Gesamtwertung71%/10 |
GrafikBefriedigend SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungBefriedigend |
HILFÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ
Aufgrund der Tatsache, dass sich die Story rund um Starfox Assault problemlos unter den Einheitsbrei rühren lässt, lohnt es sich auch nicht wirklich, großartig Worte über sie zu verlieren. Soviel sei aber gesagt:
Nachdem ihr Andross Armee kräftig den Hintern versohlt habt und der Oberbösewicht kurzer Hand das Weite suchte, bahnt sich nach nur einem Jahr Verschnaufpause die nächste Bedrohung an. Durchgeknallte Aliens haben anscheinend Blut geleckt und wollen den Versuch starten, dass Lylat-System in Grund und Boden zu stampfen. Warum auch etwas behalten, wenn man es am besten kaputt machen kann ? Es vergeht nicht viel Zeit, bis sich unser Lieblingskommandant General Pepper dazu berufen fühlt, das Starfox-Team erneut um Hilfe zu bitten. Ab diesem Zeitpunkt sind eure Fähigkeiten mit dem Controller gefragt, um die Gefahr ein weiteres Mal erfolgreich abzuwehren - zumindest auf den höheren Schwierigkeitsgraden.
Was die Gefechte im Orbit betrifft, bedarf es nur einer gewissen Einspielzeit, bis man die Steuerung intus hat und sich mit Brechreiz auslösenden Loopings und Schrauben ins Getümmel stürzt. Einziges Problem dabei ist, dass die beiden Schwierigkeitsstufen Bronze und Silber Könner eher unterfordern werden, weshalb man für den nötigen Kick ruhig einen Gang höher schalten sollte.
Damit die Gefahr eines möglichen Nervenzusammenbruchs nicht zu kurz kommt, stehen euch bei jeder Mission drei Volldeppen zur Seite, die sich abwechselnd per Funk über ihre eigene Unfähigkeit ausheulen. Nicht genug damit, dass ihr euch mit zig Millionen Kontrahenten gleichzeitig herumschlagen müsst, Nein!, ihr dürft sogar häufig den Retter in der Not raushängen lassen und eure Mitstreiter vor der frühzeitigen Pensionierung respektive einem Abschuss durch die feindliche Armada bewahren.
Sollte beispielsweise Bruchpilot Slippy Toad dann doch mal ins Gras beißen, werdet ihr beim nächsten Auftrag mit Verwunderung feststellen, wie quicklebendig der doofe Frosch doch sein kann und laut quakend erneut um Hilfe schreit. Doch da euch kaum mehr als ein paar Punktabzüge drohen, wenn er abgeschossen wird, ändert sein ganzes Geschrei vermutlich nichts daran, dass ihr beim seinem nächsten SOS-Ruf einfach auf taub schaltet und ihn ignoriert.
Die Qual der Wahl
Neben dem bereits bekannten Landmaster aus Starfox - Lylat Wars für den N 64 haben die Jungs von Namco Shooter-Elemente implementiert, die sich aber leider als glatter Schuss in den Ofen erweisen.
Die Steuerung des Protagonisten aus der dritten Perspektive und vor allem des recht gewöhnungsbedürftigen Panzers ist gelinde gesagt katastrophal. Bei der kleinsten Berührung des C-Sticks legt unser tollwütiger Fuchs eine halbe dance-Einlage hin, was ein vernünftiges Anvisieren des Ziels praktisch unmöglich macht, wären da nicht die automatische Schützenhilfe und das überdimensional große Fadenkreuz, bei dem selbst stark kurzsichtige Zocker auf ihre Brille getrost verzichten können.
Lustig wird es, wenn man das Vehikel über schmale Brücken manövrieren darf und einen phänomenalen Bauchklatscher nach dem anderen landet. Selbst den grundlegendsten Gesetzen der Fahrphysik wurde wenig Beachtung geschenkt, weshalb der Landmaster jeden noch so guten Geländewagen vor Neid erblassen lassen würde. Manche Missionen erlauben es euch, zwischen den drei genannten Fortbewegungsmöglichkeiten zu variieren, was dem Spieler die Qual der Wahl lässt, wie er seine Aufgaben bewältigen möchte.
Nach nur sechs Stunden Spielzeit hat das Leid ein Ende, wobei ihr euch zur Belohnung an dem freigespielten Arcade-Klassiker Xevious ergötzen könnt. Oder aber ihr findet bis zu vier freiwillige Opfer, die sich mit euch im altbewährten Deathmatch-Modus duellieren wollen.
Grafische Degeneration
Mit der Grafik im Spiel verhält es sich so ähnlich, wie mit einem guten Trailer zu einem eher mittelmäßigen Kinofilm. In der Vorschau werden oft bereits die besten Szenen gezeigt, was durchaus zur Ernüchterung des Publikums beiträgt, wenn es dann den eigentlichen Film sieht. Gewissermaßen lässt sich das auch auf Starfox Assault übertragen, welches in der ersten Mission noch mit schönen Explosions- und Lichteffekten punkten kann. Doch zu früh gefreut: Gerade bei den Landeinsätzen, die einen großen Teil von Starfox Assault ausmachen, haben die Entwickler von Namco schlichtweg geschlampt. So präsentieren sich dem Spieler langweilige Landschaften, sowie lieblos dahin geklatschte, flache Texturen, die alles andere als Abwechslung bieten. Selbst die konstante Rate von 30 fps kann da nicht über eine unterdurchschnittliche Bewertung der Grafik hinweghelfen. Wenn man bedenkt, dass bei einem Titel wie Star Wars - Rogue Squadron II, der schon saftige drei Jahre auf dem Buckel hat, weitaus bessere Ergebnisse erzielt wurden, ist die hier geleistete Arbeit einfach nur traurig.
Selbst der soundtechnische Bereich vermag nicht im Stande zu sein, die technischen Mängel des Titels aufzuwiegen. Auch wenn die Geräuschkulisse einer packenden Weltraumatmosphäre gerecht wird, lässt man Besitzer einer 5.1 Anlage eiskalt im Regen stehen und beschränkt sich lediglich auf eine stereophone Lautsprecherausgabe. Die Sprachausgabe ist komplett in Englisch gehalten, weshalb sich jüngere Zocker bei fehlenden Englischkenntnissen mit den deutschen Untertiteln abkämpfen dürfen.
Nichtsdestotrotz hat man bei der Synchronisation eine solide Arbeit abgeliefert, wodurch die einzelnen Charaktere glaubhaft rüberkommen. Leider hapert es hier aber anscheinend an der Qualität der Tonaufnahme, da die Stimmen blechern klingen und man den Eindruck gewinnt, dass irgendein 0815 Mikrofon benutzt wurde.
Starfox Assault im Test.
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