Spyro the Dragon: Enter the Dragonfly
Sie geben einfach nicht auf
Einmal mehr erscheint zu Beginn des Spiels der ewige Widersacher von Spyro mit seinen fiesen Handlangern. Nach seinen gescheiterten Versuchen aus den ersten drei Teilen der Serie unternimmt er nun einen weiteren Anlauf, um Unheil über die Welt der Drachen zu bringen und sich an Spyro für dessen Heldentaten zu rächen. Dazu hat unser Bösewicht sich etwas besonders Fieses einfallen lassen, denn anstatt sich dieses Mal auf die Drachen selbst zu konzentrieren, hat er die so genannten Dragonflys entführt. Diese kleinen zauberhaften Wesen begleiten die jüngeren und unerfahrenen Drachen auf deren Weg ins Erwachsenwerden und stellen durch ihre Weisheit ein wichtiger Bestandteil im frühen Leben eines Drachen dar. Selbstverständlich erkennt auch Spyro die Gefahr, welche durch die Hinterlist seines Erzfeindes ausgelöst wurde und macht sich sogleich auf den Weg, die 100 verschiedenen Dragonflys in den unendlichen Weiten seiner Welt wieder einzusammeln.
Spyro, wie er leibt und lebt
Im Bezug auf das Gameplay hat sich bei Spyro the Dragon nur sehr wenig verändert, denn die Entwickler haben bei der Programmierung sehr viel Wert auf die Tugenden der Vorgänger gelegt, anstatt die Spielmechanik konsequent weiterzuentwickeln und uns innovative Neuerungen zu präsentieren. Fans der ersten drei Teile wissen also genau, was sie erwartet, während Neueinsteiger trotz ihrer ersten Begegnung mit Spyro ein etwas in die Tage gekommenes Gameplay feststellen könnten, das schon sehr oft Verwendung gefunden hat.
In insgesamt neun unterschiedlichen Arealen, die als Ursprungswelten für eine Gesamtzahl von 25 Levels zum Einsatz kommen, macht sich unser sympathischer Held auf die Suche nach den verloren gegangenen Dragonflys. Die Gestaltung der verschiedenen Gebiete ist einmal mehr sehr abwechslungsreich und bietet aufgrund vielfältiger Thematiken wie zum Beispiel tropischen Inseln, eisigen Gebirgen oder ländlichen Farmen eine breite Palette an ansprechenden Locations.
Sammeln, was das Zeug hält
Natürlich wurde auch das aus den Vorgängern so beliebte Sammelprinzip in Enter the Dragonfly übernommen und nimmt für heutige Verhältnisse fast unerträgliche Ausmaße an. Neben den 10 Dragonflys, die Spyro mit Hilfe seines Bläschenatems in jeder Welt einfangen muss, gibt es noch etliche weitere Items, die er im Laufe des Spiels einsammeln sollte. So sind über die diversen Levels eine gewaltige Anzahl an verschiedenfarbigen Edelsteine verteilt, die allerdings nicht erst aufgefunden werden müssen, sondern lose in der Gegend herumliegen und keineswegs versteckt sind. Nimmt man sich ernsthaft vor, sämtliche im Spiel vorkommende 7000 (!!) Edelsteine einzusammeln, kann man jedenfalls einiges an Spielzeit investieren, da man wirklich jeden Winkel der nicht gerade kleinen Welten erkunden muss. Da sich aber aufgrund der großzügigen Verteilung der wertvollen Steine keinerlei Herausforderungen für den Spieler einstellen, wird das endlose Sammeln zumindest für den anspruchsvollen Käufer schnell zur langweiligen Qual.
Auf die richtige Atemtechnik kommt es an
Neben diesen mehr oder weniger freiwilligen Items erlernt Spyro im Laufe des Spiels auch noch eine Reihe an Angriffstaktiken, die er gegen seine Gegner einsetzen kann. Neben dem bereits erwähnten Bläschenatem, der zum Einfangen der niedlichen Dragonflys benötigt wird, kann er mit anderen Techniken wie Feuer-, Eis- oder Blitzatem seine Feinde in Schach halten. Ansonsten hat sich weder an der Steuerung von Spyro noch an dessen Bewegungsmöglichkeiten viel verändert. Einzige Neuerungen ist seine Fähigkeit, an gekennzeichneten Wänden zu klettern sowie eine überschaubare Anzahl an Fahrzeugen zu besteigen, welche meistens für diverse Minispiele benötigt werden.
Die verschiedenen Welten werden nach und nach von Spyro erkundet, und wenn unser Held eine bestimmte Anzahl an Fliegen und Juwelen eingesammelt hat, eröffnen sich ihm neue Levels, die er betreten kann. Leider wirkt dieses Spielprinzip inzwischen etwas altmodisch, Besitzer aktueller Jumpn Runs wie Ratchet&Clank auf der Playstation 2 oder Mario Sunshine auf dem GameCube werden jedenfalls schmerzlich innovative Neuerungen vermissen. Dafür spricht für den Titel neben der geringen Komplexität auch der verhältnismäßig leichte Schwierigkeitsgrad, der sich eindeutig an jüngeren Spielern orientiert und somit gut für unerfahrene Einsteiger in das Genre geeignet ist.
Der technische Aspekt
Zumindest aus technischer Sicht kann Spyro the Dragon mit einigen aktuellen Titeln mithalten, auch wenn er sicherlich nicht zu den Referenzen aufschließen kann. Die Levels des Spiels wirken wie schon früher sehr farbenfroh und entführen den Käufer in eine liebevolle und fantasievoll gestaltete Spielwelt. Da immer alles sehr fröhlich wirkt und ein gewisser Knuddelfaktor kaum zu leugnen ist, erkennt man auch an der Atmosphäre, dass das Spiel eindeutig an jüngere Kids gerichtet ist. Grafisch gibt es sonst wenig zu beklagen, die großen Welten können durch akzeptable Texturen, eine hohe Weitsicht und reichlich Abwechslung größtenteils überzeugen. Die Animationen von Spyro und seinen Freunden sind in Ordnung, und die geringe künstliche Intelligenz der Gegner stufen wir hier einfach einmal als gewollt ein. Einziger deutlicher Kritikpunkt an dem Titel ist die auffällig niedrige Framerate, welche sehr häufig ins Stocken gerät und bei vielen Käufern auf Unverständnis stoßen wird. Hier hätte man sich bei einem Debüt von Spyro auf einer neuen und zudem leistungsfähigeren Konsole sicherlich etwas mehr Mühe geben müssen.
Im Bezug auf den Sound wirken die Melodien im Vergleich zu den Vorgängern dieses Mal wesentlich ruhiger, was dem Spiel ein entspanntes Ambiente verpasst. Zwar werden die einzelnen Stücke regelmäßig wiederholt, was aber glücklicherweise nicht sonderlich auffällt und somit nicht negativ stört. Die verschiedenen Soundeffekte sind in Ordnung und zudem freuen wir uns über eine deutsche Sprachausgabe, auch wenn diese nur von durchschnittlicher Qualität ist.
Fazit
Spyro The Dragon: Enter The Dragonfly knüpft nahtlos an das Spielprinzip der drei Vorgänger von der Playstation an, so dass sich Fans der älteren Teile sofort heimisch fühlen werden. Leider haben die Entwickler außer Acht gelassen, dass ein vor einigen Jahren erfolgreiches Spielprinzip heutzutage keineswegs mehr motivierend oder originell zu sein braucht. Dies trifft hier leider zu, denn anspruchsvolle Spieler, die Wert auf herausfordernde Aufgaben und ein komplexes Geschehen legen, werden hier definitiv enttäuscht sein. Spyro The Dragon für den Nintendo GameCube ist aufgrund seiner einfachen Struktur eher ein Spiel, das für junge und unerfahrene Spieler konzipiert wurde und eher für Zwischendurch geeignet ist. Jüngere Kids werden mit Spyro jedenfalls ihren Spaß haben, da das Spiel aufgrund einer liebevollen Gestaltung, sympathischen Charakteren und einer absolut gewaltfreien Darstellung als vollkommen kinderfreundlich einzustufen ist. Alle anderen sollten sich lieber auf Super Mario Sunshine konzentrieren oder auf die bald erscheinenden Titel Rayman 3: Hoodlum Havoc oder das auf der Playstation2 erscheinende Sly Raccoon warten, da diese Spiele wesentlich höhere Anforderungen an den Spieler haben und zudem eine abwechslungsreichere Spielmechanik besitzen.
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