Star Wars: Rebel Strike

Review
Plattform
Vertrieb
LucasArts
Entwickler
Factor 5
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
12
Star Wars: Rebel Strike [NGC , looki.de]

Gesamtwertung

83%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Star Wars: Rebel Strike

Als im Mai 2002 der GameCube in deutschen Gefilden veröffentlicht wurde, konnte besonders ein Spiel die technische Leistungsfähigkeit der Konsole auf eindrucksvolle Art und Weise demonstrieren. So fungierte „Star Wars: Rogue Leader“ für viele Fans als das Aushängeschild schlechthin für ihre Lieblingskonsole. Vor wenigen Wochen erschien mit „Rebel Strike“ der Nachfolger zum wohl erfolgsreichsten Launchtitel des GameCube – wir verraten euch, wie gut das Spiel wirklich ist.

Das ursprünglich in Deutschland gegründete und mittlerweile in Kalifornien ansässige Entwicklerstudio Factor 5 hat sich bei „Star Wars: Rebel Strike“ auf die Stärken des Vorgängers besonnen und wollte diese um einige sinnvolle Features erweitern.

So hat sich auf den ersten Blick relativ wenig geändert: Menüstruktur und Spielablauf der ersten Missionen ähneln stark denen von Rogue Leader. Zwar verläuft das Spiel immer noch strikt linear, jedoch spaltet sich die Handlung nach der ersten Mission in zwei getrennte Pfade auf.

Der eine folgte der Geschichte von Luke Skywalker, während der andere dem Piloten Wedge Antilles vorbehalten bleibt. Somit kann man immer zwischen zwei unterschiedlichen Wegen wählen, wodurch man nicht zwingend an einer schwierigen Mission hängen bleibt, was im Vorgänger gelegentlich der Fall war.

In den Flugmissionen hat sich spielerisch wenig geändert. So besetzt ihr je nach Aufgabe einen X-Wing oder einen Y-Wing, exotischere Gefährte wie der Snowspeeder, ein AT-ST Walker oder einige freischaltbare Schlachtschiffe sind natürlich auch mit von der Partie.

Beim Missionsdesign blieb alles beim alten – so müsst ihr weiterhin den Schergen des Imperiums in zahlreichen Weltraumlevels oder auf Planetenoberflächen den Garaus machen und sie mit schlagkräftigen Argumenten davon überzeugen, dass sie sich doch für die falsche Seite entschieden haben.

Die einzelnen Unteraufgaben eines Levels sind dabei vergleichsweise einfach gestrickt. Meistens reicht es aus, so viele Gegner wie möglich vom Horizont zu entfernen oder zumindest ein paar strategisch wichtige Einheiten oder Gebäude zu zerstören. Eskortmissionen sind ebenfalls wieder vorhanden und sogen für reichlich Schweiß auf der Stirn der Piloten. Damit diese sich gegen die Übermacht des Imperiums zur Wehr setzen können, sind sie mit dem Besten ausgerüstet, was die Technik des Star Wars Universums zu bieten hat.

Neben fahrzeugspezifischen Waffensystemen und Manövrierfähigkeiten kommen auch das altbekannte Zielerfassungssystem und das Radar wieder zum Einsatz, welches durch seine reizüberflutende Unüberschaubarkeit immer noch ein Grund wäre, die Fronten zu wechseln und es sich in einem Tie-Fighter der dunklen Seite bequem zu machen.

Um die akute Arthrosegefährdung der sitzfaulen Piloten zu reduzieren, hat man sich bei Factor 5 dazu entschieden, die Kämpfer zum ersten Mal auch außerhalb eines Cockpits in den Kampf gegen das Imperium zu schicken. So dürfte ihr euch in manchen Missionen zu Fuß vorankämpfen, was ursprünglich für etwas mehr Abwechslung im Spielablauf sorgen sollte. Leider glückte dieses Vorhaben nicht ganz, denn diese Missionen kränkeln an einigen wichtigen Punkten. Bewegt ihr euch mit einem Charakter per pedes durch einen Gebäudekomplex oder einen Außenabschnitt, setzt ihr mit eurer Laserpistole die anstürmenden Kämpfer außer Gefecht. Dies geschieht mit einem automatischen Zielerkennungssystem, welches fast wahllos den nächsten Gegner anvisiert. So verkommt der Spielablauf zu einem stupiden Tastendrücken, da ihr außer Schießen keinerlei Anstrengungen übernehmen braucht, was manche Abschnitte sehr einfach, aber auch frustrierend machen kann. Leider könnt ihr das automatische Anvisieren nicht beeinflussen und so das Ziel selbst bestimmen – einige kleine Fehler wie das ungünstige Anvisieren von sich hinter Wänden oder außer Reichweite befindlichen Soldaten mindern den Spielspass in den Fußmissionen somit merklich.Kleine Sprungelemente in späteren Levels gestalten sich zudem als sehr frustrierend, da ein exaktes Springen aufgrund der nur mittelmäßigen Steuerung in diesen Abschnitten sehr schwierig ist.

„Star Wars: Rebel Strike“ bietet zum ersten Mal integrierte Multiplayermodi, in denen ihr euch zusammen mit einem Freund vergnügen könnt. Die Bandbreite an Möglichkeiten reicht von obligatorischen Dogfights hin zu Spielmodi, in denen ihr so viele Objekte wie möglich zerstören oder eine Basis einnehmen müsst. Auch wenn die Vielfalt nicht außergewöhnlich hoch ausfällt, freuen sich die Fans sicherlich über die neuen Möglichkeiten, schließlich sind sie ohne weiteres für das eine oder andere spaßige Duell gut – nur schade, dass es keine Unterstützung für drei oder vier Spieler gibt.

Anscheinend hat Factor 5 den Fehler, früher keine Multiplayermodi eingebaut zu haben, eingesehen und bereut diesen sogar. Um diesen Fehler wieder gutzumachen, findet sich als Bonus auf der Disk doch tatsächlich ein kompletter 2-Spieler-Kooperationsmodus des Vorgängers Rogue Leader.

Dies ist sicherlich ein lobenswerter Schritt und gibt allen Besitzern des Prequels die Möglichkeit, dessen Ereignisse noch einmal zusammen mit einem Freund erleben zu dürfen. Damit das Ganze jedoch nicht zu einfach wird, hat man den ohnehin schon knackigen Schwierigkeitsgrad noch einmal kräftig angezogen – für einige Frustmomente ist also gesorgt. Doch damit nicht genug, denn es sind noch weitere Boni auf der Disk versteckt. Wer die normalen Missionen mit möglichst guten Statistiken beendet und sich dadurch Medaillen erspielt, der kann jede Menge Bonusmissionen und zusätzliche Raumschiffe frei schalten.

Darüber hinaus sind auch noch drei fast schon uralte Star Wars Spiele aus frühen Arcadezeiten enthalten, die spielerisch zwar kaum mehr wertvoll sind, für Nostalgiker aber sicher eine interessante Zugabe darstellen. Über mangelnde Boni kann man sich dieses Mal also wirklich nicht beklagen – die Langzeitmotivation dankt.

Sorgte die Grafik von Rogue Leader vor knapp zwei Jahren noch für offene Münder, hat sich dieser Eindruck inzwischen erwartungsgemäß relativiert. Zwar hat sich die Technik von Rogue Leader hin zu Rebel Strike nur dezent verändert, überzeugen kann das auf dem Bildschirm gebotene aber weiterhin.

Viele Levels wirken sehr detailliert und abwechslungsreich, die Planeten und deren Oberflächen sind sehr farbenfroh und wirken auch aus der Ferne sehr scharf, einer guten Weitsicht sei dank.

Die zahlreichen Lichteffekte und Explosionen gehören immer noch zum Besten, was die Konsolenwelt bisher erblicken durfte. Auf dem Bildschirm ist stets jede Menge los – feindliche Laserschüsse und Projektile der meistens zu dutzenden angreifenden Schergen des Imperiums fliegen unentwegt an einem vorbei, trotzdem bleibt die Bildrate bis auf kleine Ausnahmen stets flüssig. Gleiches gilt für den 2-Spieler-Kooperationsmodus von Rogue Leader, welcher trotz Splitscreen stets gut spielbar ist.

Die Soundabteilung gehörte schon immer zu den Stärken von Factor 5, was auch dieses Mal unter Beweis gestellt wird. Eine überzeugende Sprachausgabe, kristallklare Soundeffekte und eine gute Mischung aus bekannten Musikstücken der Star Wars Trilogie und neuen Kompositionen sorgen für eine passende Atmosphäre.

Fazit

Factor 5 ist mit „Star Wars: Rebel Strike“ ein solider Nachfolger gelungen. Die Stärken der Vorgänger wurden beibehalten, leider wurden manche gut gemeinte Pläne nur mittelmäßig umgesetzt. Dazu zählen vor allem die Missionen, in welchen der Spieler zu Fuß unterwegs ist. Sollten diese ursprünglich für mehr Abwechslung sorgen, verkommen sie durch eine träge Steuerung und das schwach gelöste Targeting-System zu langatmigen Pflichtaufgaben. Dafür stimmt der Rest, denn die Flugmissionen zeugen von bewährter Qualität und auch technisch gibt es wenig zu beklagen. Durch jede Menge versteckte Geheimnisse, integrierte Mehrspieleroptionen und einen Kooperationsmodus von Rogue Leader für zwei Personen als Bonus bleibt dieses Mal auch die Langzeitmotivation nicht auf der Strecke. Anhänger des Star Wars Kults und Fans des Vorgängers dürfen also bedenkenlos zugreifen, aber auch alle anderen dürften zumindest nicht enttäuscht werden.

Star Wars: Rebel Strike [NGC , looki.de]

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