile des Disney-Klassikers "Arielle - Die Meerjungfrau".

Fazit....


Grundsätzlich braucht heutzutage niemand mehr ein Spiel, welches vom Umfang nicht viel größer ist als ein Kinofilm mit Überlänge. In diesem Fall handelt es sich aber genau um einen solchen. Zwar überzeugt das Spiel in technischer Hinsicht, der nicht einstellbare Schwierigkeitsgrad ist jedoch viel zu einfach. Leider gibt es nicht einmal übersetzte Untertitel - in der heutigen Zeit und für die angepeilte Zielgruppe kann dieses Manko aber nicht akzeptiert werden. Dennoch machen die Missionen für kurze Zeit Laune, die Bonussektion der DVD bietet Euch interessante Filmchen über die realen Unterwasserparks. Alle geneigten "Findet Nemo"-Fans dürfen ein Auge auf den Titel werfen. (mag64.de)

Pro
+ tolle Unterwasserwelt
+ kindgerecht
+ einsteigerfreundlich
+ professionelle Sprachausgabe
+ Bonusfilme
+ Spezialmanöver,...

Contra
- kaum Umfang
- englische Untertitel
- keine Schwierigkeitsgradwahl
- ...jedoch überflüssig

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